Streifenwagen auf der Bunkerebene

Der Bunker unter dem Parkhaus an der Bahnhofstraße dient künftig als Tiefgarage für die Einsatzfahrzeuge.
Der Bunker unter dem Parkhaus an der Bahnhofstraße dient künftig als Tiefgarage für die Einsatzfahrzeuge.
Foto: Alex Talash
Was wir bereits wissen
Zum Jahreswechsel möchte die Hagener Polizei ihre neue Innenstadt-Wache an der Bahnhofstraße beziehen. Die Arbeiten liegen voll im Zeitplan.

Hagen-Mitte.. Der markante Benzingeruch ist längst verflogen. Der Blick durch das Erdgeschoss des Aral-Parkhauses an der Ecke Bahnhof-/Hindenburgstraße lässt kaum mehr erahnen, dass hier vor wenigen Monaten noch die Aral-Kunden ihre Fahrzeuge betanken konnten. Längst haben die Bauschaffenden die Hinterlassenschaften des Kraftstoff-Riesen entkernt und damit etwa 1000 Quad­­­­ratmeter Platz geschaffen für die künftigen Nutzer: Zum Jahreswechsel 2015/16 möchte die Hagener Polizei hier mit ihrer neuen Innenstadtwache Fuß fassen. „Das hat nicht nur positive Effekte für die Polizei, sondern auch für das gesamte Quartier“, unterstreicht Polizeipräsident Wolfgang Sprogies.

Sicherheit am Eingang

Erste Strukturen der neuen Wache lassen sich bereits erkennen. Wo einst der kultige Hähnchenmann seine Kunden aus seiner rollenden Kulinarikstation ­heraus versorgte, entsteht die Eingangsschleuse. Vom gemauerten Tresen der Wache aus wird hier künftig der Einlass kontrolliert. Größter Vorteil im Vergleich zur Prentzelstraße: der ebenerdige, behindertengerechte Zugang. Entlang der Hindenburgstraße reihen sich die unterschiedlichen Büros der Polizeibeamten aneinander. Die Öffnungen im Mauerwerk sind momentan noch vernagelt. Hier wird künftig Sicherheitsglas vor unliebsamen Überraschungen schützen.

Die räumliche Aufteilung der Wache haben die federführenden Architekten ­Stefan Gerigk und Tobias Junge in enger Zusammenarbeit mit den Beamten der Wache Mitte entwickelt: „Das war bei diesem komplexen Thema eine tolle Teamarbeit.“ Die einzelnen Raumgrößen, die Breite der Flure, die flexiblen Wände des Besprechungsraumes und natürlich alle relevanten Sicherheitsfragen – ­alles Planungsdetails, die gemeinschaftlich entwickelt wurden.

Voll belegt wird von der Polizei auch das Untergeschoss des Parkhauses, das inzwischen im Besitz der Investoren Hans-Joachim und Tobias Wabbel ist. Bis 2006 diente die Unterwelt des Komplexes, die von einer zwei Meter dicken Stahlbetondecke gedeckelt wird, als Atomschutzbunker für bis zu 1500 Menschen. Die tonnenschweren Stahltore bleiben aus praktischen Gründen, aber auch als Reminiszenz an die Vergangenheit des Kalten Krieges bestehen. Dahinter entstehen neun Stellplätze für Einsatzfahrzeuge und Motorräder. Zu erreichen ist die Tiefgarage über eine Rampe, die direkt auf die Bahnhofstraße mündet. Dort entstehen auch noch Stellplätze für drei Polizei-Bullis, die aufgrund ihrer Antennen-Aufbauten nicht mehr ins Untergeschoss passen. Ihre Privat-Pkw können die Beamten wiederum in den Obergeschossen des Parkhauses abstellen. Außerdem bietet die einstige Bunker-Etage ausreichend Platz für die Umkleide- und Sozialräume der etwa 100 Polizisten sowie deren Spinde.

Spezialwerkzeug geordert

Als besondere Herausforderung stellte sich im Rahmen der Arbeiten die Öffnung der Wände heraus. So musste beispielsweise eine Türhöhe um 15 Zentimeter erweitert werden. Was bei jeder privaten Umbaumaßnahme wie eine Kleinigkeit klingt, entpuppte sich angesichts einer Bunkerwand-Dicke von 1,25 Meter als ein Tagesjob. „Dafür musste die Säge einer Spezialfirma herbeigeschafft werden, die ansonsten Autobahnbrücken demontiert“, erzählt Stefan Gerigk.

„Mit den Innenarbeiten liegen wir voll im Zeitplan“, versichert wiederum Tobias Junge. Sämtliche Details seien zwischen den Gebäudetechnikern und den Experten für Polizeitechnik bereits abgestimmt und die Gewerke vergeben. Abschließend wird auch der Bürgersteig entlang der Bahnhofstraße sein Gesicht verändern. Zwischen den Grünbeeten muss Platz geschaffen werden für die Tiefgaragen-Ausfahrt sowie Stellplatzplatzflächen für fünf weitere Streifenwagen.