Verkürzung der Museumszeiten verschwindet im Giftschrank

Der Kulturausschuss braucht sich am Donnerstag noch nicht mit der Frage zu beschäftigen, ob das Karl-Ernst-Osthaus-Museum künftig nur noch samstags und sonntags seine Pforten öffnet.
Der Kulturausschuss braucht sich am Donnerstag noch nicht mit der Frage zu beschäftigen, ob das Karl-Ernst-Osthaus-Museum künftig nur noch samstags und sonntags seine Pforten öffnet.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Der Vorschlag von Kulturdezernent Thomas Huyeng, das Osthaus-Museum nur am Wochenende zu öffnen, ist zunächst vom Tisch. Die Vorlage wurde zurückgezogen.

Hagen.. Die jüngste Dynamit-Vorlage aus dem Fachbereich Kultur verschwindet zunächst einmal wieder im Giftschrank der Stadtverwaltung. Das wurde gestern Nachmittag im Rathaus bekannt.

Ursprünglich hatten Kulturdezernent Thomas Huyeng und sein Fachbereichsleiter Tayfun Belgin für die heutige Kulturausschusssitzung (15 Uhr) ein Papier kreiert, in dem Vorschläge präsentiert wurden, wie die von der Politik eingeforderten Budgetkürzungen im Fachbereich Kultur in Höhe von gut 411.000 Euro bis 2018 geliefert werden könnten. Kernpunkte dieses Kreativprozesses: Öffnung des Karl-Ernst-Osthaus-Museums und des Wasserschlosses Werdringen nur noch an Samstagen und Sonntagen sowie obendrein noch die vorläufige Schließung des Historischen Centrums für die nächsten zwei bis drei Jahre.

Empörte Reaktionen

Überraschend zog Dezernent Huyeng das Papier, das seit seinem Bekanntwerden in der Kulturszene bereits heftige, empörte Reaktionen ausgelöst hatte, gestern wieder aus der politischen Beratungsfolge zurück. Die Ratsfraktionen wurden am Nachmittag entsprechend informiert. Offizielle Begründung: Es solle stattdessen eine abgestimmte und alle Kulturbereiche umfassende Vorlage erarbeitet werden, die neben Ideen für den städtischen Fachbereich auch Konsolidierungsvorschläge für die Musikschule, die Stadtbücherei, die Volkshochschule und vor allem auch das Theater präsentiere.

Offenbar nur die halbe Wahrheit: Nach Informationen dieser Zeitung hat es im Rathaus offensichtlich auch erhebliche interne Irritationen über den inhaltlich nassforschen Vorstoß des Kulturdezernenten gegeben, über dessen Vorschlag der übrige Verwaltungsvorstand im Vorfeld in keinster Weise informiert war. Nach einem Huyeng-Gespräch bei Oberbürgermeister Erik O. Schulz wurde die Vorlage gestern letztlich wieder einkassiert.

Löwenanteil kommt vom Theater

Insgesamt, so hat der Rat im Rahmen der Debatten über den Haushaltssanierungsplan bereits fix beschlossen, müssen die Hagener Kulturschaffenden noch einmal knapp 2,4 Millionen Euro aus ihrem 24-Millionen-Euro-Gesamtbudget herauspressen. Den Löwenanteil von knapp 1,5 Millionen Euro müsste bei einer linearen, zehnprozentigen Rotstiftpolitik das Theater liefern.