„Turmbläsermesse“ als besonderer Höhepunkt

Letmathe..  Eigentlich sind Gastkonzerte in der evangelischen Friedenskirche eher selten, vielleicht sogar komplettes Neuland. Am vergangenen Samstag brach die Kirchengemeinde mit ihrer kleinen Tradition und lud zu einem Konzert des Blechbläserquartetts „Classic-Brass-Ruhr“ ein.

Das Ensemble aus dem Ruhrgebiet bot den Zuhörerinnen und Zuhörern mit Stücken aus der Zeit der Renaissance bis hin zu modernen Swing-Liedern einen bunten musikalischen und stilistischen Mix. Für den hatten sich die Musiker ganz bewusst entschieden, wie Jörg Segtrop dem Publikum während des Konzertes verriet. Immer wieder gab der Trompeter zwischen den Stücken kleine Anekdoten zum Besten und erläuterte kurzweilig die verschiedenen Stilrichtungen, Komponisten und Zusammenhänge.

Beginnend im Zeitalter der Renaissance, beispielsweise mit den „Drei Renaissance-Tänzen“, ging das Ensemble relativ schnell über in die Barockmusik und präsentierte dazu unter anderem eine Suite aus der Wassermusik von Georg Friedrich Händel, die vom „CBR“-Posaunisten Andreas Wagener extra für das Quartett umgeschrieben wurde.

Besonderer Höhepunkt des Abends war die „Turmbläsermesse“, die gemeinsam mit dem gemeindeeigenen Kirchenchor vorgetragen wurde. „Es ist einfach schön, wenn man einen Chor dabei hat!“, kommentierte Jörg Segtrop das Zusammenspiel von Blechbläsern und Vokalisten.

Mit der „Turmbläsermesse“ habe Limbacher seinerzeit Musik aus der Renaissance genommen und sie textiert, sodass schöne Bläsermusik auch für einen Chor genutzt werden könne - in der Friedenskirche am Samstag einmal mehr eindrucksvoll bewiesen.

Die Klassik ausgelassen („Allein die 9. Sinfonie würde ja schon eine Stunde dauern, das wollten wir Ihnen nicht zumuten“) ging es weiter in die Zeit der Romantik. Das Quartett spielte einen Teil aus Antonín Dvořáks Werk, bei dem romantische Klänge auf barocke Form treffen. Das ursprünglich für Orgel komponierte Stück wurde für die vier Blechbläser umgeschrieben.

Die Jazz- und Swingliebhaber in der voll besetzten Friedenskirche sollten dann am Ende des Konzertes auf ihre Kosten kommen. Da gab es nämlich noch etwas Modernes von George Gershwin und Lennie Niehaus, wie beispielsweise „When the Saints go marching in“ zu hören.

Ein rundum gelungenes Konzert war das und sicher auch Beweis genug, dass Gastkonzerte in der Friedenskirche durchaus ihren Reiz haben.