Vigholin trauert: „Unser Krü ist eigentlich unsterblich“

Hohenlimburg..  Große Trauer um einen beliebten Pädagogen. Denn am Sonnstag ist Studiendirektor a.D. Hans-Jürgen Krüsemann im Alter von 90 Jahren gestorben.

Er begann seine Lehrtätigkeit in Arnsberg und Bochum und wechselte im Herbst 1965 an das Gymnasium Hohenlimburg, an dem er bis zu seiner Pensionierung 1986 Musik, Englisch und auch Mathematik unterrichtete.

Ein Mann mit feinem Humor

Als Musiklehrer beschritt er innovative Wege, weil er die Interessen seiner Schüler für neue Musik (z. B. die Beatles) in seinen Unterricht integrierte und so die Schüler für Musik begeisterte. Diese Motivation wurde umgesetzt in einen kreativen Schaffensprozess im vokalen und instrumentalen Bereich, was zahlreiche Schulkonzerte dokumentieren. Sein Interesse für die Moderne und seine Weltoffenheit prägten seinen Englischunterricht und machten ihn als Fach- und Klassenlehrer sehr beliebt. Die Kollegen des Gymnasiums schätzten an ihm seine Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und seinen feinen Humor, der oft entspannend war. Mit seiner positiven Einstellung zum Leben hatte er für alle am Schulleben Beteiligte Vorbildfunktion.

Die Chorarbeit am Gymnasium Hohenlimburg erlebte während der Lehrtätigkeit von Hans-Jürgen Krüsemann einen rasanten Bedeutungszuwachs. Unter seiner Leitung entstanden neben dem „Großen Chor“ für Schülerinnen und Schüler ab dem Stimmbruch auch ein „Kleiner Chor“ und eine „Improvisationsgruppe“, die beide Chöre bei Auftritten unterstützte.

Das Vokalensemble Vigholin (Vokal- und Instrumentalgruppe Hohenlimburg) ist aus dem ehemaligen Schulchor und der „Improvisationsgruppe“ des Gymnasiums Hohenlimburg unter der Leitung von Hans-Jürgen Krüsemann im Jahr 1971 hervorgegangen. Er ist somit der Gründervater. Den „Vigholins“ ist der ehemalige Studiendirektor deshalb stets verbunden geblieben.

Wie nachhaltig sein Einfluss war, ist daran zu erkennen, dass es diesen Chor seit nunmehr 44 Jahren gibt. Dieser pflegt seit 1975 den Kontakt zur österreichischen Partnerstadt Bruck an der Mur. Die Sänger sind dort immer willkommen und treten dort gerne auf. Das belegt die Teilnahme an internationalen Chortreffen.

Geprägt, begleitet und gefördert

Und so schreibt ein Chormitglied: „Trotz seines erfüllten Lebens macht uns die Nachricht über den Tod von ,unserem Krü’ sehr traurig. Ein Mensch, der einem soviel und nachhaltig bedeutet hat, in den wohl entscheidenden Jahren der Schulzeit geprägt, uns begleitet und gefördert hat, ist eigentlich unsterblich - so wünscht man es sich zumindest.“