Statkraft redet bei Zukunftsplanung für Cuno mit

Die Zukunft des Cuno-Kraftwerks, das 2004 für 200 Millionen Euro umgebaute wurde, seit einiger Zeit im Stand-by-Betrieb läuft und nur gelegentlich Netzschwankungen ausgleicht, ist im Moment ebenso ungewiss wie die der übrigen Enervie-Erzeugungssparte. Zuletzt gaben die Betreiber der Anlage am Ufer des Harkortsees die Jahresverluste mit zehn Millionen Euro an.

„In Kürze werden wir uns mit Amprion, AVU und Westnetz genauer darauf verständigen, wie genau die Netzlösung aussehen kann“, möchte Enervie-Sprecher Andreas Köster über Zukunftsperspektiven nicht spekulieren. Dafür sind die jüngsten Entwicklungen einfach zu frisch.

50-Prozent-Beteiligung

Zumal auch noch der norwegische Energieversorger Statkraft mit 50 Prozent am Cuno-Kraftwerk beteiligt ist. „Auch wir sind etwas überrascht, dass eine technische Lösung plötzlich so schnell möglich ist. Selbstverständlich sind wir über die Situation in Herdecke umfassend informiert“, kündigte Unternehmenssprecherin Anne Joeken an, gemeinsam mit Enervie nach Lösungen suchen zu wollen.

Dabei ist Eile geboten, da das Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) bereits Anfang 2016 überflüssig sein könnte und damit in die gleiche Situation geraten kann wie es Statkraft in Knapsack (Hürth) bei Köln erlebt. Dort wurde 2013 für 350 Millionen Euro ein modernes GuD fertig, ohne dass es gewinnbringend vermarktet werden kann. „Wir zahlen alle laufenden Kosten aus eigener Tasche, halten die Gaskraft jedoch nach wie vor konzeptionell für einen idealen Partner der Energiewende“, so Joeken.

Mit Blick auf Januar 2016 meint sie, dass die Anlage in Herdecke je nach Rahmenbedingungen, technischer Lösung und politischer Absicht „unter den dann herrschenden Marktbedingungen betrieben werden“ muss. Das klingt vorerst nicht danach, als ob Statkraft das Cuno-Kraftwerk aufgeben will, sondern es sich die hochmoderne Anlage auch als Reserveangebot im Rahmen der Energiewende vorstellen könnte.