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Promi-Makler

Staatsanwaltschaft Hagen ermittelt gegen Promi-Makler wegen Betrugsverdacht

20.07.2012 | 18:54 Uhr
Staatsanwaltschaft Hagen ermittelt gegen Promi-Makler wegen Betrugsverdacht
Die Familie K. aus Menden fühlt sich von Thomas Bäkmann betrogen und hat Anzeige erstattet. Der Immobilienmakler ist auch bekannt aus "Mieten, kaufen, wohnen" auf Vox. Gegen Bäkmann ermittelt die Hagener Staatsanwaltschaft wegen Betrugs.Foto: Jens Stubbe

Hagen.   Die Staatsanwalt Hagen ermittelt gegen Thomas Bäkmann aus Harsewinkel. Dieser war auch bei Vox in der TV-Sendung „Mieten, kaufen, wohnen“ als schillernder Immobilien-Makler aufgetreten. Es besteht der Verdacht, dass er Anleger betrogen hat.

„Wenn ich heute tot umfalle, kann ich sagen: Ja, ich habe gelebt. Auf meinem Grabstein soll stehen: Nein, ich bereue nichts.“ Gesagt hat diese Worte Thomas Bäkmann. Es war am 23. Januar, als er im Studio der WDR-Sendung „Daheim und unterwegs“ saß. „Geld bedeutet Freiheit“, lautete das Thema. Und Bäkmann, der auch bei Vox in der Sendung „Mieten, kaufen, wohnen“ als schillernder Immobilien-Makler aufgetreten war, war als Millionen-Erbe eingeladen worden.

Bäkmann beschrieb sich selbst als jemanden, der „zur richtigen Zeit am richtigen Ort“ war. Auf Vox ist er derjenige, der den Reichen und Schönen zu neuen Luxusimmobilien verhilft. Sein ausgefallenes Leben, so erklärt er, finanziere er durch ein Millionen-Erbe und - wie er selber sagt - dadurch, dass er 20 Jahre lang gut gearbeitet habe.

Anwältin bestreitet Vorwürfe

Aber es gibt auch eine Seite, die bislang in den Fernsehbeiträgen nicht vorgekommen ist: Unter dem Aktenzeichen 300 JS 562/12 ermittelt die Staatsanwaltschaft Hagen gegen den Mann aus Harsewinkel. Es besteht der Verdacht, dass er Anleger betrogen hat.

Stellungnahme
Anwältin von Thomas Bäkmann: „Die Behauptungen sind falsch“

Thomas Bäkmann selbst schweigt gegenüber unserer Zeitung zu den Vorwürfen. Dafür spricht seine Anwältin Olivia Holik: „Die Behauptungen des Herrn Krassowski sind falsch. Herr Bäkmann hat zu keiner Zeit Geld von Herrn Krassowski entgegengenommen und das zweckentfremdet verwendet. Er hat auch nicht angegeben, dass er irgendwelche angeblich übergebenen Gelder des Herrn Krassowski für eine Kreditablöse bei der Sparkasse Bochum verwendet. Der Vortrag ist frei erfunden.“

Den Kreditvertrag bei der Commerzbank Hagen habe Herr Krassowski selbst abgeschlossen und unterzeichnet. Thomas Bäkmann sei bevollmächtigt gewesen, die Gelder aus den Kreditverträgen entgegenzunehmen. Die Beträge habe Herr Krassowski von Herrn Bäkmann erhalten.

Sämtliche Vollmachten seien auf Wunsch von Herr Krassowski erfolgt. Von einem Drängen könne nicht die Rede sein.

Von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sei nichts bekannt. Die Behörde habe telefonisch mitgeteilt, dass bei ihr kein Ermittlungsverfahren laufe.

Was weitere Fälle angeht, verweist die Berliner Juristin auf ein Urteil des Landgerichts Hannover (AZ 3 O 151/12). In dem Zivilverfahren hatte ein vermeintliches Betrugsopfer vor dem eigentlichen Verfahren vergeblich versucht, das Vermögen von Bäkmann sicherzustellen, um im Erfolgsfall vollstrecken zu können.

Dabei könnte es um Millionen gehen. Mindestens 23 Anleger - unter anderem aus Hagen, Wetter, Iserlohn, Menden und Soest - fühlen sich betrogen. Bäkmann, so geben sie an, soll ihnen geraten haben, Mietwohnungen für die Altersvorsorge zu erwerben. Er soll Kredite organisiert und immer wieder Umschuldungen vorgenommen haben, bis Anleger wie der Hagener Walter Krassowski völlig den Überblick verloren.

Thomas Bäkmann selbst lässt über seine Berliner Anwältin Olivia Holik sämtliche Vorwürfe bestreiten. Ob sich der Verdacht gegen ihn erhärtet, müssen die weiteren Ermittlungen zeigen.

