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Stadt muss Bebauung begründen

11.05.2007 | 01:07 Uhr

Hagen-Mitte. (ko) Augen zu und durch. Offenbar nach dieser Devise hat die Ratsmehrheit am Donnerstag - die WP berichtete - ein beschleunigtes Verfahren zur Bebauung des ehemaligen Bettermann-Geländes mit einem SB-Warenhaus eingeleitet.

Trotz der äußerst kritischen Schadstoffsituation an dieser Stelle soll das Verfahren weder von einer vorzeitigen Bürgerbeteiligung, noch von einem Umweltbericht begleitet werden. Erst recht nicht von einer Umweltverträglichkeitsprüfung. Und während im Planungsamt in den vergangenen Wochen Zeit war, Modelle für gar nicht bestellte Projekte zu basteln, liegen für das Bettermann-Vorhaben nicht mal solche Pläne vor, die dessen Dimensionen auch für Nichtexperten kenntlich machen.

Ob Ratsmehrheit und Verwaltung bei ihrem Parforceritt durchs Planungs-Verfahren aber strauchelfrei ans Ziel kommen, scheint durchaus nicht sicher. Denn inzwischen hat man auch bei der Bezirksregierung in Arnsberg Wind von der Angelegenheit bekommen. Jedenfalls liegt nach WP-Informationen schon seit einiger Zeit ein Schreiben der Arnsberger Fachaufsicht im Rathaus vor, in dem die Behörde eine plausible Begründung für das Vorhaben verlangt.

Aus gutem Grund. Schließlich liegt das Bettermann-Gelände am meist befahrenen Streckenabschnitt der Innenstadt mit 40 000 Fahrzeugen pro Tag. Wegen der Belastung durch Stickoxide und Feinstaub gelten hier seit Februar in Abstimmung mit Arnsberg bereits zeitweise Beschränkungen für Lkw. Und diese Situation war wohl Auslöser für die Kommunalaufsicht, jetzt eine Stellungnahme aus Hagen wegen der geplanten Warenhaus-Bebauung mit zusätzlichem Verkehrsaufkommen anzufordern. Arnsberg hat nämlich nie Zweifel daran gelassen, dass die Unterstützung für die Bahnhofshinterfahrung wegen der Hagener Haushaltsprobleme nur damit begründet werden könne, die Schadstoffbelastung der Innenstadt zu reduzieren. Mögliche Mehrbelastungen wären da aus Arnsberger Sicht eher kontraproduktiv.

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