Top-Autoren lesen auf der Springe

Der Top-Autor Wladimir Kaminer.
Der Top-Autor Wladimir Kaminer.
Foto: privat
Was wir bereits wissen
Drei Bestsellerautoren – Wladimir Kaminer, Sabine Heinrich und Jan Weiler - gastieren im April in Hagen. Das Trio liest in der Stadtbücherei auf der Springe.

Hagen.. Ohne Frage – die drei sind Schwergewichte in der Szene. ­Allen voran natürlich Wladimir Kaminer – wer hat nicht seine längst international erfolgreiche Erzählsammlung „Russendisko“ gelesen? Und auch Sabine Heinrich (die sympathische 1-Live-Moderatorin und „Zimmer frei“-Reporterin mit der charakteristischen Zahnlücke) hat einen großen Bekanntheitsgrad. Ebenso wie Jan Weiler, den etliche Bücherfreunde noch immer in einem Atemzug mit seinem Debüt-Roman „Maria, ihm schmeckt’s nicht“nennen. Besagtes Trio kommt im April zu den ersten Literaturtagen in die Stadtbücherei auf der Springe.

Zum Hintergrund: Die Stadtbücherei will sich verstärkt als Begegnungs- und Kommunikationsort präsentieren und daher ihr Angebot zu einem bestimmten Zeitpunkt verdichten. „Rund um den Welttag des Buches am 23. April bieten wir Veranstaltungen in geballter Form an“, erläutert Andrea Steffes, Leiterin der Stadtbücherei. An insgesamt neun Tagen geht es literarisch um „Aufbruch und Veränderung“. „Künftig wollen wir im Zwei-Jahres-Rhythmus Bestsellerautoren und spannende Themen rund um Literatur komprimiert zusammenfassen“, so die Expertin. Besagte Literaturtage seien allerdings nur durch Sponsoren und Unterstützer durchzuführen. Damit spielt Steffes auf die Märkische Bank Stiftung an, die zur Veranstaltungsreihe 3000 Euro beisteuert, und auf den Förderverein der Stadtbücherei (er zählt 47 Mitglieder), der sich bei den Literaturtagen ebenfalls einbringt.

Nur noch Restkarten erhältlich

Aber zurück zum Prominenten-Trio. Das (Mit-)Wichtigste am Anfang: Obwohl die Lesungen erst in knapp zwei Monaten stattfinden, gibt es schon jetzt nur noch Restkarten. „100 Zuhörer können wir pro Abend begrüßen“, erläutert ­Lydia Böhm. „Wir haben Anfragen und Reservierungen aus Dortmund und anderen Nachbarstädten. Anscheint haben wir den Nerv des Publikums getroffen“, freut sich Böhm, die für den Romanbereich der Bücherei zuständig ist. Sie ist Mit-Organisatorin der Literaturtage und hat die Kontakte zu den Autoren geknüpft. „Ja, indirekt“, schmunzelt Lydia Böhm, „namhafte Autoren zu verpflichten, ist gar nicht so leicht.“ Bei einigen Autoren müsse man den Weg über den Verlag, bei anderen über den Agenten einschlagen. Aber im Vorfeld müsse man erst einmal die Frage klären: Wer geht im bestimmten Zeitraum überhaupt auf Lesereise? Um einen Bestseller­autor zu verpflichten, könne man im Grunde ein Jahr Vorlauf einplanen. So viel Zeit habe man in Hagen nicht gehabt. Dafür aber Glück.

Lydia Böhm kennt sich mit Lesungen seit Jahren aus und weiß daher nur zu gut: „Nicht jeder Autor kann (vor-)lesen.“ Darüber muss sich bei den drei Gästen, die demnächst nach Hagen kommen, allerdings wahrlich niemand sorgen.

Sabine Heinrich macht am Freitag, 17. April, den Auftakt. Die Moderatorin liest abends aus ihrem Erstlingswerk „Sehnsucht ist ein Notfall“. Der Generationenroman führt zwei Frauen nach Italien.

Thema Pubertät spricht Leser an

„Coole Eltern leben länger“ prophezeit der russisch/deutsche Autor Wladimir Kaminer am Dienstag, 21. April, um 19.30 Uhr. Seine Kurzgeschichten über die Pubertät sind lässig geschrieben, doch zwischen den Zeilen klingt auch Ernstes durch . Kaminer ist ein Großteil seiner Zeit mit Lesungen und Vorträgen unterwegs – also ein erfahrener Hase auf dem Podium.

Der Düsseldorfer Journalist und Autor Jan Weiler gastiert einen Tag später (Mittwoch, 22. April, 19.30 Uhr) auf der Springe. Auch Weiler beschäftigt sich in seinen Kurzgeschichten mit dem Thema Pubertät. In „Mein Leben mit dem Pubertier“ zeigt er (an manchen Stellen) Verständnis für betroffene Eltern und genervte Jugendliche.