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Justiz

Staatsanwalt ermittelt Krimi bei Stadttochter Hagen-Info

14.09.2012 | 17:00 Uhr
Staatsanwalt ermittelt Krimi bei Stadttochter Hagen-Info
Vor dem Arbeitsgericht ruderte die Hagen-Agentur zurück.Foto: Kleinrensing

Hagen.   „Still beerdigen geht nun nicht mehr“, kommentierte Richter Jürgen Schlösser, „die Staatsanwaltschaft hat inzwischen ein Auge auf der Sache.“ Wegen der mutmaßlichen Gaunereien bei Hagen-Info an der Körnerstraße – dem städtischen Touristikunternehmen, das zur Hagen-Agentur gehört – wird mittlerweile offiziell ermittelt.

Vor dem Arbeitsgericht ging es jetzt um die arbeitsrechtlichen Konsequenzen aus den behaupteten kriminellen Vorfällen: Gegen die städtische Touristikassistentin Maria F. (40) waren, wie berichtet, zwei fristlose Kündigungen ausgesprochen worden.

Sie soll die Einnahmen aus dem Verkauf von Theaterkarten unterschlagen haben. In einem Zeitraum von fünf Monaten fehlten 4383,65 Euro in der Kasse. Die weitere Geschichte mit den Musicalkarten hatte zwar einen geringeren Schaden zur Folge (400 Euro), war aber umso peinlicher.

Denn: Am 9. Februar soll Maria F. im Hagen-Info-Lokal an der Körnerstraße, in dem vor allem bunte Prospekte für Touristen bereitgehalten werden, vier Musicalkarten verkauft, die Tickets aber zehn Minuten später wieder storniert haben. Das vereinnahmte Geld hätte sie in die eigene Tasche gesteckt.

Großer Imageschaden für Hagen-Agentur

Die vierköpfige Familie, insbesondere die kleinen Kinder, die sich sehr auf den „König der Löwen“ gefreut und eigens nach Hamburg gereist waren, wurden an der Einlasskontrolle abgewiesen. „Das war für uns ein ganz großer Imageschaden“, hatte Hagen-Agentur -Geschäftsführer Gerhard Schießer den Vorfall bedauert.

Im Kammertermin vor dem Arbeitsgericht ruderte das städtische Tochterunternehmen jetzt kleinlaut zurück: Die erhobenen Vorwürfe werden „nicht zurückgenommen“, aber auch „nicht weiter aufrecht erhalten“. Die Hagen-Agentur erklärte sich zudem bereit, die fristlosen Kündigungen in eine fristgerechte Entlassung umzuwandeln. Das heißt: Maria F. bleibt von der Arbeit freigestellt, bekommt aber noch für sechs Monate ihr Gehalt ausbezahlt (13.728 Euro brutto).

Anwalt lehnt sich weit aus dem Fenster

„Wir gehen sogar davon aus, dass sie gar keinen Schaden angerichtet hat“, lehnt sich ihr erfolgreicher Anwalt Hans-Christian Freier inzwischen ganz weit aus dem Fenster. Aber das werden die Ermittlungen zeigen.

Helmut Ullrich



Kommentare
15.09.2012
22:45
Staatsanwalt ermittelt Krimi bei Stadttochter Hagen-Info
von Radfahrer | #6

Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

15.09.2012
15:08
Staatsanwalt ermittelt Krimi bei Stadttochter Hagen-Info
von spatzenfreund | #5

klingt doch logisch, nicht aufrechterhalten, aber auch nicht zurücknehmen. welche ausbildung muss man erhalten, um solch eine formulierung zu finden?

15.09.2012
08:53
Staatsanwalt ermittelt Krimi bei Stadttochter Hagen-Info
von Atropin88 | #4

Hagen ist wirklich die Stadt der (auch noch dämlichen) Hinterzieher und Verschweiger.

14.09.2012
19:04
Staatsanwalt ermittelt Krimi bei Stadttochter Hagen-Info
von altesholz | #3

der a11 beamt des gehobenen dienstes aus dem personalbüro der stadt hagen sollte endlich wieder dorthin zurück, anstatt weiter auf seinem b3 posten zu sitzen und mit solchen peinlichen eskapaden den ruf der stadt und des tochterunternehmens zu beschädigen. die hagen agentur strotzt nur so voller kompetenz. ist da nicht auch der projektelli in verantwortlicher position und spitzengehalt unterwegs?

14.09.2012
18:11
Staatsanwalt ermittelt Krimi bei Stadttochter Hagen-Info
von hagenguckstdu | #2

Hagen - am Rande des Chaos! Funktioniert in dieser Verwaltung überhaupt irgendetwas?

14.09.2012
18:00
Chaos bei der Hagen-Agentur?
von degree37celsius | #1

"Die erhobenen Vorwürfe werden „nicht zurückgenommen“, aber auch „nicht weiter aufrecht erhalten“."

Kann bitte jemand die (Rechts)logik dieser verblüffenden Kombinationsbehauptung erklären?

Welche andere Erklärung gibt es denn für die incriminierten Vorgänge? Wer ist denn dann für den Einnahmeschwund verantwortlich? War die Kündigung etwa nicht ausreichend fundiert?

Was für ein Licht wirft zudem die neue Volte des Skandals auf die Verantwortlichen bei der Hagen-Agentur und die bisherigen "Aufklärungsbemühungen"? Was unternimmt eigentlich die Stadt, um die offenbar noch abgründigeren Verhältnisse bei ihrer "Tochter" endlich kompetent und wirklich gerichtsfest aufzuklären?

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