Stadt Hagen korrigiert Zahlen nach oben

Immer mehr Flüchtlinge kommen nach Deutschland.
Immer mehr Flüchtlinge kommen nach Deutschland.
Foto: picture alliance / dpa
Was wir bereits wissen
Hagen erwartet bis Ende des Jahres bis zu 1400 Flüchtlinge. Bislang war man von 1000 ausgegangen. Probleme macht die Beschulung.

Hagen..  Die Stadt hat zunehmend Probleme, Flüchtlingskinder in Hagener Schulen zu unterrichten. Das erklärte Rainhard Goldbach, Leiter des Fachbereichs Jugend und Soziales, im Sozialausschuss. „Da nützt auch die von der Landesregierung angekündigte Zuweisung von Lehrerstellen zum nächsten Schuljahr erst einmal wenig. Es braucht auch Lehrer, die sich auf diese Stellen bewerben.“

Dabei wäre kurzfristige Hilfe viel dringender. 20 Grundschüler haben derzeit keinen Platz, 68 Schüler, die eigentlich eine weiterführende Schule (Sekundarstufe 1) besuchen müssten, sind unversorgt. „Dabei handelt es sich allerdings nicht nur um Flüchtlingskinder“, so Goldbach, „betroffen sind auch Mädchen und Jungen, die aus Ländern der Europäischen Union nach Hagen gekommen sind.“ Als Kommune allein könne man dieser Problematik nicht Herr werden. Es fehlen vor allem Lehrer. 98 neue Flüchtlinge sind der Stadt allein im Januar zugewiesen worden. Menschen, die im Gegensatz zu jenen, die jüngst in der Landesauffangstelle Regenbogenschule in Hohenlimburg einquartiert wurden, langfristig in der Stadt bleiben. „Einiges, was wir zum Thema demografischer Wandel bislang diskutiert haben, ist hinfällig“, so Goldbach. Das gilt auch für die Betreuung von Unter- und Über-Dreijährigen in Kindertagesstätten. „Die Prognosen haben wir auf einen neuen Stand gebracht“, so Goldbach, „mit den Trägern ist vereinbart, dass sie zwei zusätzliche Plätze pro Einrichtung bereitstellen.“

Weitere Notunterkünfte möglich

Daneben sei man froh, dass man künftig an der Grundschule Kückelhausen und in Räumen bei der Arbeiterwohlfahrt Helfe Am Bügel Angebote (als Nebeneinrichtung der städtischen Kita Eschenweg) machen könne. 706 Menschen leben derzeit in Hagener Übergangswohnheimen und Wohnungen. „Bislang sind wir davon ausgegangen, dass es Ende dieses Jahres 1000 sein werden“, so Klaus Gierke, Fachbereich Jugend und Soziales, „diese Zahl müssen wir korrigieren auf 1300 bis 1400.“

Man wisse nicht, in welche Situation man als Stadt noch komme. Es sei nicht mehr auszuschließen, dass man größere Objekte als Notunterkunft nutzen müsse.

In Hohenlimburg fand gestern Abend eine Bürgerversammlung der Stadtverwaltung zum Thema Flüchtlinge statt.