Tempo-30-Schild umgedreht - Fahrer fühlen sich zu Unrecht geblitzt
16.10.2012 | 18:36 Uhr 2012-10-16T18:36:00+0200
Eckesey. Die fest installierte Radarfalle an der Becheltestraße sorgt für Aufregung im Hagener Ordnungsamt. Der Auslösungmechanismus wurde an das baustellenbedingte Tempo-Limit von 30 km/h angeglichen. Unbekannte hatten die Tempo-30-Schilder Montag widerrechtlich umgedreht. Jetzt fühlen sich viele Pkw-Fahrer zu Unrecht geblitzt.
Die fest installierte Radarfalle an der Becheltestraße sorgt aktuell für Aufregung im Hagener Ordnungsamt. Parallel zu den Instandsetzungsarbeiten an der viel befahrenen Bundesstraße haben die Ordnungshüter den Auslösungsmechanismus der Anlage an das baustellenbedingte Tempo-Limit von 30 km/h angeglichen. Nachdem Unbekannte die Begrenzungsschilder am Montag widerrechtlich umgedreht hatten, fühlen sich viele Autofahrer zu Unrecht geblitzt. Die Stadt will sich kulant zeigen.
Am Montagvormittag begannen die Drähte in der Polizeiwache an der Hoheleye zu glühen. Wütende Autofahrer protestierten dagegen zu Unrecht von der Blitzkiste erwischt worden zu sein.
Von einer Tempo-Begrenzung wollten die meisten nichts gewusst haben. Andere Fahrer bemerkten lediglich umgedrehte Verkehrsschilder. Die Polizei ging der Sache nach, informierte das Ordnungsamt, das für den Betrieb der Anlage verantwortlich zeichnet, und um etwa 14.40 Uhr waren alle drei umgedrehten Schilder wieder gut sichtbar.
Vier Stunden Dauerbelichtung
Dazwischen vergingen mehr als vier Stunden, in denen der Blitzer vor lauter Geschwindigkeitsüberschreitungen quasi auf Dauerbelichtung schaltete. Für die Mitarbeiter des Ordnungsamtes hieß das in den vergangenen zwei Tagen: Jede Menge Anrufe, jede Menge Ärger.
Kein Mitleid: Wer ein ordnungsgemäß aufgestelltes, amtliches Tempo-Schild übersieht, muss die Konsequenzen tragen. Die Schilder stehen niemals aus Jux und Dollerei oder Mutwillen in der Gegend herum. Davon bin ich fest überzeugt. Und sie gelten an 365 Tagen im Jahr, jeweils 24 Stunden.
Basta.
Wer einen Führerschein ordnungsgemäß gemacht hat und am Straßenverkehr motorisiert teilnimmt, verpflichtet sich zur Anerkennung der Straßenverkehrsordnung.
Nochmal basta.
Insofern geht jeder Lichtblitz, der einem Tempo-Sünder entgegengeschleudert wird, völlig in Ordnung. Ob mobil gemessen oder vom festen Standort aus.
Andersrum muss ich mich als Verkehrsteilnehmer darauf verlassen, dass mir die amtlichen Vorgaben, die ich einzuhalten ja durchaus bereit bin, auch jederzeit für mich erkennbar sind. An 365 Tagen im Jahr jeweils 24 Stunden lang. Sprich: Wo kein Schild, da kein Tempolimit, da dann aber auch kein Blitz. Bitte schön.
Martin Krehl
Die Blitzanlage an der Becheltestraße erwies sich seit ihrer Installation als wahre Goldgrube für die Stadt. 178 Fahrer tappen hier durchschnittlich am Tag in die Falle. In den ersten 100 Tagen hatte die Radarfalle bereits 440 000 Euro eingeblitzt. In den vergangen Tagen dürfte die Zahl weitaus höher gewesen sein. Dazu schweigt die Behörde.
