Ursprung der Cent-Stücke liegt im Weinhof

Der Wesselbachverein besichtigte das Bilsteinwerk im Weinhof.
Der Wesselbachverein besichtigte das Bilsteinwerk im Weinhof.
Foto: WP

Hohenlimburg..  Zu einer dreieinhalbstündigen Öffnung der Werkstore hieß Dipl.-Ing. Gerald Zwickel, technischer Geschäftsführer der Bilstein-Gruppe, die Gäste des Bürgervereins Wesselbach willkommen.

Zu Beginn erhielten die Besucher einen Überblick über die Unternehmensentwicklung seit der Gründung im Jahr 1911. Besonders ging Zwickel in seinen einleitenden Worten auf die Expansionsentwicklungen seit Ende der 1990er Jahre mit neuen Beteiligungen und Gründungen ein. Bilstein hat sich seitdem von einem regionalen zu einem weltweit operierenden Unternehmen entwickelt.

900 Mitarbeiter in Hohenlimburg

Zur Bilstein-Gruppe gehören heute Produktionsstandorte in Tschechien, den USA und in Großbritannien sowie Beteiligungen in Italien und Brasilien.

Am Standort Hohenlimburg sind – einschließlich des Servicebereichs der Unternehmensgruppe – 900 Mitarbeiter beschäftigt. Die Segmente Einlagerung, Auslagerung und Bestand sind voll automatisiert.

Für den Warmbandbestand wird eine Bevorratung von einem Monat vorgehalten. Täglich kommt mit drei Güterzügen neues Warmband in den Weinhof.

Modernste, computergestützte Fertigungsanlagen realisieren die Produkte aus Bilstein-Kaltband. Größter Produktionsbereich ist die automobile Mobilität mit den Produkten mikrolegierte Stähle, Einsatzstähle sowie Vergütungs- und Federbandstähle.

Anschaulich wurden all diese Produkte durch Firmenvideos dargestellt. Beeindruckend ferner für die Gäste, dass fast alle 1, 2 und 5-Cent-Stücke ihren Ursprung in Hohenlimburg haben.

Zehn bis zwölf Tonnen Stahl werden jährlich für Münzen verarbeitet. Der Stahl hierfür muss sehr enge Grenzen der Weichheit ausweisen; eine enge Dickentoleranz ist einzuhalten. Dies alles ist wichtig, damit die Endfertigung einheitlichen Qualitätsforderungen entspricht, zum Beispiel für Münzzählautomaten.

Vor Beginn der Werksführungen – gearbeitet wird im Conti-Schicht-Betrieb – wurde den Gästen der Wertschöpfungsprozess dargestellt. Die Bilstein-Gruppe hält alle Walztechniken vor.

Besonders hervorgehoben wurde durch den technischen Geschäftsführer die weltweit einmalige Glühanlage zur Steigerung der Energieeffizienz. Ferner Methoden des Fertigschneidens und des Verpackens der Coils, die bis zu 13 Tonnen schwer sind.

Führungen in Kleingruppen

Die folgenden Werksführungen wurden in acht Kleingruppen durch betriebliche und vertriebliche Bilstein-Mitarbeiter geleitet. Die kleinste Gruppe mit drei Teilnehmern führte Werner Schulte. Der langjährige Vertriebsmitarbeiter fand dabei mit dem jüngsten Teilnehmer des Bürgervereins Wesselbach, Lukas Bischoff (12 Jahre), einen ganz besonderen interessierten Gast. Seine Fragen forderten den Mitarbeiter, konnten aber kompetent beantwortet werden, beispielsweise, warum der Gabelstapler ein blaues Licht hat oder welche Funktion eine auf dem Boden mit einer Stahlplatte befestigte Gasflasche habe. Werner Schulte wusste auch hierzu eine Antwort für Lukas: „Die Gasflasche ist ein umfunktionierter Rammschutz, damit die Ecke vom Gabelstapler nicht zu eng genommen wird.“

Anhaltender Applaus der aus 35 Gästen bestehende Gruppe Bürgervereins drückten zum Abschluss die Anerkennung für die Ausrichtung dieses informativen Nachmittages aus.