Von Hitler und anderen Ganoven
27.05.2008 | 18:50 Uhr 2008-05-27T18:50:00+0200
In das Chicago der 30er Jahre entführt der Literaturkurs des Theodor-Heuss-Gymnasiums sein Publikum heute und morgen. Oder doch ins Deutschland der Nazi-Zeit? Auf die Aulabühne bringen die Schüler Bertolt Brechts „Der aufhaltsame Aufstieg der Arturo Ui.”
„Das Stück haben wir uns selbst ausgesucht”, sagt Produktionsleiter Oliver Grzimek. Wir, damit meint der 18-Jährige sich und die anderen Schüler der Jahrgangsstufe 12, die statt Kunst und Musik Literatur als Fach gewählt haben. „Wir hatten zu Beginn des Schuljahrs mehrere Werke zur Auswahl”, erklärt Grzimek.
Bertolt Brechts Parabal „Arturo Ui” machte das Rennen, weil „wir es spannend fanden zu sehen, wie Brecht die Nazi-Problematik auf das Chicagoer Gangstermilieu der 30er Jahre übertragen hat”, sagt der 18-Jährige. Und: „Weil das Thema immer noch aktuell ist.”
Die Geschichte: Der Gangsterboss Arturo Ui und seine Untergebenen versuchen, den Bund der Gemüsehändler, den Karfioltrust, und auch die Politiker unter seine Diktatur zu zwingen, um an mehr Geld und Macht zu kommen. Bei seinem Aufstieg an die Spitze der Gesellschaft räumt er jeden aus dem Weg, der ihn im Weg ist – auch in den eigenen Reihen.
„Wir haben uns bei der Erarbeitung des Stücks immer wieder originale Tonaufnahmen mit Reden von Goebbels angehört”, sagt Oliver Grzimek und verweist auf die Parallelen des brechtschen Dramas zu Hitlers Aufstieg.
Heute Premiere
- Der Literaturkurs führt „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui” heute und morgen, 29. Mai, jeweils um 19.30 Uhr in der Aula des Theodor-Heuss-Gymnasiums auf.
- Karten sind für 5 Euro, ermäßigt für 2,50 Euro, vormittags im THG zu bestellen ( 02331/87322) oder an der Abendkasse erhältlich.
Die bekommt der Zuschauer der THG-Inszenierung aber nicht mit dem Holzhammer präsentiert. „Die Zuschauer müssen mitdenken und die Verbindungen selbst entdecken”, erzählt der junge Produktionsleiter. Aber: „Das Publikum wird Wortgefechte erleben mit Parolen, die aus der rechten Szene bekannt sind.”
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