Von Windrädern eingekreist

Politiker und die Vertreter öffentlicher Belange informierten sich mit Vertretern der Enervie und der SL-Windenergie auch in der Wesselbach.
Politiker und die Vertreter öffentlicher Belange informierten sich mit Vertretern der Enervie und der SL-Windenergie auch in der Wesselbach.
Foto: WP

Hohenlimburg..  Heute wollen das Fürstenhaus zu Bentheim-Tecklenburg, der Projektentwickler und Investor SL Windenergie aus Gladbeck und Dr. Arndt Bohrer (Abteilungsleiter regenerative Energie der Enervie) in einem Pressegespräch die Windenergieanlagen-Konzepte für Hagen vorstellen.

Den neuen NRW-Erlass abwarten

Bereits am Freitag wurden die Politiker und die Träger öffentlicher Belange informiert. Besonders betroffen von möglichen neuen Standorten wird Hohenlimburg sein. Gleich sieben weitere Windräder sollen sich auf den Höhen rund um Hohenlimburg drehen, so dass die Bewohner der Nahmer und des Wesselbachtales von diesen förmlich eingekreist werden.

Das sorgt in der Bevölkerung für Unverständnis und für gewaltigen Ärger, so dass bereits am Freitag vor dem Enervie-Tor bei der Ein- und der Ausfahrt der Politiker und Entscheidungsträger protestiert wurde (diese Zeitung berichtete exklusiv). Für den Rat und die Hohenlimburger Bezirksvertretung nahmen Karin Nigbur-Martini (Hagen aktiv), Detlef Reinke, Peter Beyel und Peter Leisten (alle CDU) sowie Frank Schmidt (Bürger für Hohenlimburg) teil. Die SPD fehlte. „Unsere Fraktion hatte sich bereits vorab informiert“, versicherte Ratsfrau Ramona Timm-Bergs. Der Trend in der Hagener SPD sei, den neuen Windenergieerlass des Landes NRW abzuwarten, so dass die Investoren ihre Pläne nicht in Windeseile durchpeitschen können.

Was aber wollen die Investoren? Dazu heißt es in einer schriftlichen Erklärung von der SL Windenergie und dem Fürstenhaus: „Die im Entwurf dargestellten Flächen sind einer Abwägung städtebaulicher Kriterien entsprungen, die sich an rechtlichen Vorgaben als auch kommunalen Interessen orientieren. Mit dem Planentwurf ist der erste Schritt durch die Stadt Hagen erfolgt, die Planungen öffentlich zu diskutieren. Die final tatsächlich zur Verfügung stehenden Flächenbereiche werden nicht vor 2016 das Ergebnis einer politischen und öffentlichen Diskussion sein.“

Schon heute stört der Lärm

Insbesondere die Bewohner des oberen Wesselbachtales verfolgen bereits die Präsentation dieser Pläne mit großer Sorge. Schon jetzt beklagen sie, das erfuhren am Freitag die Teilnehmer der Informationsfahrt, die Lärmbelästigung durch die vorhandenen Windenergieanlagen in Brechtefeld.

Für Peter Leisten, CDU, war die Info-Tour eine reine Verkaufsveranstaltung. „Die Hohenlimburger Interessen wurden nur am Rande gestreift. So gab es in der Nahmer keinen Haltepunkt“, kritisiert der CDU-Fraktionssprecher, der auch bedauerte, dass die Federführung in der Hand des Investors und nicht in der Hand der Stadtverwaltung gelegen habe. Ähnlich sieht es Frank Schmidt (Bürger für Hohenlimburg). Ihn stimmt insbesondere der für die Anwohner mögliche Infraschall nachdenklich.

Aus diesem Grund hat er für die kommende Sitzung der Bezirksvertretung (24. Juni, 16 Uhr) einen Antrag gestellt, das Thema „Windenergie“ auf die Tagesordnung zu setzen.

Sehr skeptisch sieht auch Karin Nigbur-Martini (Hagen aktiv) die Pläne. „Viele technische Fragen sind noch zu klären. So zum Eiswurf, zum Schlagschatten und zum Infraschall.“