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Steuerausfall trifft Kirchen

22.07.2009 | 17:07 Uhr

Mit 519 Mio. Euro Einnahmen hat - wir berichteten - das Finanzamt Hagen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres noch einmal ein Rekordergebnis verbucht. Das waren noch einmal sieben Millionen Euro mehr als im schon sehr guten Jahr 2008.

An der Rekordsumme waren aber längst nicht mehr alle Steuerarten beteiligt.

Finanzamtschef Wilhelm Brandt hatte schon bei der Vorlage der Halbjahresbilanz darauf hingewiesen, dass das gute Ergebnis vor allem auf den erheblichen Zuwachs bei der Umsatzsteuer zurückzuführen sei. Der betrug 13,64 Prozent gegenüber dem selben Zeitraum des Vorjahres. In Zahlen: Aus dieser Steuer flossen 236,5 Millionen Euro in die Finanzamtskasse. Was als Indiz für ein unverändert gutes Konsumklima in Hagen gewertet wird.

Der zweitgrößte Einnahmeposten fürs Finanzamt ist unverändert die Lohnsteuer. „Allerdings sind bei dieser Steuerart durchaus Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise erkennbar”, betont Alexander Butt, Geschäftsstellenleiter der Hagener Behörde. Beispielsweise beim Einkommen. Betrugen die Einnahmen aus der Lohnsteuer im ersten Halbjahr 2008 noch 184,5 Millionen Euro (plus 8,8 Millionen Euro Solidaritätszuschlag), vereinnahmte das Hagener Finanzamt in den ersten sechs Monaten dieses Jahres nur noch 176,4 Millionen Euro (plus 8,5 Millionen Euro Solidaritätszuschlag).

„Der Rückgang der Lohnsteuer bleibt natürlich nicht ohne Folgen für die Einnahmen der Kirchen,” stellt Alexander Butt fest. Im ersten Halbjahr 2008 kamen noch 4,1 Millionen katholische und 4,4 Millionen evangelische Kirchenlohnsteuer herein. Die Vergleichszahlen dieses Jahres: 3,9 Millionen Euro kath. und 4,1 Millionen Euro ev. Kirchenlohnsteuer. Unterschiedlich allerdings der Verlauf der festgesetzten Kirchensteuer: Hier legte die katholische Kirche mit 1,4 Mio. gegenüber 1,3 Mio. Euro 2008 leicht zu, während die ev. Kirchensteuer von 2 Mio. auf 1,8 Mio. Euro zurückging.

Reinhard Kolwe

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Kommentare
14.08.2009
08:56
Steuerausfall trifft Kirchen
von Beule | #7

Man sollte nicht unterschätzen, welche Rolle die Kirchen, bzw. der Glauben, für den Zusammenhalt einer Gesellschaft hat. Als Beispiel sei hier nur die Wertediskussion zu nennen. Religionen können hier einen Rahmen und Orientierung geben. Dabei ist es fast egal, ob diese Werte von Gott gegeben sind, oder sich aus der Tradition und den Erfahrungen heraus gebildet haben. Wichtig ist, dass man die Gültigkeit dieser Grundwerte, wie sie sich z.B aus den 10 Geboten, oder der Bergpredigt entwickelt haben, dem Grunde nach nicht verunglimpft, ohne den Menschen vergleichbare Orientierung und Halt im Leben zu geben.
Natürlich sind Kirchen fehlerhaft, da alles, was wir Menschen erschaffen, den Keim des Unvollkommenen in sich trägt. Wir haben halt nur zweitbeste Antworten. Man darf nicht glauben dürfen, wie man auch glauben darf. Gegenseitiger Resepkt und Achtung auf allen Seiten wäre mehr als wünschenswert

26.07.2009
14:41
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von daniel.otto | #6

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23.07.2009
20:41
Steuerausfall trifft Kirchen
von ulk-haspe | #5

@Edmond
Es wird an Schulen christlicher Unterricht abgehalten und eine christliche Regierung befindet sich an der Macht. Die Regierung treibt den Beitrag ein. Sind wir schon ein Gotteststaat?
Warum werden für zB. Hindus, Buddhisten, Moslems und andere Glaubensrichtungen keine Steuern eingenommen?

23.07.2009
08:15
Steuerausfall trifft Kirchen
von Edmond | #4

Freie Kirchen in einem freien Land! Eine alte Forderung der FDP sollte mal wieder diskutiert werden. Die Abschaffung des Einzuges der Kirchensteuer (10 % der Einnahme geht an den Staat) wäre die erste Voraussetzung der Trennung von Staat und Kirche ! Kirche ist Geschäft und Niemand wird bezweifeln, dass die Machtgelüste der Kirchenfürsten (Geschäftsleute) schon oft die Menschheit ins Verderben geführt hat. Aber was der braune Diktator Hitler zur Absicherung seiner Politik eingeführt hat, soll auch Heute noch zum Nutzen der Kirchen weitergeführt werden. Geschäft ist Geschäft !!

22.07.2009
19:32
Steuerausfall trifft Kirchen
von Mukkefukk | #3

Ich habe vergessen, die Mwst.- Einnahmen aus den stark angestiegenen Autoverkäufen (Abwrackprämie) zu erwähnen.

22.07.2009
19:26
Steuerausfall trifft Kirchen
von Mukkefukk | #2

Die Umsatzsteuer (Mwst) wurde 2007 um 18,75 % erhöht. Bis sich diese staatliche Preistreiberei am Markt so richtig durchgesetzt hat, vergeht einige Zeit. Es müssen ja erst alle Waren, die vor 2007 eingekauft wurden, wieder unters Volk gebracht werden, damit der Staat dann die erhöhte Mwst. kassieren kann. Diese erhöhten Einnahmen werden dann als gutes Konsumklima verkauft. Außerdem trägt auch die, in den extrem gestiegenen Energiekosten enthaltene, Mwst zur guten Steuereinahme bei. Mit gestiegener Konsumlaune hat das verdammt wenig zu tun. Da sind die Rückgänge bei der Lohnsteuer schon aussagekräftiger.

26.01.2009
14:41
Blockierter Kommentar.
von daniel.otto | #1

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