Stadt zahlt Zuschlag - und spart dabei
04.09.2008 | 21:20 Uhr 2008-09-04T21:20:00+0200Hagen. Ein Skandal, der wohl keiner ist, beschäftigte gestern den Rat auf Anfrage der FDP. Es ging um eine Sonderzulage für die neue Chefin der ARGE.
Die Vorgeschichte: Nach drei Jahren war am 1. Juli turnusgemäß die Stadt an der Reihe, einen Geschäftsführer für die ARGE zu bestimmen. Dennoch sollte zunächst die Arbeitsagentur erneut vorschlagen, schickte ihren Kandidaten aber doch nicht ins Rennen. Die Stadt war am Zug. Keiner der angesprochenen Kandidaten signalisierte Interesse. Auf eine Ausschreibung meldete sich ausschließlich Eva-Maria Kaus-Köster. Die 52-jährige Beamtin war zuvor beim Personalamt der Stadt als Personalentwicklerin, Trainerin, Konfliktmoderatorin, Organisationsberaterin sowie Führungskräftecoach und mit der Besoldungsgruppe A 12 bezahlt. Stadt und Arbeitsagentur befanden sie für qualifiziert, die Behörde mit mehr als 200 Mitarbeitern und rund 24 000 betreuten Menschen in Bedarfsgemeinschaften zu führen. Eine Beförderung auf eine A 14-Stelle verwarf der Rat angesichts der Haushaltslage in der Dezembersitzung, stattdessen sollte eine Zulage von 850 € im Monat gezahlt werden. Diese wurde jedoch nicht eigens beschlossen.
Nun kam Kritik an dieser Maßnahme auf, was den Regierungspräsidenten zur Prüfung und die FDP zu ihrer Anfrage veranlasste.
Rechtsamtsleiter Manfred Hoffmann kam gestern in einer Stellungnahme, die sinngemäß OB Peter Demnitz auch an die Bezirksregierung geschickt hatte, zu dem Schluss, dass das Verfahren korrekt abgelaufen sei. Eine Beförderung sei tatsächlich nicht möglich gewesen, eine Zulage jedoch schon. Zwar gebe es keine ausdrückliche Regelung für diesen Fall, allerdings würden die Fristen eingehalten, auch käme auf die Stadt keine zusätzliche finanzielle Belastung zu, sondern eine Entlastung. 87,4 % der Besoldung der Geschäftsführerin werden nämlich vom Bund getragen. Damit zahlt die Stadt 12,6 % von A 12 und 12,6 % von der Zulage, in Summe also weniger als bisher.
Bernd Müller, Chef der Kommunalaufsicht bei der Bezirksregierung, erklärte in der Sitzung, die Behörde werde diese Erklärung prüfen.
Dazu ist auch noch Zeit, die Zulage würde erst ab Januar 2009 gezahlt, sie müsste bis dahin nur ausdrücklich vom Rat genehmigt werden.
00:26
Ich kann der Aussage des Kommentatoren Pille Palle, dass ein Leiter ein Leiter ist - eine Bezahlung / Besoldung nicht Personen oder Parteibuch bezogen erfolgen, sondern in Abhängigkeit der Stellenwahrnehmung und Aufgabenerfüllung steht, nur zu stimmen.
Ebenso, das es jedem frei steht die Karriereleiter zu beschreiten. Ich gebe aber zu bedenken, dass in vielen Bereichen der Stadtverwaltung engagierte Mitarbeiter und Kollegen vertreten sind die vergleichbare Leistungen wie Frau Kaus-Köster erbringen.
Diesen Mitarbeitern wird im Gegensatz zur Genannten, trotz Wahrnehmung von höher bewerteten Stellen, - verknüpft mit mehr Verantwortung -, keinerlei Ausgleichszahlung oder gar Beförderung gewährt.
