„Suchen händeringend Wohnraum“

Hohenlimburg..  Es war ein Abend, wie ihn sich Oberbürgermeister Erik O. Schulz sicherlich gewünscht hatte. Mit sachlicher Kritik, mit Anregungen und mit Hilfsangeboten und auch mit eindeutigen Sympathiebekundungen für die Flüchtlinge

Nach der hitzigen und teilweise emotional überkochenden Diskussion in der vergangene Woche im Restaurant Adler ging es gestern bis kurz vor 22 Uhr angenehm sachlich zu. Dazu trug die Verwaltung um Erik O. Schulz maßgeblich bei. Alle Mitarbeiter standen im Stoff und argumentierten fundiert. Und Moderatorin Beate Hauck verstand es darüber hinaus, auf die Bürger einzugehen, sie zu ermutigen Fragen zu stellen, aber gleichzeitig sachlich zu bleiben. „Wir werden erst gehen, wenn die letzte Frage gestellt und die allerletzte Antwort gegeben ist. Wir haben viel Zeit.“

Es waren die eindeutigen Argumente, die überzeugten. Dabei hatte der Oberbürgermeister zunächst deutlich gemacht, dass die Verwaltung bei der Informationsveranstaltung im „Adler“ nicht schlitzohrig gehandelt habe und falsche Aussagen gemacht hätte.

Er beschrieb noch einmal, wie der Regierungspräsident zum Ende der vergangenen Woche Druck auf die Stadt Hagen ausgeübt habe. Schulz: „Wir aber wollten eigenständig entscheiden.“ Deshalb lobte er noch einmal all jene Verwaltungsmitarbeiter, die bis zum späten Donnerstagabend mit konstruktiver Arbeit dazu beigetragen hätten. Er lobt auch die ehrenamtlichen Kräfte von DRK, THW und Feuerwehr und machte deutlich, dass die Verwaltung allein das hätte leisten können. Und an die Hohenlimburger gerichtet versicherte er, dass er um eine gerechte Verteilung in der Stadt bemüht sei.

Das belegte Klaus Gierke anhand einer Folie, die die aktuelle Zahl der Plätze in Übergangswohnheimen und Übergangswohnungen dokumentierte. Konkret: Eilpe / Dahl 92 Plätze, Haspe 90, Hohenlimburg 44, Hagen-Mitte 380 und Hagen-Nord 190.

Dass das in Zukunft anders aussehen könne, verhehlte Gierke nicht. Denn die Stadt Hagen hält an den Plänen fest, die Unternahmer Straße (40 - 50), die Wilhelmstraße (40 - 50), den Schlossblick (36) und mittelfristig auch die Regenbogenschule (120) mit jenen Flüchtlingen zu belegen, die in Hagen bleiben werden.

Denn die aktuell 216 Flüchtlinge in der Regenbogenschule fallen in die Kategorie Notunterkunft des Landes, die vom Regierungspräsident betrieben wird.

Ortstermin am Trappenweg

In der anschließenden Diskussion sprach Dr. Axel Zwick nach der Berichterstattung in dieser Zeitung konkret den Trappenweg als mögliche Flüchtlingsunterkunft an. Reinhard Goldbach versicherte, bereits gestern mit der AWo Westliches Westfalen gesprochen und einen Ortstermin vereinbart zu haben. Er warnte aus Brandschutzgründen davor, am Trappenweg kurzfristig eine Lösung anbieten zu können.

Flüchtlinge gleichmäßig verteilen

Eine gleichmäßige Verteilung der Flüchtlinge im Stadtgebiet mahnte Birgit Dreher-Sudhoff an. „Die Nahmer stößt mit möglichen 360 Flüchtlingen an ihre Grenzen. Der Trappenweg ist aber auch kein Alternativstandort in Hohenlimburg.“

Das war ein Stichwort für Klaus Gierke: „Wir suchen händeringend nach geeigneten Objekten. Gegenwärtig gibt es keine Alternative zur Regenbogenschule. Die Konzen-tration in der Nahmer ist nicht wünschenswert.“

Deshalb appellierte Beate Hauck, dass sich all jene melden mögen, die Wohnraum anbieten oder vermitteln können.

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