Tipps rund um Kredite und deren Beantragung

Umweltberaterin  Ingrid Klatte.
Umweltberaterin Ingrid Klatte.
Foto: Yvonne Hinz
Was wir bereits wissen
Die Finanzkrise hat die Welt seit Jahren im Griff: Auch im Kleinen hat Geld eine wichtige Rolle. Wie bekomme ich zum Beispiel Kredite? Und wo fängt Abzocke an? Die Experten Benjamin Kort und Ingrid Klatte wissen mehr.

Hagen.. 2014 war eindeutig das Jahr der Finanzen. Während über Jahre hinweg der Bereich Telekommunikation (z.B. Handy- und Internettarife) das ungeschlagene Top-Thema in der Hagener Verbraucherzentrale war, hat es in den letzten Monaten einen wahren Nachfrageboom in puncto Verbraucherfinanzen gegeben. 22 Prozent aller Kundenprobleme drehen sich um unzulässige Bearbeitungsgebühren für Kredite. Zum hausinternen „Problem-Ranking“ und zu besonders perfiden Abzocke-Maschen wissen Benjamin Korte, neuer Leiter der Hagener Verbraucherzentrale, und Ingrid Klatte, Umweltberaterin in der Hohenzollernstraße, eine Menge zu berichten.

Mehr Ratsuchende als jemals zuvor haben sich an die Experten gewandt, um sich im für viele unüberschaubaren Kredit- und Darlehens-Dschungel zurecht zu finden.

Zum Hintergrund: Im vergangenen Herbst hat der Bundesgerichtshof verbraucherfreundlich entschieden. Heißt: Für die Bearbeitung von Krediten dürfen Banken keine Entgelte verlangen. Und ungerechtfertigte Bearbeitungsgebühren können Kunden bis zu zehn Jahre rückwirkend zurückfordern. „Wir haben mit Musterbriefen und einem speziellen Beratungsangebot auf die dadurch losgetretene Nachfragewelle reagiert“, so Klatte.

Dreiste Schlüsselnotdienste

Immer dreister wird die Abzocke durch Schlüsselnotdienste. „Viele unlautere Anbieter nutzen die Notlage von Menschen, die sich ausgesperrt haben, und verschaffen ihnen nur gegen horrende Zahlungen wieder Zugang zu ihrer Wohnung oder ihrem Haus“, berichtet Klatte. Und auch Inkassodienste schreiben ­immer unseriösere Droh-Mails und fordern unrechtmäßig Beträge von Kunden.

Neben dem neuen Leiter Benjamin Korte arbeiten vier Mitarbeiterinnen in der Zentrale, ferner einige Honorarkräfte, die in Bereichen wie Altersvorsorge, Immobilienfinanzierung, Energie- oder Versicherungsberatung im Einsatz sind. „Unser Portfolio ist groß und erstreckt sich von Fragen zu Handytarifen, Telefonwerbung, Rentenzahlungen, Energiekostenabrechnungen bis hin zum Umtauschrecht“, sagt Korte. „In unserer Arbeit spiegelt sich die Tatsache, dass die Welt immer komplizierter wird, wider.“

Glaubwürdigkeit von Gütesiegeln

Im vergangenen Jahr gab es mehr als 8800 Anfragen von Ratsuchenden, davon vielen gut 700 in den Bereich der Umweltberatung. „Häufig geht es um Schadstoffbelastung in Räumen, um Zusatzstoffe in Produkten oder ob Gütesiegel oder Labels glaubwürdig sind“, nennt Umweltberaterin Ingrid Klatte Beispiele.

Die kostenfreien oder kostenpflichtigen Beratungsgespräche werden in den Räumen in der Hohenzollernstraße 8 durchgeführt, „nur unsere Energiesparberatung machen wir vor Ort“. Die Spezialberatung werde zum Beispiel von Eigenheimbesitzern vor einer energetischen Renovierung genutzt und koste 60 Euro.

„Die Stadt Hagen unterstützt die in meinen Augen sehr wichtige Einrichtung mit einem jährlichen Zuschuss von 74 000 Euro“, erklärt Oberbürgermeister Erik O. Schulz. 50 Prozent des Betrages, den die Verbraucherzentrale benötigt, werden vom Land NRW gegenfinanziert, der Rest wird durch Beratungshonorare eingespielt.