Dessen ungeachtet findet Walter Krassowski aus Hagen deutliche Worte: „Thomas Bäkmann hat mich betrogen, mich um mein Vermögen gebracht“, sagt der Mann, der einst aus Russland nach Deutschland gekommen war, mit seiner Schwester in einer bescheidenen Mietwohnung in Hagen lebt und Zeit seines Lebens große Teile seines Gehaltes gespart hat.

"Er hat mir seine Hilfe angeboten"

Drei Wohnungen besaß Krassowski. Immobilien, die er über die Köllner-Gruppe (welche im Schrottimmobilien-Skandal im Zusammenhang mit der Badenia-Bausparkasse in die Schlagzeilen geraten war) erworben hatte. „Auch Thomas Bäkmann war Ende der 90er Jahre mit meinem Ansprechpartner bei der Köllner bei mir zu Hause“, erzählt Krassowski.

Als Krassowski Anfang 2007 eine seiner Wohnungen verkaufen will, tritt Bäkmann wieder auf den Plan. Mit einem Rolls Royce, der von einem Chauffeur gesteuert wird, fährt er vor dem Mehrfamilienhaus vor. „Er hat mir seine Hilfe angeboten“, sagt Walter Krassowski. „Er wollte bestehende Kreditverträge auflösen und hat mir erklärt, dass er dafür Sicherheiten bräuchte.“ Insgesamt 99.500 Euro habe er in seiner Wohnung an Bäkmann zwischen 2007 und 2009 übergeben. „Meine Schwester war bei einigen Terminen zugegen.“ Quittungen, so sagt Krassowski, habe er nicht erhalten. Wo das Geld geblieben sei, wisse er nicht. Es sei jedenfalls nicht bei der Sparkasse Bochum angekommen.

Zitate
„Ich habe das Zickigsein erfunden“

Am 23. Januar stand „Millionär“ Thomas Bäkmann im Fokus der WDR-Sendung „Daheim und unterwegs“. Es ging um das Thema „Geld bedeutet Freiheit“.

In der Ankündigung für die Sendung ist Folgendes zu lesen: „Er hat ausgesorgt. Er hat reichlich geerbt, besitzt ein Pelz- und Schmuckgeschäft in Bad Pyrmont - ein Geheimtipp unter seinen Kunden aus aller Welt: Bäkmann verkauft vorwiegend an reiche Russen und Kunden aus den arabischen Emiraten, die in Bad Pyrmont zur Kur sind.“

„Wenn ich heute tot umfalle, kann ich sagen: Ja ich habe gelebt“, erklärte Bäkmann im Studio, „auf meinem Grabstein soll stehen: Nein, ich bereue nichts.“

Bäkmann gibt vor, ständig mit einem Friseur unterwegs zu sein. Selber würde er morgens keinen Kamm in die Hand nehmen.

„Das Wort Millionär hasse ich“, so Bäkmann in der Sendung. Und weiter: „Ich habe 20 Jahre gearbeitet, zusammen mit einer Firma, in der ich gut und gerne gearbeitet habe. Ich brauche das Arbeiten, kann keine fünf Minuten rumsitzen.“

Sich selbst bezeichnet Bäkmann als „durchgeknallt, abgehoben und zickig“. „Ich habe das Zickig-Sein erfunden, das gebe ich zu“, sagt Bäkmann, der mit einem ehemaligen Finanzbeamten verheiratet ist.

Wie nahezu alle potenziellen Opfer hat auch Walter Krassowski Kredite bei der Commerzbank . Allerdings lange Zeit, wie er sagt, ohne davon gewusst zu haben. Die entsprechenden Verträge über die Privat-Darlehen über 26 700 Euro vom 8. Oktober 2009 und 24.290 Euro vom 27. Januar 2010 hat er sich mittlerweile schicken lassen. Unter den Verträgen steht sein Name. „Aber die Unterschriften sind nicht von mir“, sagt er. „Das Geld habe ich nie erhalten.“

Am 8. Juni 2010 fährt Krassowski zu einem Notar in Bäkmanns Wohnort Harsewinkel. Dort unterzeichnet er eine Vollmacht, die im Nachhinein auch die Auszahlung des Geldes aus den Krediten an Bäkmann rechtfertigt. Er bestätigt auch, das Geld von Bäkmann erhalten zu haben. Und er berechtigt Bäkmann, privatrechtliche und notarielle Verträge jeglicher Art für ihn zu unterzeichnen. „Mir war nicht klar, was ich da unterzeichnet habe“, sagt er heute. „Bäkmann hat damals erklärt, er bräuchte dieses Dokument als Sicherheit, da er doch schon so viel für mich getan habe.“

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Kommentare
23.07.2012
13:17
Staatsanwaltschaft Hagen ermittelt gegen Promi-Makler
von Nervenverloren | #11

Ja, und dann den Namen abkürzen, aber die Familie in Großaufnahme zeigen.
Ich lach mich schlapp!

