Strom kostet Stadt Hagen 3 Millionen Euro

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Hagen.. Stromkunden müssen ab 2011 mit Preiserhöhungen rechnen. Die Ökostromabgabe steigt um 70 Prozent von 2,05 auf 3,5 Cent pro Kilowattstunde. Privathaushalte und die meisten Unternehmen müssen mehr zahlen. Die Stadt Hagen einen sechsstelligen Betrag.

Für einen Vier-Personen-Haushalt, der zwischen 4000 und 5000 Kilowattstunden Strom verbraucht, bedeutet das von 2011 an jährliche Mehrkosten von etwa 60 bis 70 Euro.

„Wir werden im kommenden Jahr die Erhöhung der Umlage an unsere Kunden weitergeben müssen“, sagt Uwe Reuter, Sprecher der Enervie-Gruppe. Das gelte für Privatkunden als auch für die Stadt Hagen als Großabnehmer. Der Spielraum für das Unternehmen bei der Preisgestaltung sei begrenzt. „70 bis 80 Prozent der Kosten auf der Stromrechnung sind für uns nicht beeinflussbar.“ Dazu zähle auch die Ökoumlage: Betreiber von Photovoltaikanlagen oder Windparks bekommen Vergütungen, die über dem Marktpreis liegen. Die Differenz zahlen alle Stromkunden über eine Umlage. Sie steigt unter anderen, wenn mehr Ökostrom produziert wird. Die Umlage war im Jahr 2000 im Erneuerbare-Energien-Gesetz festgelegt worden, um den Ausbau der Erneuerbaren Energien anzuschieben.

Die Stadt Hagen, die insgesamt rund 450 Liegenschaften unterhält, rechnet ab dem kommenden Jahr mit erheblichen Mehrkosten. Mit ihren öffentlichen Gebäuden vom Kindergarten bis zum Rathaus verbrauchte die Stadt Hagen 2009 insgesamt 15,6 Gigawattstunden Strom, wodurch Kosten in Höhe von 2,8 Millionen Euro entstanden sind. „Der Energiebedarf wird auch in den kommenden Jahren in dieser Größenordnung bleiben“, sagt Stadtsprecher Karsten Thilo Raab. Die Gebäudewirtschaft habe errechnet, dass durch die Erhöhung der Ökostromabgabe jedes Jahr Mehrkosten in Höhe von 230 000 Euro auf den städtischen Haushalt zukommen.