Hoffen auf Kulanz
Für die rund vier Stunden, in denen die Schilder am Montag scheinbar nicht sichtbar positioniert waren, lässt Ordnungsamt-Mitarbeiter Hans Sporkert die Kritik gelten: „Wer aber angesichts unserer Nachbesserungen jetzt immer noch geblitzt wird, der fährt ganz einfach zu schnell.“
Es sei legitim die Anlage angesichts der Baumaßnahme an die Geschwindigkeitsbegrenzung anzugleichen. Genauso wie es legitim sei an gleicher Stelle auch mit einem mobilen Blitzer zu arbeiten. „Wir werden allerdings kulant sein“, sagt Sporkert. Soll heißen: Nicht jeder geblitzte Fahrer muss automatisch damit rechnen, auch einen Anhörungsbogen zu erhalten, also eine Ordnungswidrigkeit begangen zu haben.
Der Hagener Anwalt Holm Feyerabend bestätigt auf Anfrage unserer Zeitung, dass die Behörde berechtigt sei, den Blitz-Impuls an das vorübergehende Tempo-Limit (30 km/h) anzugleichen und dass es zudem keine „Gleichbehandlung im Unrecht gebe.“ Nicht jeder Geblitzte in den vergangenen Tagen kann also - ohne Beweise - auf die Kulanz der Ordnungsbehörde hoffen. Holm Feyerabend: „Wichtig ist, wann genau die Schilder umgedreht waren. Außerdem braucht man natürlich Zeugen, um das zu beweisen.“
20:12
Man nehme:
eine Schablone
etwas schwarzen Sprühlack
entweder gute Tarnung oder eine günstige Uhrzeit
Ergebnis: aus Tempo 30 wird Tempo 80.
finis.
17:14
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Die Frage "Warum kann man nur unter bestimmte Artikel einen Kommentar schreiben" wurde mittlerweile zum 2. mal vom Moderator blockiert???Geht´s denn noch?
09:18
Das riecht und schmeckt nicht nur nach Abzocke, das ist Abzocke! Eine gängige Praxis in der Abzock-Metropole Hagen. Bestes Beispiel ist auch der Blitzer auf der B7 Höhe Brandt-Ruine. Da wo Tempo 30 wirklich für niemanden nachvollziehbar und weit und breit kein Gefahrenbereich erkennbar ist, wird im großen Stil bei meist Auswärtigen abkassiert, um sie mit Nachdruck daran zu erinnern, dass man in dieser Stadt nicht willkommen ist!
Das Tempolimit-Hickhack auf der Vogelsanger Str. schreit auch förmlich danach, dass dort in den nächsten Tagen kontrolliert wird, ob auch jeder wieder Schneckentempo fährt, nachdem er sich die letzten Wochen wieder an Tempo 50 gewöhnen musste.
Abzocke?
Hat ein Mitarbeiter der Stadt die Schilder absichtlich umgedreht?
Schwachsinns Kommentar von ihnen!
16:59
In welcher Weise will sich denn die Stadt hier kulant zeigen? Auf Bußgelder, die ihr nicht zustehen, weil sie zu Unrecht geblitzt hat, verzichten? Wenn dort 50 KM/H erlaubt sind, aber alle über 30 KM/H geblitzt wurden, dann muss sich die Stadt nicht kulant zeigen... Wenn sie versuchen würde, Bußgeldbescheide zu verschicken, obwohl niemand zu schnell gefahren ist, wäre das Betrug!
16:38
Was sollte die Stadt Hagen daraus lernen? Man lässt den Blitzer immer mit der Geschwindigkeit Blitzen, wozu er aufgestellt wurde und nicht mal hü mal hot, nur weil da mal eben ne Baustelle hinkommt.
15:17
Bei solchen Situationen muss man die Frage aufwerfen: Wer ist der Staat? Sind nicht wir alle der Staat? Und wenn an einer bestimmten Stelle überdeutlich viele Autofahrer mehr fahren, als erlaubt ist, dann besteht hier ja offensichtlich ein Bedarf. Es handelt sich ja hier nicht um kriminelle Banden, die mutwillig gegen Gesetze verstoßen, sondern um ganz normale Bürger, für die aus z.B. baulichen Gründen nicht nachvollziehbar ist, wieso das Tempolimit eingeführt wurde. Also kann es doch nicht sein, dass die "Obrigkeit" Tempolimits aufstellt, für die es zum einen keinen nachvollziehbaren Grund gibt, oder für deren Umgehung nicht gesorgt wurde. Es besteht in diesen Fällen von vielen Autofahrern der Bedarf, mit einem höheren Tempo von A nach B zu kommen. Sollten z.B. Schulwege, Altenheime o.ä. dagegen sprechen, muss man den Autofahrern eine Alternative bieten. Und die kann nicht einfach das Aufstellen von Schildern und Radarfallen sein. Das Volk sind wir alle, auch die Autofahrer.
