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Parkour

Über Stock und Stein

31.05.2012 | 17:48 Uhr
Über Stock und Stein
Niklas Weber beim Salto an der Volme/Rathaus. Parkour/Free Running - Hierbei werden Hindernisse aller Art z.B. durch Springen überwunden. Free Running jedoch bedeutet, sich akrobatisch fortzubewegen (z.B. Salto von einem Garagendach) und nicht so schnell wie möglich. Dies kann man so gut wie überall anwenden. WP Serie: Mein Hobby - WP Wochenend. Foto: Thomas Nitsche

Hagen. Parkour – so nennt sich eine der neuen Trendsportarten, die sich derzeit schnell verbreiten. Bei diesem Sport geht es um Körperbeherrschung und die Kunst, sich so schnell wie möglich von A nach B zu bewegen. Wer sich darunter noch nicht viel verstellen kann, stellt sich am besten die kleine „Super Mario“ Figur aus den Videospielen vor. Der Held springt über jede Mauer und geht keinem Hindernis aus dem Weg, um seine Prinzessin zu erreichen. So geht es auch beim Parkour zu. Jeder Zaun, jede Mauer und jedes Hindernis wird überwunden und nicht einfach umgangen.

Wer mit offenen Augen durch die Hagener Innenstadt läuft, bekommt die Traceure des Öfteren schon mal zu Gesicht. Traceur nennt sich der Parkourläufer und bedeutet übersetzt „Der, der den Weg ebnet“. Wenn nicht in einer Halle trainiert wird, dann gehen die Jungs und Mädels gerne vor die Tür, um die vorher geübten Dinge auszuprobieren. Dazu eignen sich in Hagen besonders das Gelände der Elbershallen oder die Treppen an der Volme beim Standesamt.

Mädchen sind selten gesehen

Viele junge Leute lernen die Sportart über Videos im Internet kennen. Genauso war es auch bei mir, bevor ich mir kurzerhand eine Gruppe suchte und mitmachen wollte. Anfangs ist es echt schwierig, da man viele Muskeln braucht – und zwar nicht nur in den Beinen oder Armen, sondern überall! Aus diesem Grund trainieren nicht viele Mädchen Parkour. Die Gruppe der Black Runners in Hagen hat zum Beispiel nur sechs weibliche Mitglieder. Beim Parkour trainiert man seine Kondition, seine Koordination und man lernt seinen eigenen Körper besser kennen. Übernimmt man sich, merkt man schnell, wann die eigenen Grenzen erreicht und überschritten sind.

Doch ab wann kann man eigentlich Parkour? So ganz genau lässt sich das gar nicht sagen. Theoretisch kann man behaupten „Ich kann Parkour!“, wenn man einen der Standardsprünge beherrscht und damit verschiedene Hindernisse überwinden kann. Doch der Sport ist allumfassend und jeder findet immer eine Mauer, die noch zu hoch ist um sie überwinden zu können. Außerdem gibt es immer andere Traceure, die noch besser sind als man selbst, die ein Hindernis leichter und schneller hinter sich lassen und deren Bewegungen flüssiger wirken als die eigenen.

Doch daraus lässt man keinen Konkurrenzkampf entstehen. Wettbewerbe und Kräftemessen sind in der Parkour-Szene stark verpönt. Auch wenn es sich nicht um einen Teamsport handelt, hilft man sich, baut sich gegenseitig auf und motiviert die anderen Mitkämpfer! Auch Mutproben und waghalsige Dinge sind tabu, denn jeder hat sein eigenes Level und lernt nur so viel, wie er möchte.

Abrollen ist Basisfähigkeit

Gerade viele ältere Leute denken, der Sport ist einer der gefährlichsten. Doch auch das kann man so nicht sagen. Denn Parkour ist nur so gefährlich, wie man es sich macht. Alle Sprünge und Tricks werden erst in der Halle geübt, bist sie sitzen. Erst dann kann man sich im Freien daran trauen. Und das auch nicht alleine, sondern immer in Begleitung anderer Traceure.

Durch das viele Springen und Laufen müssen alle Muskeln vor dem Training gut aufgewärmt werden, um Verletzungen zu vermeiden. Trotzdem kommt es oft zu kleinen Schrammen an Armen oder Beinen. Manchmal kann es auch zu Gelenkschmerzen, vor allem in den Beinen, kommen, wenn man nach einem Sprung nicht richtig aufkommt oder sich nicht abrollt. Deshalb werden die Grundlagen und Basics wie das Abrollen direkt am Anfang geübt!

Lange Rede, kurzer Sinn: Ausprobieren lohnt sich für jeden, der keine Angst vor hartem Training und kleinen Blessuren hat!

Von Michelle Minor

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