Stimmen und Instrumente schaffen große Bilder

Letmathe..  Höhlen sind ganz besondere Orte der Stille, fernab von den Geräuschen des Alltags. Diese einzigartige Akustik nutzte die Gruppe „Sedaa“ am Samstagabend, um ihren außergewöhnlichen Klängen mit der Dechenhöhle eine würdige Umgebung zu bieten. Der Begriff „Sedaa“ stammt aus dem Persischen und bedeutet „Stimme“. „Davon werden Sie heute viel zu hören bekommen“, versprach der iranische Multiinstrumentalist Omid Bahadori. Gemeinsam mit den Mongolen Nasaa Nasanjargal und Naraa Naranbaatar verbindet er traditionelle mongolische und orientalische Klänge. Dabei bedienen sich die Musiker uralter Gesangstechniken, wie Unterton- oder Kehlgesang.

Entführung in andere Welt

Auf den ersten Ton wirkt der Gesang ungewohnt, in der abgestimmten Mischung mit den besonderen Instrumenten aber entführt „Sedaa“ die Zuhörer in eine ganz andere Welt, zum Beispiel auf einen „Oriental Bazar“ oder mitten in eine tragische Liebesgeschichte. Wer die Augen schloss, der konnte sich hineindenken in die einzelnen Szenerien und vergaß für einen kurzen Moment die Gartenstühle und die heraufkriechende Kälte. Zwischendurch aber sollte man dann doch hingesehen haben, um das I-Tüpfelchen des besonderen Ambientes nicht zu verpassen: Die nagelneue LED-Beleuchtung in der Höhle sorgte für ein tolles Bühnenbild.

Auch instrumental gab es einiges zu bestaunen. Neben dem Trommelspiel, das den pulsierenden Rhythmus vorgab, und der allseits bekannten Gitarre, war vor allem der melancholische Klang der „Pferdekopfgeige“ etwas Besonderes. Auch die mongolische Oboe dürften noch nicht allzu viele Zuhörer vorher gekannt haben. Die hohe Luftfeuchtigkeit in der Höhle sorgte zwar dafür, dass die Musiker häufiger „Hand anlegen“ mussten, um ihre Instrumente zu stimmen, das nahmen sie aber mit Humor. Der Spaß an ihren einzigartigen Klängen und das perfekte Zusammenspiel ließ den Funken auf das Publikum überspringen, kein Wunder, spielt „Sedaa“ doch bereits seit sechs Jahren in derselben Formation.