22.07.2012
17:14
Ein Fall für die Steuerfahndung
von Susan2012 | #10

"Insgesamt 99.500 Euro habe er in seiner Wohnung an Bäkmann zwischen 2007 und 2009 übergeben." Ohne Quittung? - Na da geht doch sicher was. Wo stammte das geld denn her?

22.07.2012
17:13
Staatsanwaltschaft Hagen ermittelt gegen Promi-Makler
von Ampelspezi | #9

OK, Thema ist gut,

aber ist jetzt seit ca. 48 Stunden hier der Aufmacher auf dieser Seite.

Passiert eigentlich nichts anderes hier in Hagen in diesem Zeitraum was auch berichtenswert wäre?

Würde ja bedeuten das WR Zeitung sehr, sehr dünn ist:
Nebeneffekt, sehr umweltschonend, weil spart Papier.

Hat die Redaktion eventuell interessierte Leser nicht in ihre Überlegungen einbezogen?

Freue mich auf Antorten!

22.07.2012
16:19
Staatsanwaltschaft Hagen ermittelt gegen Promi-Makler
von mig29Leverkusen | #8

Teil 2
Die Zahlungsforderung Deutschlands an das EZB System über Taget 2 liegt bei über 700 Milliarden Euro
(wir Bekommen) und die anderen Länder haben eine Verbindlichkeit an das EZB System in Richtung Deutschland von über 700 Milliarden Euro mit den ganzen Rettungs- schirmen weit über 1,2 Billionen Euro plus Staats Verschuldung 3,3 das sind die Expliziten und die Impliziten liegen bei 7 – 8 Billionen Euro.
Also dann Bringt schon mal euer Leergut zurück dann können wir das ja ruck zuck abbezahlen.

Wann gehen wir auf die Straße und machen dem Wahnsinn ein ende.

Gruß aus Leverkusen


22.07.2012
16:15
Staatsanwaltschaft Hagen ermittelt gegen Promi-Makler
von mig29Leverkusen | #7

Hallo Leute,
ich glaube keiner hat was gegen Griechen, Spanier, Portugiesen und Iren nein auch nicht Italiener, helfe auch gerne aber das ist doch alles abstrus, Wahnsinn und nicht mehr nach zu vollziehen was hier passier das sind zwar alles nur Digitale zahlen, aber worum es hier eigentlich geht ist das Vertrauen, das Vertrauen darauf das Geld einen wert hat und das wir die schulden bezahlen :-))) dafür benötige ich keinen Taschenrechner das das nicht funktioniert.
ich vermute das diese Geldsystem nur dazu dient uns in einer ewigen schuld zu halten damit wir ja auch das tun was uns gesagt wird sonst arbeitslos und Ausschluss aus der Gesellschaft, das ist doch nur alles eine große Verharschung.
Was ist das Mantra was uns von jeder Politik Kanzel gepredigt wird wir brauchen Wachstum Steigerung der Produktivität und vor allem Export ohne ende, nur die wenigsten wissen das wir dafür nichts bekommen, die lassen doch fast alle im Taget 2 system anschreiben.
Die Zahlungsforderung Deutschla

22.07.2012
14:58
Staatsanwaltschaft Hagen ermittelt gegen Promi-Makler
von silverstone | #6

Ja und dann noch einen Internetzasnschluss und keinen VHS Kurs besucht "Pc-Fit".Das ist ja das Gefährliche hier.......und dann posten die Leute noch mit den Computers.

Dann noch Geld "verschenken".Kann ich auch mal vorbei kommen? BITTTEEEE!!! LACH

22.07.2012
13:14
Staatsanwaltschaft Hagen ermittelt gegen Promi-Makler
von alt_er | #5

Ja sind nun mal nicht alle so schlau wie Ihr hier...

22.07.2012
00:33
Staatsanwaltschaft Hagen ermittelt gegen Promi-Makler
von Kruemmelmonster_Oberberg | #4

Na das geht schneller als man denkt wir sind auch auf ihn reingefallen haben aber nicht so viel verloren wie manch ein anderer.Haben aber auch eine Betrugs Anzeige gegen ihn am laufen hoffe ja das diesem Mann das Handwerk gelegt wird und er für das was er getan hat mal hinter schwedischen Gardienen einen Platz bekommt

21.07.2012
13:14
Staatsanwaltschaft Hagen ermittelt gegen Promi-Makler
von offenfahrer | #3

"Mir war nicht klar, was ich da unterschrieben habe."
Ja - schon klar, mache ich auch jeden Tag. Wie blöd kann man eigentlich sein?

21.07.2012
11:40
Staatsanwaltschaft Hagen ermittelt gegen Promi-Makler
von someone | #2

Ich kann #1 leider nur zustimmen... wie kann man jemanden bloß fast 100.000€ über einen längeren Zeitraum ohne irgendwelche Belege bzw. Sicherheite geben? Selbst schuld...

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