Von Ecuador ans Schloss

Hohenlimburg..  Mateo Oswaldo Alvear Dominguez (18) kam im September 2014 als Austauschschüler nach Deutschland. Genauer gesagt, nach Letmathe. Seit dem ersten Februar lebt der Ecuadorianer bei Familie Arends in der Wesselbach und besucht das Gymnasium Hohenlimburg.

„Es war schwierig zu Beginn. Wenn man aus Südamerika nach Europa kommt, fühlt man sich wie in einer anderen Welt“, erinnert sich der 18-Jährige, der zu Beginn mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. „Die Menschen sind in Deutschland ganz anders als in Ecuador. Es hat mich überrascht, wie distanziert und zurückhaltend viele waren“, erzählt Mateo, der von den zahlreichen neuen Eindrücken überwältigt war.

Glücklicherweise hat ihm seine Letmather Gastfamilie bei vielen Dingen geholfen, so dass er schnell Fuß fassen konnte. Auch bei Familie Arends in Hohenlimburg fühlt er sich pudelwohl und genießt seine Zeit unterm Schloss.

„Auch für uns ist es eine spannende Erfahrung. Denn unsere Tochter Lucia ist parallel für ein Jahr in Peru, und nun bewohnt Mateo ihr Zimmer“, lacht Michael Arends, der bis zur Ankunft von Mateo eine brasilianische Austauschschülerin in seiner Familie beherbergte.

„Das eigentlich spannende ist, dass jede Familie ihre ungeschriebenen Gesetze hat, die jedes Mitglied kennt. Wenn dann jemand neues hinzu kommt und den täglichen Ablauf von außen betrachtet, wird einem dies erst wirklich bewusst“, so der Gymnasiallehrer, der selbst einige Monate in Südamerika lebte.

Besonders gut in Deutschland: Das Bier

Auf einer Rundreise durch Deutschland und Europa lernte Mateo viele Menschen, Städte und Biersorten kennen.„Das deutsche Bier ist in der ganzen Welt bekannt. Deshalb wollte ich so viele Biere wie möglich probieren“, freute sich der 18-Jährige, dem vor allem das bayrische Oktoberfest und die Hauptstadt Berlin in Erinnerung geblieben sind.

„In Berlin waren wir in einem Club mit 1 300 Gästen. So etwas habe ich noch nie gesehen“, schwärmt der Ecuadorianer.

Nicht alles verlief reibungslos. „Am Anfang war es schwer, Kontakt zu knüpfen, weil viele Deutsche ein wenig schüchtern sind“, erklärt Mateo. „In Ecuador kommen die Menschen sofort auf dich zu, wenn du aus einem anderen Land kommst, und sie bezeichnen dich sofort als Freund. Hier dauert es lange, dis dich jemand als Freund bezeichnet“, schildert er seine Erfahrungen.Inzwischen hat er viele Kontakte knüpfen können und genießt seine Zeit in Deutschland. Das Fotografieren und Erstellen von Videos gehört zu seinen größten Hobbies.

Ein Studium in Deutschland als großer Traum

Daher könnte er sich durchaus vorstellen, auch in Deutschland ein Studium aufzunehmen.

„Ich würde gerne wieder nach Deutschland kommen. Wenn ich ein Studium in Deutschland absolvieren könnte, wäre das für mich ein Traum“, blickt Mateo in die Zukunft.

Bevor Mateo am 1. Juli zurück nach Ecuador fliegt, will er unbedingt noch Lucia kennenlernen, die voraussichtlich am 26. Juni die Rückreise aus Peru antritt.