SV Hohenlimburg holt Flüchtlinge zum Sport

Was wir bereits wissen
Der SV Hohenlimburg 1910 will Asylbewerbern helfen. Eine Gruppe aus der Unterbringungsstätte im Frankenweg war nun zu Besuch beim Heimspiel des SVH.

Hohenlimburg..  „Man darf nicht nur von Willkommenskultur sprechen, man muss auch etwas tun“, betont Norbert Ullrich aus dem Vorstand des SV Hohenlimburg. „Ich bin politisch aktiv und war auch schon bei einigen Sitzen der Stadt. Ich habe erfahren, dass wir hier in Hohenlimburg seit November 60 Flüchtlinge in einem Heim im Frankenweg haben, der größten dauerhaften Unterbringungsstätte hier. Denen muss man helfen“, fordert Ullrich.

Beim SV Hohenlimburg machte ihn ein Spieler aus der 3. Mannschaft auf die Sachlage aufmerksam. Kurzerhand nahm Ullrich kontakt auf und lud die Asylbewerber zu einem Heimspiel der 1. Mannschaft ein. „Wir haben die zum Kaffee und Kuchen eingeladen und im Anschluss zum Grillen“, so der Fußball-Funktionär. Eine Gruppe von zwölf Flüchtlingen aus Guinea, Somalia und Nigeria zeigte sich aufgeschlossen und interessiert.

Sprung in die 3. Mannschaft

Doch damit nicht genug. Der Verein will es nicht bei der bloßen Einladung belassen, die übrigens auch für die weiteren Heimspielsonntage gilt. „Wir wollen den Menschen wirklich helfen. Ein Flüchtling aus Somalia und einer aus Guinea zeigten sich so interessiert am Fußball, dass sie kurzerhand mittrainiert haben.“ Der 19-jährige Guineer Emmanuel Bachir Diallo schaffte sogar den Sprung in die 3.Mannschaft und ist dort keineswegs nur Ergänzungsspieler. „Diallo ist Stammspieler und erzielte am Wochenende sogar sein erstes Tor“, berichtet Ullrich. Bei dem zweiten Interessenten aus Somalia, der ebenfalls erst Anfang 20 ist, gestaltet sich die Sache dagegen schwieriger. Während bei Diallo, der in Guinea keinem organisierten Verein angehörte, die Spielberechtigung vom DFB innerhalb von zwei Wochen vorlag, gibt es im anderen Fall Probleme mit dem Verband aus Somalia. „Aber wir bleiben dran“, betonte das Vorstandsmitglied.

Verständigung ist kein Problem

„Natürlich sehen wir für uns selber großes Potenzial in der Sache. Immerhin ist Diallo ein solider B-Liga-Spieler. Ein echter Straßenfußballer, der in Guinea auf Bolzplätzen gespielt hat. Aber wir beschränken die Hilfe für die Asylbewerber nicht nur auf unsere Fußballsenioren. Integration funktioniert am besten über Sport oder Kultur. Einer der Flüchtlinge möchte gerne Basketball spielen. Dem wird geholfen. In der kommenden Woche haben wir dazu einen Termin beim TV Hohenlimburg. Eine andere Asylbewerberin möchte gerne in einem Gospelchor singen. Auch ihr werden wir helfen“, stellt Ullrich klar.

Die beiden Fußballer sind jetzt schon voll im Team integriert, und das bezieht sich nicht nur auf den Sport. Auch bei außersportlichen Aktionen werden die beiden einbezogen. Die Verständigung ist übrigens kein Problem. Alle Flüchtlinge aus den Afrikanischen Ländern sprechen fließend Englisch oder Französisch.