Thomas Gock und seine besondere Werkstatt

Sattlermeister Thomas Gock in seiner Werkstatt.
Sattlermeister Thomas Gock in seiner Werkstatt.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Thomas Gock ist Sattlermeister, seine Werkstatt befindet sich in Hagen Haspe. Der 54-Jährige führt ganz besondere Aufträge durch.

Haspe.. Es gibt Dinge, die fliegen ihm so zu. Bei diesem Auftrag war das ähnlich. Wenngleich das gute Stück, das derzeit in der Halle von Thomas Gock parkt, nicht auf dem Luftweg zu ihm gekommen ist. Was zumindest theoretisch bei einem Flugzeug ja durchaus möglich gewesen wäre. ­Allerdings fehlt an der Werkstatt des Sattlers an der Hammerstraße die Landebahn.

Es ist ein besonderer Auftrag in einer besonderen Werkstatt für einen besonderen Handwerker, einem der letzten seiner Zunft in der Stadt. Einer, der sich nicht nur um Sitze kümmert, die Reiter auf Pferden tragen, sondern um nahezu alles, was mit Leder oder Stoff zu tun hat und von Hand genäht werden muss. Gock fertigt Leder­taschen, er bespannt Sitz­möbel und er näht Flugzeugverdecke wie für den Nachbau einer Klemm 20 aus den 20er Jahren.

„Wetterbeständig und UV-geschützt“, wie der 54-jährige Handwerker erklärt. „Sobald die Maschine auf dem Boden steht, wird sie künftig durch das Verdeck geschützt.“ Das schmiegt sich passgenau an die Form des Rumpfes des ungewöhnlichen Fliegers, der in Wipperfürth stationiert ist und derzeit in Haspe Modell steht.

Außergewöhnliche Aufträge

Das Flugzeug aber ist nicht das einzige Fortbewegungsmittel, um das sich Sattlermeister Gock kümmert. „Derzeit arbeite ich noch an zwei historischen Lastwagen, für die ich die Innenverkleidung erneuere“, so Gock. Auch Sitzverkleidungen für Motorräder fertigt der Handwerker, dessen Urgroßvater einst Sattlermeister war.

Das Flugzeugverdeck aber ist einer der außergewöhnlichsten Aufträge. Gock, der besondere Handwerker, hat ihn erledigt. Besonders ist vielleicht auch, dass er ganz ­alleine in der ehemaligen Messerschleiferei arbeitet. Was aber auf Dauer nicht so bleiben soll.

„In ein paar Jahren will ich ausbilden“ sagt er. Damit es in Hagen weiter jemanden gibt, der dieses besondere Handwerk beherrscht.“