Staatsanwalt ermittelt Krimi bei Stadttochter Hagen-Info

Vor dem Arbeitsgericht ruderte die Hagen-Agentur zurück.
Vor dem Arbeitsgericht ruderte die Hagen-Agentur zurück.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
„Still beerdigen geht nun nicht mehr“, kommentierte Richter Jürgen Schlösser, „die Staatsanwaltschaft hat inzwischen ein Auge auf der Sache.“ Wegen der mutmaßlichen Gaunereien bei Hagen-Info an der Körnerstraße – dem städtischen Touristikunternehmen, das zur Hagen-Agentur gehört – wird mittlerweile offiziell ermittelt.

Hagen.. Vor dem Arbeitsgericht ging es jetzt um die arbeitsrechtlichen Konsequenzen aus den behaupteten kriminellen Vorfällen: Gegen die städtische Touristikassistentin Maria F. (40) waren, wie berichtet, zwei fristlose Kündigungen ausgesprochen worden.

Sie soll die Einnahmen aus dem Verkauf von Theaterkarten unterschlagen haben. In einem Zeitraum von fünf Monaten fehlten 4383,65 Euro in der Kasse. Die weitere Geschichte mit den Musicalkarten hatte zwar einen geringeren Schaden zur Folge (400 Euro), war aber umso peinlicher.

Denn: Am 9. Februar soll Maria F. im Hagen-Info-Lokal an der Körnerstraße, in dem vor allem bunte Prospekte für Touristen bereitgehalten werden, vier Musicalkarten verkauft, die Tickets aber zehn Minuten später wieder storniert haben. Das vereinnahmte Geld hätte sie in die eigene Tasche gesteckt.

Großer Imageschaden für Hagen-Agentur

Die vierköpfige Familie, insbesondere die kleinen Kinder, die sich sehr auf den „König der Löwen“ gefreut und eigens nach Hamburg gereist waren, wurden an der Einlasskontrolle abgewiesen. „Das war für uns ein ganz großer Imageschaden“, hatte Hagen-Agentur-Geschäftsführer Gerhard Schießer den Vorfall bedauert.

Im Kammertermin vor dem Arbeitsgericht ruderte das städtische Tochterunternehmen jetzt kleinlaut zurück: Die erhobenen Vorwürfe werden „nicht zurückgenommen“, aber auch „nicht weiter aufrecht erhalten“. Die Hagen-Agentur erklärte sich zudem bereit, die fristlosen Kündigungen in eine fristgerechte Entlassung umzuwandeln. Das heißt: Maria F. bleibt von der Arbeit freigestellt, bekommt aber noch für sechs Monate ihr Gehalt ausbezahlt (13.728 Euro brutto).

Anwalt lehnt sich weit aus dem Fenster

„Wir gehen sogar davon aus, dass sie gar keinen Schaden angerichtet hat“, lehnt sich ihr erfolgreicher Anwalt Hans-Christian Freier inzwischen ganz weit aus dem Fenster. Aber das werden die Ermittlungen zeigen.