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Viertägiger Blick in die Praxis der Hagener Arbeitsvermittler

09.01.2012 | 18:05 Uhr
Viertägiger Blick in die Praxis der Hagener Arbeitsvermittler
Foto: WR Theo Schmettkamp

Hagen.Fachkräftemangel , Zeitarbeit und Mindestlohn sind Themenbereiche für die Wolfgang Jörg neuerdings besonders sensibilisiert ist. Grund dafür ist ein viertägiges Praktikum, das der Landtagsabgeordnete kürzlich bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Hagen absolviert hat. „Die Auswirkungen des drohenden Fachkräftemangels kann man sich in tausend Worten erklären lassen“, so Jörg. „Doch es ist etwas komplett anderes, in Beratungsgesprächen mitzuerleben, wie jungen Menschen bei der Berufswahl geholfen wird.“ Viele Jugendliche seien vor einem Beratungsgespräch sehr verunsichert und würden erst im Laufe dieses Gespräches eine Idee entwickeln, wohin es beruflich gehen soll. Wichtig sei es vor allem, dass die jungen Menschen einen Berufswunsch entwickeln, der auch trägt.

BA-Chef Thomas Helm bricht eine Lanze für die Ausbildung. „Schüler sollten nicht glauben, dass mit einer Ausbildung die Bildungskarriere beendet ist. Für viele wäre es sicher erfolgsversprechender, Schritt für Schritt vorzugehen und nach einer Lehre weitere Qualifizierungen oder sogar ein Studium anzuschließen.“

Möglichkeiten für Weiterbildung seien vielfältig

Die Möglichkeiten dazu seien vielfältig. „Allerdings werden wir dem Fachkräftemangel nur entgegenwirken können, wenn alle Akteure an einem Strang ziehen“, betont Wolfgang Jörg und nimmt so auch die Unternehmen in die Pflicht.

„Nach meinen Eindrücken aus dem Praktikum habe ich nun eine hohe Motivation, bei den Themen Zeitarbeit und Mindestlohn politisch nachzuarbeiten“, so Jörg, der eine „gallopierende Altersarmut “ auf die Gesellschaft zukommen sieht. „Zeitarbeitsfirmen, die fair mit ihren Mitarbeitern umgehen, haben nichts zu befürchten, die anderen sollen sich warm anziehen.“

Jörg blickt zudem kritisch auf Sparmaßnahmen bei der Bundesagentur. „Es wäre fatal, wenn die Bundesregierung Maßnahmen zur Berufseingliederung streichen würde. Jede gekappte Maßnahme ist eine gekappte Bildungskarriere“, so Jörg, der die Bundesagentur sehr kunden- und serviceorientiert aufgestellt sieht.

Björn Josten

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Kommentare
10.01.2012
23:28
Viertägiger Blick in die Praxis der Hagener Arbeitsvermittler
von Kritischerkritiker | #2

Ne ne,
so ist das aber nicht. Die BA badet nur aus. Die Wahrheit ist diese:
Aufgrund der verfehlten Schulpolitik in NW und den zunehmenden Migrantenkindern, auf die gewartet werden muss, anstatt sie frühkindlich zu fördern, sinkt stetig das Niveau der Klassen und damit auch das Niveau der Auszubildenden, die kaum noch vermittelbar sind, weil sie, so traurig das ist, eins und eins nicht mehr zusammenrechnen können.
Haben Sie einmal gesehen, wie sich heutzutage Abiturienten artikulieren? Schauen Sie doch einfach mal in Ihr eigenes Umfeld. Dazu braucht man keine Statistik. Sprechen Sie einmal mit einem 50jährigen Hauptschüler und einem 20jährigen Abiturienten und vergleichen Sie. Ich meine nicht die intellektuellen Fähigkeiten. Ich meine die Fähigkeit, klar zu denken, klar zu sprechen, gut zu rechnen und gut zu schreiben. Da tun sich Abgründe auf.
Ich habe einen Freund, der seit 30 Jahren immer denselben Test macht als Abschluss bei der Industrie- und Handelskammer. Die Aufgaben sind identisch geblieben. Die Ergebnisse aber sind heute eine Katastrophe.
Beispiel: Berechnen Sie die Grundfläche, wenn ein Gewächshaus eine Seitenlänge von 2 Meter mal 1,5 Meter hat.
Vor 30 Jahren eine Lachnummer!
Heute ein kaum zu lösendes Problem für über 50 Prozent der Prüflinge.
Und heute gibt es Schüler, die verstehen nicht einmal mehr das Wort Seitenlänge. Wie wollen Sie denn solche Schüler oder Jugendlichen vermitteln?
Machen Sie doch bitte die Ohren und Augen auf und erkennen Sie, dass die BA es immer schwerer hat, solche Menschen zu vermitteln, wenn sie immer mehr werden.

10.01.2012
13:29
Viertägiger Blick in die Praxis der Hagener Arbeitsvermittler
von Himbertoni | #1

Vier Tage die der Warheitsfindung dienen?
Auch die BA wird ihren Beitrag zur Eurokrise leisten und natürlich werden neue Formen der beruflichen Integration gesucht und bewährte z.B. berufsvorbereitende Maßnahmen gestrichen.
Wie auch das gesamte Instrumentarium der BA überprüft wird.
Die BA ist nicht produktiv sie verwaltet und dokumentiert, Maßnahmen führen Träger im Auftrag durch, also hier kann gespart werden.
Verlässliches Handeln auf den regionalen Arbeitsmärkten sah anders aus.
Nicht zuletzt leidet auch für ausführende Bildungsträger die Vertragstreue der BA. Aktuell werden Verträge der BA auf minimale Durchführungsverpflichtungen zurückgefahren und die sinkenden Erlöse für die Durchführung arbeitsmarktrelevanter Maßnahmen reichen nicht zur Deckung der Kosten.
Schon heute arbeiten Sozialarbeiter, Lehrer und Ausbilder in Auftragsmaßnahmen der BA im Zeitarbeits - und Billiglohnsektor. Unnötigerweise zehren sie ihre Arbeitszeit zudem mit umfangreicher Dokumentation für die BA auf.
Da die BA intern mit einem Ansteigen der Beschäftigungslosigkeit in Deutschland im Frühjahr 2012 ausgeht bleibt es abzuwarten welcher Aktionismus noch an den Tag gelegt wird.
Seit dem Arbeitsamt 2000 herrscht unproduktive Unruhe in der Agentur.
Wir haben zum Glück Vollbeschäftigung oder?

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