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Schwerer Kindesmissbrauch

Staatsanwalt fordert fünf Jahre Haft

16.07.2009 | 17:20 Uhr

Über Jahre hat sich ein 54-Jähriger an einem Mädchen aus Hagen vergangen - für ihn eine Beziehung, für die Allgemeinheit schwerer Kindesmissbrauch. Seit gestern steht der Mann vor dem Landgericht. Sein Erklärungsversuch: „Ich fühlte mich zu ihr hingezogen.”

Im Schwimmbad trafen Täter und Opfer aufeinander. Das kleine Mädchen schloss schnell Freundschaft mit dem harmlos wirkenden Mann, Mutter und Schwester auch. Bald ging er in der Wohnung der Familie in Hagen ein und aus, übernachtete dort regelmäßig, wurde besucht, und schließlich gab es sogar gemeinsame Urlaube am Meer.

Aber: Irgendwann entwickelte der Freund der Familie eine fatale Neigung. Als sein Opfer elf Jahre alt war, berührte er es erstmalig, ging dann immer weiter. Nach dem zwölften Geburtstag des Mädchens kam es in seiner Wohnung zum ersten Geschlechtsverkehr - während im Fernsehen Walt Disneys Trickfilm „Susi und Strolch” lief. Danach geschah der Verkehr immer wieder - ungeschützt. Das Kind musste schweigen.

Vor Gericht ist der Angeklagte geständig, spricht selbst von sexuellen Übergriffen. Andererseits erklärt er, er habe gehofft, später eine Beziehung mit ihr führen zu können. Hilflos erklärt er: „Sie suchte weiterhin meine Nähe, und ich habe mich zu ihr hingezogen gefühlt. Dadurch ist das immer wieder passiert." Pädophil veranlagt will er jedoch nicht sein. Merkwürdig ist dann aber, dass die Polizei auf seinem Computer Kinderpornographie fand, seine Wohnung von Spielsachen sowie Kinderfilmen quasi überquoll, und er zwei Videokassetten hortete, auf denen sich unter anderem Reportagen über Pädophile und Kinderpornographie befanden.

Die Staatsanwaltschaft fordert fünf Jahre Haft wegen schweren Kindesmissbrauchs in 68 Fällen. Er habe das Vertrauen des Mädchens und seiner Familie in besonders schwerem Maße missbraucht. Verteidiger Tobias Noll regt zwei Jahre Haft mit auf Bewährungsfrist an, verweist auf das Geständnis, eine freiwillig begonnene Therapie und das unbestrafte Vorleben seines Mandanten. Der erklärt in einem Anflug von Selbsterkenntnis: „Ich habe schwere Schuld auf mich geladen.”

Am Montag will die 1. Strafkammer am Landgericht das Urteil verkünden.

Sylvia Mönnig

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Kommentare
22.07.2009
23:15
Staatsanwalt fordert fünf Jahre Haft
von sweeeetyX | #11

also das ergebnis des ganzen sind 4 jahre und 6 monate für 67 missbrauchsfälle... aber das ist wie hier alle sagen noch lange nicht genug!!!!
denn sobald er raus ist gehts ans nächste mädel...

4,5 jahre für 6 jahre leid und schmerz. für die angst das es nie aufhört, sondern noch schlimmer wird. für die scheu sich anderen zu öffnen, nicht einmal der eigenen mutter. 4 1/2 jahre für ein auf lügen aufgebautes leben. für die demütigung mit 16 noch am händchen gehen zu müssen, für die aussage: ihr seht aus wie ein ehepaar.

67 fälle... das ist einfach nur ein schlechter witz. in 6 jahren waren es wesentlich mehr... zudem 2 geheim durchgeführte schwangerschafts-tests, als kind!!!

und dann will der verteidiger auch noch in revision gehen... viel spaß dabei!!!!!!!!!

@ dh74 der läuft durch menden!!!

21.07.2009
22:56
Staatsanwalt fordert fünf Jahre Haft
von dh74 | #10

Ist das nicht widersprüchlich? Freiwillige Therapie und dann die Aussage, er habe ihr nichts Böses tun wollen. Ein Ekel!!!! Ende vom Lied: Er geht in den Offenen Vollzug, wo er zeitnah Urlaub bekommt oder wird bereits nach erfolgreicher Therapie auf die Menschheit losgelassen. Im schlimmsten Fall wird er nach 2/3 der Haftstrafe entlassen. Das sind bei 5 Jahren gerade mal 3 Jahre und und 4 Monate.....
Falls er zuvor in U-Haft saß, wird die Zeit auch noch abgezogen und in 2 1/2 Jahren läuft wieder ein Widerling mehr durch Hagens Straßen.

