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Realschule

Umwandeln in "gebundenen" Ganztag

11.11.2009 | 18:48 Uhr

Die St. Jacobus-Realschule in eine „gebundene Ganztagsschule” umwandeln und sie dadurch fit für die Zukunft zu machen, das ist das Bestreben der Landeskirche.

Schulleiter Knut-Michael Leimann setzt sich mit Leidenschaft dafür ein, diesen Plan in die Tat umzusetzen: Viel mehr individuelle Förderung sei so möglich als bislang schon - und das sei nur einer der Vorteile. Und die Eltern brauchten auch keine Sorge zu haben, keine Zeit mehr mit ihren Kindern verbringen zu können, weil die den ganzen Tag in der Schule seien: Ihm schwebe vor, den Ganztagsbetrieb auf drei Tage in der Woche zu beschränken. Dann wäre montags, mittwochs und donnerstags um 15.20 Uhr Schulschluss, dienstags und freitags um 12.50 Uhr. Zuhause zu erledigende Hausaufgaben fielen nicht mehr an.

Stattdessen gebe es während der Unterrichtszeit viel mehr Möglichkeiten zu differenzieren, kleinere Lerngruppen zu bilden, Projektarbeit zu fördern und mehr. Und das alles mit eigenen, bestens qualifizierten Kräften. Denn mit dem Offenen Ganztag bekäme die St. Jacobus-Realschule bei gleich bleibender Schülerzahl fünf Lehrerstellen zusätzlich. „Die pädagogischen Vorteile liegen auf der Hand.”

Die Landeskirche messe der Bildungsgerechtigkeit eine hohe Bedeutung zu, betont Leimann. Er persönlich habe sich schon vor fünf Jahren für den Ganztagsbetrieb eingesetzt, „damals war der aber für Realschulen und Gymnasien noch nicht zugelassen”, der Offene Ganztag sei die Alternative gewesen. Jetzt unterstütze die Landeskirche das Vorhaben in dem Interesse, die Schule zukunftsfähig zu machen — auch wenn dafür viel Geld in die Hand genommen werden müsse. Um die räumlichen Voraussetzungen zu schaffen, seien Umgestaltungen innerhalb des alten Gebäudes und im Zuge dessen energetische Sanierungen erforderlich.

Die Frage, wann und in welcher Form die Pläne umgesetzt werden können, hänge nun von der Entscheidung der Stadtvertretung über eine Finanzierungsbeteiligung ab. Lehrerkollegium, Elternschaft und Schüler haben ihre Argumente niedergeschrieben und vorgestern an Bürgermeister Baumann übergeben.

„Ich mache das nicht für mich, sondern um für die Stadt ein möglichst gutes Bildungsangebot zu schaffen”, betont Leimann. Zur Frage des Breckerfeld-Anteils in der Schülerschaft: Nach einem Einbruch der Zahlen in 2008 seien aktuell wieder deutlich mehr Kinder aus der Hansestadt in den fünften Klassen.

Annette Siebert

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Kommentare
13.11.2009
09:07
Umwandeln in gebundenen Ganztag
von worti1 | #2

Zu Hause keine Hausaufgaben mehr hört sich wunderbar an. Man sollte sich aber die Effahrungen anderer Schulen und vor allem schüler anhören. Das Reichenbachgymnasium Ennepetal hat in diesaem Jahr für die 5. Klassen den Ganztag eingeführt mit dem gleichen oben genannten Hausaufgabenziel. Die Praxis sieht aber anders aus. Die Kinder sind gegen 16.00 Uhr in Breckerfeld und hausaufgaben haben sie vor allem an den Langen Tagen noch zu erledigen. Mit Vokabelnlernen und Üben für Klassenarbeiten sind die Kinder i.d.R. bis 18.-19.00 Uhr beschäftigt. Wann soll man da noch Hobbys nachgehen oder mit anderen kindern spielen. Ich kann von dem Ganztagsbetrieb nur abraten. Eine bedarfsorientierte Offene Ganztagsschule ist sicherlich der bessere Weg. Die Eltern, der zukünftigen Schüler sollten hier massiv tätig werden um diesen Unsinn zu verhindern.

12.11.2009
15:52
Umwandeln in gebundenen Ganztag
von Peter Egen | #1

Passgenaues Angebot wird gewünscht.

Einen Ausbau der Jakobusrealschule zu einer Ganztagsschule würde die FDP grundsätzlich befürworten, wenn ein Bedarf festgestellt wird. Die FDP hat allerdings die Befürchtung, dass der gebundene Ganztag nicht angenommen wird und bekräftigt deshalb ihr Konzept, den „gebundenen Ganztag“ schnellstmöglich zu flexibilisieren, um eine bedarfsgerechte Betreuung der Kinder in Breckerfeld zu ermöglichen. Ziel der FDP ist es, den Eltern die Möglichkeit zu bieten, bedarfsgerecht zu wählen, ob ihr Kind ganztags oder halbtags unterrichtet werden soll. Die Realschule muss die Möglichkeit bieten, auch einzelne Klassenzüge im gebundenen Ganztag anzubieten und nicht wie bisher vorgesehen alle Klassen.
Wir benötigen ein passgenaues Angebot da, wo die Eltern es wünschen. Der Bedarf sollte aber bei den Eltern und Schülern abgefragt werden, die es betreffen wird; bei einem Beginn der Ganztagsschule in 2010/2011 wären dies die jetzigen 3. und 4. Klassen der Grundschule.
Eine finanzielle Beteiligung der Stadt wird sich nach Möglichkeit auch finden lassen. Es kann allerdings nicht sein, dass die Schulkonferenz über den städtischen Haushalt verfügt, für den die Stadtvertretung zuständig ist.
In einem geordneten Verfahren muss zunächst der Bedarf festgestellt werden, danach die Kosten. Im Anschluss daran erfolgen die politischen Diskussionen und Entscheidungen (Schulausschuss, Haupt- und Finanzausschuss, Stadtvertretung). Kommt es zu einem positiven Votum, kann mit dem Umbau begonnen werden.

P. Egen

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