Taxifahrer soll für drei Jahre ins Gefängnis

Der Taxifahrer wurde vom Schöffengericht wegen schwerer sexueller Nötigung verurteilt.
Der Taxifahrer wurde vom Schöffengericht wegen schwerer sexueller Nötigung verurteilt.
Foto: Kurt Michelis
Was wir bereits wissen
Eine Frau (39) aus dem Hagener Süden wollte nach Hause gebracht werden, doch sie wurde im Taxi sexuell missbraucht. Der Fahrer (54) soll für drei Jahre ins Gefängnis.

Hagen.. „Warum ruft man sich ein Taxi?“, fragte Staatsanwältin Claudia Kersebaum und lieferte gleich die Antwort: „Man will in der Nacht sicher nach Hause kommen.“ Das wollte auch eine Frau (39) aus dem Hagener Süden – doch sie wurde im Taxi sexuell missbraucht. Der Fahrer (54) soll nun für drei Jahre ins Gefängnis.

Unglaublich dieser Fall, der sich Pfingsten 2014 ereignete. Die Frau hatte mit einer Freundin das traditionelle Handball-Turnier in der Selbecke besucht, fröhlich gefeiert, getanzt und einige Radler getrunken. Kurz nach ein Uhr morgens rief sie ein Taxi, das sie ins Volmetal bringen sollte. Es wurde eine üble Fahrt.

Staatsanwältin spricht von Vergewaltigung

Die Frau hatte auf dem Beifahrersitz Platz genommen, war auf dem 15-minütigen Weg leicht eingenickt, als sie plötzlich die tastende Hand des Taxifahrers auf ihrem Oberschenkel spürte. Sie schob die Hand weg und machte deutlich, nicht belästigt werden zu wollen.

Doch der Mann hinterm Steuer blieb hartnäckig. Immer wieder fasste er ihr ans Bein, ergriff ihre Hand. „Das war alles äußerst unangenehm“, erinnerte sich die Frau gestern als Zeugin. Sie biss ihm in den Finger. „Ich dachte nur noch: Hoffentlich bin ich bald zu Hause.“

Doch vor der Haustür angekommen, gingen die Übergriffe weiter: Dem weiblichen Fahrgast wurde ins lange Haar gegriffen, der Taxifahrer zerrte den Kopf der Frau mit Gewalt auf seinen Schoß, fasste ihr in den Intimbereich, was auch durch DNA-Spuren nachgewiesen werden konnte. Für Staatsanwältin Kersebaum war es eindeutig „eine Vergewaltigung“.

"Verhalten wird nicht geduldet"

Der Angeklagte, seit 29 Jahren verheiratet, Vater von drei Kindern, bestritt die Vorwürfe: „Ich bin Fahrer und habe nur meine Pflicht getan.“ Gegenüber der Polizei hatte er zunächst behauptet, in dem südlichen Stadtteil überhaupt nicht gewesen zu sein. Auch habe er in dieser Nacht keinen weiblichen Fahrgast gehabt. Doch ein anderer Taxifahrer hatte das ohne Licht am Tatort vor dem Haus der Geschädigten stehende Auto gesehen. Und: In der City-Car-Zentrale war bekannt, dass der Angeklagte zu einer bestimmten Gaststätte in Boele nicht mehr fahren durfte, weil er bereits im Januar 2014 eine Angestellte von dort in seinem Taxi mitgenommen und unterwegs sexuell bedrängt haben soll.

Das Schöffengericht erkannte lediglich auf sexuelle Nötigung im besonders schweren Fall. „Drei Jahre Gefängnis“, so Richter Albrecht Bogumil zum Verurteilten, „eine Strafe, die Ihnen deutlich macht, dass solch ein Verhalten nicht geduldet wird.“