19.07.2009
15:43
Staatsanwalt fordert fünf Jahre Haft
von knoetterkopp | #9

@Mukkefukk
Toller Kommentar. Thema verfehlt, aber Sie haben ihren Unsinn verbreitet. Ürigens ist das heute wohl üblich, das sich ältere oder alte Männer wesentlich jüngere Frauen nehmen. Bei einer Volkspartei sogar der Ehrenvorsitzende , der allerdings an Gedächnislücken leidet und auch schon mal, wenn es nötig ist einen Black Out hat.
Allerdings hat das nichts mit der Vergewaltigung von Kindern zu tun.

18.07.2009
21:54
Staatsanwalt fordert fünf Jahre Haft
von Volmespatz | #8

@ Mukkefukk - Diese Dame ist 29 Jahre alt! Das Kind war gerade mal 12, als der Sextäter sie penetriert hat. Der Vergleich von Ihnen hinkt schon etwas.

18.07.2009
21:22
Staatsanwalt fordert fünf Jahre Haft
von Mukkefukk | #7

Ganz schön krank, diese Zeit, in der viele Menschen jedes Gefühl, jeden Anstand und jede Moral verloren haben. Eine Zeit, in der der Vorsizende einer Volkspartei ein Verhältnis mit einem Mädchen hat, die seine Enkelin sein könnte und er das noch ganz normal findet.

17.07.2009
16:08
Staatsanwalt fordert fünf Jahre Haft
von firefighter2008 | #6

Eine angemessene Strafe aus meiner Sicht wäre:
5 Jahre Haft und anschließende, lebenslange Sicherheitsverwahrung!!!

Jeder sich sich an einem Kind vergeht darf einfach kein Tageslicht mehr sehen.

In 5 Jahren -vermutlich durch Bewährung früher- fühlt sich dann das nächste Kind zu dem vorbestraften Täter hingezogen!

Unsere Gesetze sind leider viel zu harmlos!

17.07.2009
12:56
Staatsanwalt fordert fünf Jahre Haft
von Volmespatz | #5

Ist auch alles egal. Die wirkliche Strafe, die zahlt das Mädchen - ein Leben lang! Und das ist das, was mich traurig stimmt. Während der Täter alle mögliche Betreuung und Hilfe bekommt, wird das Mädchen hoffentlich nicht allein gelassen.

17.07.2009
12:46
Staatsanwalt fordert fünf Jahre Haft
von Obernahmeraner | #4

Vor allem sind die fünf Jahre, die hier in aller Munde sind, bloß die Forderung des Staatsanwaltes und damit mit Sicherheit nur wieder ein Bruchteil der tatsächlichen Strafe!

17.07.2009
09:27
Staatsanwalt fordert fünf Jahre Haft
von Volmespatz | #3

5 Jahre für ein zerstörtes Leben eines Kindes! Und anschließend wird dieser Typ wieder auf die Gesellschaft losgelassen. Und wiederum die Entschuldigung, das Kind habe sich ihm freiwillig genähert. Leider mehren sich in der letzten Zeit diese Fälle, oder fallen sie den Medien jetzt erst auf?

16.07.2009
23:26
Staatsanwalt fordert fünf Jahre Haft
von beatbrain | #2

Ich finde es schlimm dass es überhaupt so weit kommen muss(te). Das hier ist ja kein Einzelfall. Es gibt vieler solcher Fälle. Unsere Familienministerien will ja das Internet zensieren indem alle Kinderpornoseiten gesperrt werden und jeder der mehrmals über so ein Stoppschild stolpert bekommt Besuch vom Staatsanwalt.

Dabei wäre eine Sensibilisierung über das Thema in den Medien sehr wichtig. Denn bis zum Missbrauch muss es gar nicht erst kommen. Jedes Kind sollte schon in der Schule lernen was man machen kann wenn jemand im Erwachsenen Alter Neigungen bekommt die nicht normal sind und böse enden können und was derjenige dagegen machen kann, u.a. welche Behandlungsmethoden gibt es und welchem Arzt kann derjenige damit aufsuchen und das Problem anvertrauen.

Es ist doch auch so, dass einige Menschen Probleme haben, die einen haben das Problem und die anderen ein anderes und wenn wir die Gesellschaft damit nicht vertraut/sensibilisiert ist, der jeweilige ziemlich alleine damit da steht.

Die Reaktion ist das irgendwann das sich einige sich nicht mehr zu helfen wissen und das Fass überläuft und diejenigen ihre dreckigen Fantasien ausleben. Deswegen sollten schon vorab Lösungen gefunden werden um so etwas Schlimmes und Grausames für die Opfer wie in den Fällen von Kindesmissbrauch zu verhindern.

Nur so kann man Kindesmissbrauch wirkungsvoll senken wenn nicht sogar komplett verhindern.

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