Staffelstabwechsel an der Klinik Ambrock

Wechsel in der Ärztlichen Leitung der Neurologischen Rehabilitationsklinik in Ambrock: Nach über 20 Jahren wird Prof. Dr. med. Wolfgang Greulich (rechts) als Chefarzt der Klinik in den Ruhestand wechseln. Nachfolger wird Prof. Dr. Michael Linnebank (links). Mit im Bild: Geschäftsführer Michael Frank.
Wechsel in der Ärztlichen Leitung der Neurologischen Rehabilitationsklinik in Ambrock: Nach über 20 Jahren wird Prof. Dr. med. Wolfgang Greulich (rechts) als Chefarzt der Klinik in den Ruhestand wechseln. Nachfolger wird Prof. Dr. Michael Linnebank (links). Mit im Bild: Geschäftsführer Michael Frank.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Mehr als nur ein Chefarzt-Wechsel: Der Ärztliche Direktor Wolfgang Greulich übergibt die Leitung des Hauses in die Hände von Prof. Michael Frank aus Zürich.

Hagen-Ambrock.. Es ist eine ambivalente Beziehung, die die Hagener zu dieser Klinik haben. Viele mögen sie gar nicht kennen. Was gut ist, weil es auch bedeutet, dass sie selbst, ihre Angehörigen oder Freunde noch keinen Schicksalsschlag erleiden mussten, der sie hier hergeführt hätte. Und es gibt jene Hagener, die auf der Delsterner Straße schon abgebogen sind. Den Berg hinauf, wo man in Hagen, abseits der Ballungsräume, ab 1903 lungenkranke Menschen behandelt hat. 112 Jahre später ist die Helios-Klinik Ambrock ein über die Stadtgrenzen hinaus angesehenes medizinisches Kompetenzzentrum. Einer, der in den vergangenen 20 Jahren mitgeholfen hat, es dazu zu machen, sagte gestern „Adieu“.

Von Null auf heute

Eine relativ leere Klinik. 180 leere Betten in der Neurologie. Jede Menge Ärzte und Therapeuten, aber keine Schwestern. Das war der Zustand der Klinik, in dem Wolfgang Greulich (63) am Standort Ambrock als Chefarzt und Ärztlicher Direktor 1994 übernahm. Wenn man seinen Film bis heute vorspult, unterscheidet sich die Klinik von der damaligen um medizinische Galaxien. Intensivmedizinische Beatmung, Pneumologie, Schlafmedizin, Lungenkrebszentrum und anerkannter Rehabilitationsstandort für Schlaganfallpatienten. Greulich setzte noch dazu jahrelang mit seinen Kenntnissen in der Parkinson-Therapie höchste Maßstäbe am Ambrocker Weg.

Jetzt geht der Mann, unter dem etliche Oberärzte zu Chefärzten und Behandelnde zu leitenden Therapeuten wurden, in den Ruhestand. Wenn man das denn so nennen kann. „Ich werde in der weißen Villa am Fuß des Berges eine Privatambulanz fortführen, in der ich mich meinem Spezialgebiet, der Parkinsonerkrankung, widmen kann.“ Als Leiter des ärztlichen Beirates der deutschen Parkinson-Vereinigung gehört Greulich auf diesem Gebiet zu den bundesweit anerkannten Kapazitäten.

Mit seinem Rückzug wird eine umfangreiche Stelle vakant im Hagener Süden, die Klinik-Geschäftsführer Michael Frank aber nach eigener Aussage „mit hundertprozentiger Zufriedenheit“ nachbesetzen konnte. Vom Universitäts-Spital Zürich wechselt der 40-jährige Prof. Dr. Michael Linnebank nach Ambrock und mit ihm große Expertise auf dem Feld der Nervensystem-Erkrankung Multiple-Sklerose und der Stoffwechselerkrankungen in der Neurologie. Was so einen Mann, neben der Aussicht, Chefarzt zu werden, von Zürich nach Hagen lockt? „Es gibt Betroffene aus meinem privaten Umfeld, die hier erfolgreich rehabilitiert wurden.“ Das hat Eindruck gemacht.

Große Reha-Erfolge

Geschäftsführer Frank, der sich in Ambrock vom OP-Pfleger zum Klinikleiter hochgearbeitet hat und aus dieser Laufbahn heraus auch seine Unternehmensführung verstanden wissen will, ist stolz auf die Verpflichtung Linnebanks. „Ein Chefarzt muss hier auch Management-Qualitäten haben, menschlich ins Team passen und führen können ohne zu brüllen.“ Das habe für den scheidenden Greulich gegolten und gelte jetzt auch schon für Linnebank.

Die Klinik Ambrock, wo Menschen zur ganzheitlichen Therapie oder aber nach schweren gesundheitlichen Schicksalsschlägen vorstellig werden, erziele große Erfolge in der Rehabilitation und dabei, Menschen zurück zu helfen auf dem Weg in den Alltag. „Man wundert sich, wie viele Menschen hier eigentlich Glück empfinden, weil sie in der Reha wieder lernen, sich auf das Wesentliche zu besinnen“, sagt Linnebank, der am kommenden Mittwoch seinen Dienst antritt. Er will sich noch häufiger wundern. Hier in Ambrock, diesem Ort, mit dem viele Hagener ein ambivalentes Gefühl verbinden.