Überführung des Theater Hagens in GmbH auf der Zielgraden
10.06.2012 | 15:34 Uhr 2012-06-10T15:34:00+0200
Hagen. Ab August 2013 soll das Theater Hagen in eine gemeinnützige GmbH überführt werden. Zunächst wird die gGmbH eine hundertprozentige Stadttochter bleiben. Die Kämmerei erwartet durch diesen Schritt Einsparungen in Höhe von 850.000 Euro bis 2016. Gleichzeitig erhofft sich das Theater mehr Flexibilität.
Die Überführung des Theaters in eine gemeinnützige GmbH geht auf die Zielgerade. Eine entsprechende Vorlage der Verwaltung wird heute im Kulturausschuss (9 Uhr, Rathaus an der Volme) beraten. Der Übergang ist demnach für den 1. August 2013 geplant. Die Theater Hagen gem. GmbH ist zunächst eine hundertprozentige Stadttochter, gleichwohl ist vorgesehen, dass bis zu 49 Prozent der Anteile grundsätzlich an Dritte veräußert werden können. Die Verwaltungsvorlage fasst die Eckpunkte der neuen Gesellschaftsform zusammen.
Jährliche Transferzahlungen
Für den Betrieb des Theaters gewährt die Stadt Hagen der Theater Hagen gem. GmbH zunächst eine jährliche Transferzahlung von 13.976.000 € zuzüglich der bis August 2013 anfallenden Tariferhöhungen. Für diesen Posten geht die Verwaltung von rund 750.000 € aus. Nach heutigem Stand ergäbe sich also ein Zuschuss von zirka 14.726.000 €. Das heute bei der Stadt beschäftigte Theaterpersonal soll in die Gesellschaft übergeleitet werden.
Die Personalkosten der Theater Hagen gem. GmbH machen rund 75 Prozent der Gesamtkosten aus und entsprechen 95 Prozent des Zuschussbedarfes. Entsprechend intensiv wirken sich Tarifabschlüsse für das Personal auf das Betriebsergebnis aus. Daher gleicht die Stadt in den Jahren 2014 bis 2016 etwaige Kosten aus Tariferhöhungen, die einen Betrag von 350.000 € übersteigen aus. Bleiben sie unter dieser Summe, muss die gem. GmbH die Kosten selbst tragen.
Das Gebäude
Das Theater mit seinen Werkstätten und den fest verbundenen Einrichtungen, wie Bühnenmaschinerie, Lüftungs- und Heizungsanlagen, bleibt im Besitz der Stadt Hagen und wird der gem. GmbH zur Nutzung überlassen. Die Bewirtschaftungs- und Verbrauchskosten muss jedoch das Theater aufbringen.
Die Stadt als Eigentümerin übernimmt die Kosten für die laufende Bauunterhaltung und die Umsetzung des Brandschutzkonzeptes. Die Stadt überweist der Theater GmbH eine jährliche Transferzahlung für Objektbetreuung, Energiekosten, und Reinigungskosten in Höhe von zirka 1.550.000 €. Diese Summe vermindert sich um etwa 115.000 €, wenn diese Aufgaben vom Theater in Eigenregie übernommen werden.
Das Sparpotenzial
Die Verwaltung geht von Einsparpotenzialen durch die Überführung des Regiebetriebes in die gemeinnützige Theater-GmbH von strukturell 480.000 € aus. Zusätzlich wird der städtische Etat um die 350.000 € entlastet, die bis 2016 durch tarifliche Personalkostensteigerungen anfallen könnten, so dass die Kämmerei von einem möglichen strukturellen Sparvolumen von 850.000 € bis 2016 ausgeht.
Flexibilität für das Theater
Die rechtliche Verselbstständigung und die damit verbundene Loslösung vom städtischen Haushaltsrecht bringt dem Theater eine größere Flexibilität ein. So geht die Verwaltung von einem erhöhten Bewerberpotenzial aus, da der Befristungszwang wegfällt. Zudem erhofft sich das Theater, besseres Fachpersonal rekrutieren zu können, da die neue Betriebsform bedarfsgerechte Anstellungsmöglichkeiten schafft. Zudem wären theaterspezifische Berufsgruppen, wie Ankleider oder Orchesterwarte, auf dem Stellenmarkt besser ansprechbar.
Zudem erhofft sich das Theater, vorhandene Finanzmittel flexibler einsetzen zu können, etwa bei der Beschaffung.
00:53
Selbstverständlich wurde im Kulturausschuss nachlesbar argumentiert, warum die Rechtsformänderung des Hagener Stadttheaters in ein gGmbH eine problematische Luftnummer ist und wie dubios die beabsichtigte Miteigentümerstellung des Theatervereines des noblen Herrn Hacker und Kulturdezernataspiranten - bekannt durch seine teure Abschiedsfete auf Kosten der Allgemeinheit - via kleiner Gesellschaftereinlage aber ohne Übernahme eines entsprechenden Finanzierungsanteils der laufenden jährlichen Kosten.
Bitte lesen Sie selbst:
http://doppelwacholder.wordpress.com/2012/06/13/grune-lehnen-privatisierung-des-hagener-theaters-ab/
14:01
Sparvolumen von 850.000 € bis 2016
Bin ich zu doof und, glaub ich auch nicht.
Und wenn bis zu 49 Prozent der Anteile grundsätzlich an Dritte veräußert werden,
wer ist denn so bescheuert und kauft sich da ein?
14:32
CDU,SPD,FDP,HA Aktiv haben für die gGMBH gestimmt ;-((
War auch nicht anders zu erwarten....
Nur die Grünen und Linken haben vehemennt gegen diesen Unsinn gekämpft ...
22:09
und noch eine Stadttochter....
Arm wie eine Kirchenmaus, aber Kinder in die Welt setzen!
Für deren Unterhalt wird schon jemand aufkommen..........
Es werden wohl eher Versorgungsfälle geregelt als Probleme gelöst werden.....
20:58
. . . hat natürlich auch einen Vorsitzenden! Und wer ist das bei den meisten Hagener Stadttöchtern? Und sowohl Transparenz als auch demokratische Kontrolle bleiben auf der Strecke, wie so oft in Hagen! Dafür machen wir uns mit Sitzungsgeldern, Arbeitsessen und - nicht zu vergessen.- Verdienstausfall so manchen schönen Tag!
19:46
Aha, 100% Stadttochter! Also mit Aufsichtsrat, Vorstand usw. Da wird wieder eine schöne Nebeneinkunftsecke für Lokalpolitiker und ihre Claqueure geschaffen. Ich bin schon jetzt gespannt, wen wir in diesem Anhang alles finden.
19:11
ich möchte wetten, dass in spätesten drei jahren das theater wieder zusätzliches geld von der stadt benötigt. dann ist die jammerei groß, dass das geld nicht ausreicht und ohne theater hagens kultur eingeht. erhalten die anderen kultureinrichtungen in hagen, die bis auf das kunstquartier kaputtgespart werden sollen, was der kulturausschuss morgen beschließen wird, eine ebenso rücksichtsvolle und reichhaltige unterstützung auf ihren weg in den abgrund? oder heißt es dort - kaputtsparen bis auf den billigen rest?