Tierheim
Sturmangriff auf Diegel
03.02.2010 | 11:30 Uhr 2010-02-03T11:30:00+0100
Hagen. Im Streit um das Hagener Tierheim wird die Diskussion immer hitziger.
Im Streit um das Hagener Tierheim geraten die Belange des Tierschutzes in den Hintergrund. Stattdessen wird die Diskussion zunehmend von politischen, juristischen und persönlichen Auseinandersetzungen überlagert.
Die SPD blies gestern zum Sturmangriff auf Regierungspräsident Helmut Diegel (CDU), der den Bau des neuen Tierheimes, im Dezember vom Rat beschlossen, torpedierte, indem er die dafür notwendigen Finanzmittel zurückzog. Sekundiert wurden die Sozialdemokraten dabei von Hagens Umweltamtsleiter Dr. Ralf Braun, der mit am Tisch in der Parteizentrale saß. Braun hatte eine Liste mitgebracht, die insgesamt 69 Mängel in dem maroden Tierheim an der Natorpstraße aufführte - angefangen bei durchgefaulten Balken über schimmelige Zimmerecken bis hin zu fehlenden Bademöglichkeiten für erkrankte Vierbeiner.
Neubaupläne
Dass Diegel die so sicher geglaubten Neubaupläne an der Hasselstraße in letzter Sekunde durchkreuzte, hat für den Landtagsabgeordneten Wolfgang Jörg persönliche Motive: „Es liegt wohl daran, dass Diegel in Hagen nie eine Wahl gewonnen hat. Ihn treibt destruktiver Ehrgeiz.” Diegels Vorgehen sei dem Amt eines Regierungspräsidenten nicht würdig und ausschließlich parteipolitisch begründet: „Hagen ist ohnehin die Zielscheibe dieser Landesregierung”, so Jörg. Erst seien Behörden aus der Stadt abgezogen worden, jetzt solle mit aller Macht das neue Tierheim verhindert werden.
Gemeinsam mit seiner Kollegin Svenja Schulze, Sprecherin der SPD-Fraktion für Umwelt und Naturschutz, will Jörg das Verhalten Diegels im Düsseldorfer Landtag zur Sprache bringen. Nach den Karnevalstagen sollen Innenminister Wolf und Umweltminister Uhlenberg im Rahmen einer kleinen Anfrage zum Gebaren des Regierungspräsidenten Stellung nehmen.
Verfechterin
Bürgermeisterin Brigitte Kramps, engagierte Verfechterin für den Neubau eines Tierheims, nannte Diegels Verhalten „überlegt und hinterhältig”. Der RP habe in Hagen riesigen Schaden angerichtet: „Er hat das Tierheim mit voller Wucht gegen die Wand gefahren. Was er unserer Stadt antut, ist das Allerletzte.”
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