Stellwerk-Museum vor ungewisser Zukunft

Im Museum für Stellwerkstechnik in Vorhalle an der Hartmannstraße würden sich Lothar Dresbach, Klaus Funke, Ansgar Völmicke und Meinolf Ebert über Verstärkung sehr freuen.
Im Museum für Stellwerkstechnik in Vorhalle an der Hartmannstraße würden sich Lothar Dresbach, Klaus Funke, Ansgar Völmicke und Meinolf Ebert über Verstärkung sehr freuen.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Das Museum für Stellwerkstechnik in Vorhalle steht vor unklaren Weichenstellung. Weil Nachwuchs fehlt, ist die Zukunft der nostalgischen Ausbildungseinrichtung ungewiss.

Hagen-Vorhalle.. Bleiben wir mal in dem Bild, das für den erfahrenen Fahrdienstleiter ein vertrautes ist. Es ist das Bild einer Weiche. Sie hat vor allem auf eine Sache besonderen Einfluss: auf die Richtung, in die es gehen soll. Auf die Weiche, die die Richtung bestimmt, in die es für das Museum für Stellwerkstechnik in Vorhalle gehen soll, haben seine Macher auch starken Einfluss. Und doch stehen die Väter der nostalgischen und für die Ausbildung junger Fahrdienstleiter so wertvollen Einrichtung vor Problemen.

Es ist ein liebevolles Projekt, ein detailreiches. Ein Projekt, das tiefes Wissen und Überzeugung erfordert. Wissen deshalb, weil Stellwerkstechnik quasi eine kleine Wissenschaft ist. Überzeugung deshalb, weil man mit so einem kleinen Museum einerseits den Geist einer technisch vergangenen Zeit am Leben erhält und gleichzeitig erklären muss, warum diese Räumlichkeiten keine lose Sammlung antiker Eisenbahngegenstände ist, sondern eine sinnvolle Verknüpfung zwischen alter und moderner Technik.

Für die jüngere Generation

„Uns fehlt der Nachwuchs“, sagt Klaus Funke. Und damit sind wir bei Problem Nummer eins, mit dem die Betreiber des Stellwerkmuseums übrigens nicht allein sind in dieser Stadt, sondern sich einreihen in eine Liste von Vereinen, Gruppen und Gemeinschaften, denen allesamt die Jugend fehlt, die die jeweiligen Projekte in die Zukunft führen könnte.

Dabei führt das Museum für Stellwerkstechnik in den leerstehenden Räumen des Stellwerks „Vof“ an der Hartmannstraße am Vorhaller Güterbahnhof kein stiefmütterliches Dasein. Zahlreiche Gruppen aus ganz NRW besichtigen das Museum, das in den 80er-Jahren mit dem Ziel entstand, der jüngeren Generation zu zeigen, mit welcher Technik Eisenbahn früher funktionierte und welche Einflüsse dieses „Früher“ auf das Heute hat. Im Museum ist echtes Stellwerksinventar mit einer Modellbahnanlage verbunden. Jeder Handgriff, jeder Befehl muss sitzen, um den Verkehr darauf korrekt laufen zu lassen.

Ausbildung erschwert

Womit wir zu Problem Nummer zwei kämen. Denn: Sollte das Museums-Team irgendwann an der Grenze seiner Kapazitäten angelangt sein und sich kein Nachfolger für den weiteren Betrieb finden, dann würde dadurch auch die Fahrdienstleiterausbildung in der Region empfindlich erschwert. „Seit drei Jahren sind wir in die Ausbildung eingebunden“, sagt Hanns Werner Fuest. Quereinsteiger kommen ein Vierteljahr lang täglich acht Stunden in das Museum, um hier technische Hintergründe zu studieren. Klaus Funke: „Wir haben die Besteher-Quote von 70 auf 99 Prozent durch die Arbeit hier vor Ort angehoben. Und unser Museum ist zusätzlich zu den Führungen dadurch sehr gut ausgelastet.“

Wer sich gerne mal selbst ein Bild vom Museum für Stellwerkstechnik in Vorhalle machen möchte, kann sich im Internet unter www.museumstellwerk.de informieren. Für Besichtigungen stehen Hanns Werner Fuest, 75412, oder Klaus Funke, 301421, auch telefonisch zur Vereinbarung zur Verfügung.