genau, das volk sind alle, AUCH die autofahrer. ihr text liest sich aber so als ob das volk nur aus autofahren bestünde. dies ist aber rnicht der fall; im gegenteil, die anzahl der aktiven autofahrer dürfte deutlich unter 50% der bevölkerung liegen. (sonst ging ja gar nichts mehr rund auf den strassen).
ne alterntaive möchten sie (alle autofahrer) haben? fahren sie bus oder bahn. oder fahrrad. oder in fahrgemeinschaften. oder geht mal zu fuss. und btw: wenn das autofahren euch zu teuer wird dann schafft nicht eurer auto, sondern eure wohnung ab und wohnt in eurem auto. da spart ihr jede menge wege, dann wird da s fahren auch wieder viel billiger. :-)
13:43
Rechtlich ist alles in Ordnung.
Wenn aber in einer Baustelle nicht gearbeitet wird, sieht die Sache bei 30km/h Schildern etwas anders aus. Wie oft findet man an Strassen noch nicht abgeräumte Schilder.Keine Baustelle zu sehen. Solche Schilder geben keinen Sinn.
Es gibt Rechtssprechung geht davon aus , dass diese Schilder für den Autofahrer logisch sein müssen.
Wenn die Verwaltung von Rollslitt spricht, so ist dieses eine Bemerkung von den selbst ernannten Fachleuten der Stadtverwaltung. Wer wird denn durch Rollsplitt gefährtet?
Die Stadt Hagen oder der Autofahrer selbst ? Sollte man daraus schliessen, dass die Stadt Hagen allgemein bei Rollslittschäden in Haftung geht? Sicher nicht.
Ob rechtlich die Sache in Ordnung ist, mag sein.
Die Wut der Menschen auf die Rechtsdiktatur in diesem System, wird immer grösser. Hier wird sich das Volk sicher noch wehren.
Durch solche Aktionen der öffentlichen Hand, wird dieser Staat aufs Höchste gefährdet.
13:33
vielen Dank für Ihre Anfrage an die Juristische Zentrale.
Eine gesetzliche Bestimmung, dass in Baustellen generell eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h gilt, existiert nicht. Sofern keine Geschwindigkeit durch Zeichen 274 (zulässige Höchstgeschwindigkeit) angeordnet ist, gilt daher grundsätzlich die übliche Höchstgeschwindigkeit. Das heißt, innerorts gilt 50 km/h, außerorts 100 km/h. In den meisten Fällen wird jedoch die zulässige Höchstgeschwindigkeit begrenzt. In der von Ihnen geschilderten Situation gilt daher eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h in der Baustelle.
Daneben ist die Geschwindigkeit stets gem. § 3 Abs.1 S.2 StVO den örtlich Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen sowie seinen persönlichen Fähigkeiten und den Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung anzupassen.
Wir hoffen, Ihnen mit diesen Informationen behilflich gewesen zu sein.
Ach, hat da einer Ihren BMW bedrängelt?
13:21
Bin gestern gegen 20:00 Uhr auch in Richtung HBF unterwegs gewesen. Die Schilder standen und ich bin meine 30 km/h gefahren. Natürlich hatte ich einen BMW-Drängler hinter mir, also bin ich auf die rechte Spur ausgewichen... hab ich mich gefreut als es geblitzt hat :)
Tja, so sind die Hagener, außer Schadenfreude haben die nix.
Ich würde mir an Ihrer Stelle ein Klappstuhl an die Blitze stellen und mich den ganzen Tag freuen.
11:52
Ich bin Montagabend gegen 21h30 durch die Baustelle gefahren. Während dieser kurzen Strecke wurden 3 PKW geblitzt. Auf meinem Rückweg weitere 2. Sehr amüsant, wie wenig auf Geschwindigkeit geachtet wird. Ich habe kein Mitleid!