Obwohl diese Mitarbeiter der Stadtverwaltung eine Weiterbildungsmaßnahme oder gar einen Aufstiegslehrgang erfolgreich absolvierten und das Spektrum einer verantwortungsvolleren Stelle zum Teil schon seit mehreren Jahren voll und ganz wahrnehmen (….auch mit allen daraus erwachsenen rechtlichen Konsequenzen).
Da stellt sich die Frage: „Wie kann das sein?“ „Leisten diese Mitarbeiter schlechtere Arbeit bzw. haben sie so viel weniger Verantwortung, oder haben sie einfach nur weniger Lobby / Kontakte?“
Darüber hinaus erachte ich es als äußerst unsachlich den Kommentatoren Selberdenker, Einzi & Co einen Neidfaktor zu unterstellen.
Das hat hier meiner Meinung eher wenig zu suchen.
23:30
Manch einer hat keine 850 Euro im Monat zum Leben,dieses ist ein Schlag ins Gesicht die weniger haben um über die Runden zu kommen.Ich meine dass die Besoldungsgruppe A12 ausreichen würde.
18:46
@wotan - so isses! Im Übrigen, ich sags noch einmal, ist die Bezahlung an die Stelle gebunden. So einfach verhält es sich: bin ich Leiter, krieg ich mehr, bin ich nur Fußvolk, krieg ich weniger. Ist doch das ganz normale Prinzip. Gilt überall auf der Welt, vermutlich sogar in Nordkorea.
18:37
Den Job bei der Arge würde ich nicht machen, das ist Stress pur und vor allem Ärger en masse. Die Stelleninhaberin erhält schon ein angemessenes Gehalt für diese Stelle. Und so unqualifiziert ist sie auch nicht, wie man hört. Sie war nicht nur im Personalamt, sondern auch in anderen Ämtern und galt dort als strebsam, intelligent und fleißig. Ich finde es richtig, dass solche Leute auch die Chance bekommen, aus dem Gehobenen in den Höheren Dienst zu wechseln.
18:27
Puh - das sind ja wieder Kommentare. Es lebe der Neid. Also Selberdenker (wieso denker?), Einzi & Co.: die Bezahlung/ tarifliche Eingruppierung hängt an der Stelle und nicht an der Person. Ich wette, es gibt bei der Feuerwehr mindestens eine Person, die ähnlich gut verdient wie die Arge-Chefin, nämlich H. Wisotzki. Es gilt nun mal die alte Regel: ein Leiter ist ein Leiter - das hat mit Parteibuch nichts zu tun. Es steht im Übrigen jedem Feuerwehrmann frei, die Karriereleiter zu besteigen...
18:03
Es hätten in Hagen bestimmt mehrere Bewohner gerne diese schlecht bezahlte Stelle gehabt. Bekommen die städt. Mitarbeiter den Hals nicht voll? Die Dame arbeitet sich bestimmt nicht kaputt in ihrem Job. Das Gehalt muß immer der Steuerzahler übernehmen, auch wenn es nicht zu 100% von der Stadt bezahlt wird. Der Bund sind doch auch wir. Unsere Steuern sind es immer und ewig.
14:19
Warum werden beim Ordnungsamt oder bei der Feuerwehr keine Zusatzleistungen bezahlt?! Da riskieren Menschen ihre Gesundheit für die Bürger dieser Stadt und Aufgrund der Haushaltslage alles ohne längst anstehende Beförderungen. Jedoch nicht in Besoldungsgruppe A12 und höher sondern in A7 und A8. Vermutlich weil sie kein Parteibuch und somit keine Lobby haben.
08:32
Trotzdem bleibt ein schaler Beigeschmack.
07:56
Sieh´ an, die Stadt spart bei dieser Variante sogar!
Nun, wo bleiben die zahlreichen Kommentare derer, die die Betroffene durch den Dreck gezogen haben?
Meine Empfehlung: erst die Fakten sichten, dann ver-)beurteilen.