Unterdrückung thematisieren

Interview mit Cemile Giousouf. Die Hagener Bundestagsabgeordnete versucht in einem aufschlussreichen Interview, Stellung zu beziehen zu ihren Aufregern der letzten Monate und kommt zu dem Schluss, „sie habe die Menschen ein Stück weit überfordert“.


Wenn sich Frau Giousouf anhand zahlreicher Leserbriefe selbstkritisch vergewissern würde, was sie von sich gegeben hat, könnte ein Ergebnis sein, dass sie überfordert war und ist, da sie den Hagener Bürgern immer noch einreden will, in einem Schulbuch Baden-Württembergs dürfe keine Karikatur des türkischen Staatsoberhauptes abgebildet sein. Artikel 5 des Grundgesetzes garantiert Meinungsfreiheit – ohne Wenn und Aber“


Frau Giousoufs Hinweise auf leidvolle Erfahrungen ihrer Eltern als muslimische Minderheit in Griechenland hätten beim Besuch in Ankara dazu führen müssen, gerade als CDU-Abgeordnete die Unterdrückung der christlichen Minderheit zu thematisieren. Sie spricht Zehntklässlern die Reife ab, das politische System der Türkei und in diesem Zusammenhang die Karikatur Erdogans zu durchschauen, verstehen zu können. Dazu würde Bertolt Brecht sagen: „Denken ist etwas, das auf Schwierigkeiten folgt und dem Handeln vorausgeht.“