Viele Erinnerungen bei einem besonderen Klassentreffen

Breckerfeld..  Ihre Schule gibt es seit fast 50 Jahren nicht mehr, die Erinnerung an ihre Schulzeit pflegen viele Ehemalige der früheren Landschule Branten jahrgangsübergreifend aber noch heute.

Helmut Brassel und Waltraud Holthaus konnten beim diesjährigen Klassentreffen am Samstag in der Gaststätte „Jägerheim“ am Dickenberg wieder viele Ehemalige begrüßen. Ihr besonderer Gruß galt Lehrer Ernst-Otto Fischer, der am 31. Juli 1969 die Schultür der Landschule am Branten endgültig zuschließen musste.

Ältester Teilnehmer 84 Jahre alt

Die Teilnehmer des Treffens waren Zeitzeugen des Geschehens in einer wenig gegliederten Landschule, die in der Klasse I Kinder der Jahrgänge 1 bis 4 und in der Klasse II der Jahrgänge 5 bis 8 auf das Leben vorbereitete. Ältester Teilnehmer war Herbert Schmidt aus Berghausen mit 84 Jahren, der 1934 eingeschult wurde. Jüngster Ehemaliger war Hartmund Degen aus Branten, der 1958 in die Schule kam. Die weiteste Anreise hatten Marion Hasse (geb. Schirra) aus Castrop-Rauxel und Renate Wieg aus Hilden.

Lehrer Fischer erinnerte an die Zeit von 1961 bis 1969, in der er am Branten unterrichtete. Er übernahm damals die Klasse I mit 48 Kindern.

Kollege Karl Henniger führte als „Hauptlehrer“ die Schule und unterrichtete die Klasse II mit 35 Kindern. Die Toiletten (Plumpsklos) waren hinter dem Schulgebäude am Rande des Schulhofes. Eine Müllabfuhr gab es noch nicht.

Nach dem plötzlichen Tod von Lehrer Karl Henniger im Juli 1967 übernahm Lehrerin Sigrid Terbeck im folgenden Schuljahr 1967/68 die Klassse I, Lehrer Fischer die Klasse II. Im letzten Jahr des Bestehens der Schule Branten wurde Lehrerin Terbeck im September 1968 an die Volksschule Breckerfeld versetzt. Dort herrschte großer Lehrermangel.

Gleichzeitig wurden die Brantener Jahrgänge 1, 3, 7 und 8 ebenfalls nach Breckerfeld versetzt, weil sie dort noch in bestehende Klassen „passten“. Lehrer Fischer beendete mit den Schülern der Jahrgänge 2, 4, 5 und 6 das Schuljahr in Branten.

Schulreform 1969

Am 1. August 1969 wurde in Breckerfeld die damalige Schulreform mit der Aufteilung der alten Volksschule in Grund- und Hauptschule vollzogen.

Alle Landschulen beendeten ihre Arbeit. Noch lange saßen die Ehemaligen bei Kaffee und Kuchen in gemütlicher Runde zusammen. Am Ende war klar: „Wir sehen uns wieder beim nächsten Klassentreffen.“

(OE)