Swap-Prozess in Würzburg gestartet
12.02.2008 | 19:55 Uhr 2008-02-12T19:55:00+0100Würzburg/Hagen. 2,6 Millionen Schadenersatz fordern die Würzburger Versorgungs- und Verkehrsbetriebe (WVV) von der Deutschen Bank. Sie werfen dem Geldinstitut „Aufklärungsverschulden” vor. Der Fall wird vor dem Würzburger Landgericht verhandelt.
In gleicher Sache klagt inzwischen auch die Stadt Hagen.
Am ersten Tag der Beweisaufnahme sagte am Dienstag ein Mitarbeiter der WVV in Würzburg aus, dass dem Konzern das Risiko bestimmter Zinsgeschäfte mit der Deutschen Bank vor Vertragsabschluss bewusst gewesen sei. Auch habe die WVV gewusst, dass sie ein theoretisch unbegrenztes Risiko eingehe.
Genau wie in Hagen seien die Geschäfte zunächst gut gelaufen. So gut, dass die Deutsche Bank nicht genügend daran verdiente, von ihrem einseitigen Kündigungsrecht Gebrauch machte und der WVV eine andere Swap-Variante, so genannte CMS Spread-Ladder-Swaps anbot. Hierbei wurde darauf gesetzt, dass die langfristigen Zinsen stärker steigen als die kurzfristigen. Inzwischen hat die WVV ein Gutachten in Auftrag gegeben. Der Sachverständige kommt darin zu dem Ergebnis, dass die Swap-Geschäfte in die höchste Risikoklasse 5 eingeordnet werden können. Nach Ansicht der Deutschen Bank wurde die WVV ausreichend über das Risiko aufgeklärt. Die Hagener und Würzburger sind nicht die einzigen, die sich am Zinsmarkt verzockt haben und nun gegen die Deutsche Bank klagen. Die „Heidewasser” erlitt vor wenigen Wochen eine Schlappe vor dem Landgericht Magdeburg. Dies wies die Klage ab. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
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