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Täter hatte stets flotte Sprüche parat

16.07.2007 | 13:38 Uhr

Hagen. (sam) Stumpf: Drei Mal soll ein 37-jähriger Hagener den gleichen Supermarkt an der Selbecker Straße überfallen, erst beim vierten Raub den Tatort gewechselt haben. Seit gestern steht er vor dem Landgericht, bestreitet und schweigt ansonsten. Dabei

Drei Mal hatte der Täter in dem Lebensmittel-Discounter an der Selbecker Straße zugeschlagen, in einem Fall in einem Supermarkt an der Fröbelstraße - und das alles zwischen August 2005 und Juni 2006. Gesamtbeute: knapp 4000 E. Immer war er vermummt und bewaffnet erschienen, hatte seine Opfer in Angst und Schrecken versetzt.

Doch, seine Sprüche hatte dem Ganzen die Krone aufgesetzt. So hatte er mal lässig verkündet: "Tschüss, bis morgen." Bei anderer Gelegenheit hatte er erklärt, dass er sich sein Weihnachtsgeld abholen wolle. Fast noch zynischer sein letzter Kommentar: "Schön, wenn der Klingelbeutel klingelt."

Dieser, für seine Opfer sicherlich überhaupt nicht lustig wirkende Täter, den sie als kräftigen, etwa 1,80 Meter großen Mann mit blonden, schulterlangen, ungepflegten Haaren beschreiben, soll der Hagener gewesen sein. Doch, aufgrund der Vermummung des Täters konnten ihn die Zeugen nicht identifizieren.

Wohl jedoch beschrieben sie die Furcht, die der Täter verursacht hatte. Eine 24-jährige Mitarbeiterin des Supermarktes an der Selbecker Straße erinnerte sich, dass der Angreifer ihr eine Waffe an den Kopf gehalten und Geld gefordert habe. Aus Angst habe sie es ihm gegeben. Auf die Frage, wie sie den Überfall verkraftet habe, antwortete sie ehrlich: "Die ersten Tage habe ich schon damit gekämpft. Drei Tage bin ich nicht arbeiten gegangen, dann aber wieder."

Und auch bei der wohl ältesten Zeugin, einer Kundin, hinterließ der Täter einen bleibenden Eindruck, auch wenn die 86-Jährige zunächst gedacht hatte: "Der spinnt doch." Dann habe sie aber doch in einem unbeobachteten Moment ihr Portemonnaie eingepackt. "Das wollte ich ihm nicht geben." Ihre Tochter, die hinter ihr in der Schlange an der Kasse gestanden hatte, gab zu: "Ich hatte auch Angst, aber ich habe das Ganze gut überstanden."

Der Hagener selbst wollte sich gestern nicht zu den Vorwürfen äußern, ließ jedoch über seinen Verteidiger verlauten, dass er die Taten bestreite. Ansonsten saß er beachtlich gelassen auf der Anklagebank, oft mit einem amüsiert wirkenden Lächeln. Möglich aber auch, dass ihm dieses fröhliche Lächeln im Laufe des Verfahrens doch noch vergehen könnte. Morgen wird sein Prozess fortgesetzt.

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