Suche nach Jobcenter-Chef für Hagen wird zur Machtprobe

Marcus Weichert ist neuer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Hagen. Er kritisiert den Kommunikationsstil des Oberbürgermeisters Erik O. Schulz.
Marcus Weichert ist neuer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Hagen. Er kritisiert den Kommunikationsstil des Oberbürgermeisters Erik O. Schulz.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Längst scheint nicht mehr um den Kern der Sache zu gehen. Nämlich darum, einen neuen Geschäftsführer des Hagener Jobcenters zu finden. Verwaltung und Agentur für Arbeit beharren auf ihrer Position.

Hagen.. Marcus Weichert ist verwundert. „Es entspricht nicht meinem Wesen, aus persönlichen Briefen und vertraulichen Gesprächen öffentlich zu zitieren. Wer vertrauensvolle Arbeit wünscht, der sollte sich auch so verhalten“, sagt der neue Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Hagen. Ein deutliches Signal in die Richtung von Oberbürgermeister Erik O. Schulz.

Am Dienstag hatte Schulz erklärt, dass die bislang einzige Bewerberin für die Geschäftsführung des Jobcenters – die bisherige Datenschutzbeauftragte Christina Borrmann – ihre Bewerbung zurückgezogen habe. Schulz sagte, dass Borrmann ihren Rückzug mit dem Verhalten von Marcus Weichert begründe, der gegenüber der Stadt schriftlich die Ablehnung Borrmanns geäußert hätte und das durch die bundesweite Ausschreibung der Geschäftsführerposition noch „gekrönt“ habe.

Unsägliches Machtgeplänkel Borrmann war in einem zunächst intransparenten und durch öffentlichen Druck später doch noch öffentlich gemachten Auswahlverfahren der Verwaltung als einzige Bewerberin hervorgegangen. Die Stelle war vakant geworden, weil aus Sicht der Verwaltung das Vertrauensverhältnis zwischen Jobcenter-Geschäftsführerin Eva-Maria Kaus-Köster und der Stadtspitze zerstört war.

Kandidaten in der Hinterhand

„Unser Interesse ist es nach wie vor, einen für die Stelle geeigneten Kandidaten zu finden. Ich habe am 11. Mai ein Gespräch mit der kommunalen Bewerberin, Frau Borrmann, geführt und es verlief nicht erfolgreich. Nachdem die Bundesagentur für Arbeit die Stelle ausgeschrieben hat, habe ich OB Schulz vorgeschlagen, uns am Ende der Frist, die am 8. Juni endet, zusammen zu setzen und zu schauen, wer sich bei uns beworben hat“, sagt Marcus Weichert.

Allerdings soll die Düsseldorfer Regionaldirektion der Arbeitsagentur der Hagener Stadtspitze nach Informationen unserer Zeitung avisiert haben, dass man bereits einen Kandidaten in der Hinterhand habe. Hagens Agentur-Chef Weichert soll zudem dem OB eine Präsentation des Kandidaten am Abend des 8. Juni vorgeschlagen haben. Allerdings endet die Bewerbungsfrist erst an jenem Tag. Und zwar um 17.30 Uhr.

Die Stadt erklärt, das Vorschlagsrecht bei der Besetzung der Geschäftsführung des Jobcenters zu haben. Die Agentur für Arbeit hingegen meint, dass das nicht bedeute, dass die Stadt auch das Besetzungsrecht habe. Am Ende entscheidet die Trägerversammlung.