Sporthelfer unterstützen Förderschule

Das komplette Team mit Lehrern, Schülern und natürlich Sporthelfern.
Das komplette Team mit Lehrern, Schülern und natürlich Sporthelfern.
Foto: WP
Seit zwei Jahren spielen Schüler der Hauptschule Vorhalle gemeinsam mit Schülern der Oberlinschule, einer Förderschule für körperliche und motorische Entwicklung, zusammen Fußball, Tischtennis oder Tennis.

Hagen.. Einem inklusivem Sportbündnis droht bald das Ende. Seit zwei Jahren spielen Schüler der Hauptschule Vorhalle gemeinsam mit Schülern der Oberlinschule, einer Förderschule für körperliche und motorische Entwicklung, zusammen Fußball, Tischtennis oder Tennis. Auch schwerstmehrfach behinderten Kindern wird auf diesem Wege eine Basisförderung ermöglicht.

Vor zwei Jahren scheiterte ein gemeinsames Projekt zwischen der Hauptschule Vorhalle und dem Bethel-Wohnheim. Ein neuer Partner für eine Sportkooperation war schnell gefunden: Seit Januar 2013 ist die Oberlinschule Bewegungspartner.

Seitdem funktioniert das Bündnis bestens. Eine Win-win-Situation, wie man heutzutage sagt. Denn wer Lust hast, kann sich in unterschiedlichen Sportarten austoben. Alternativ kann Verantwortung übernommen werden: Besonders geeignete Schüler betätigen sich als Sporthelfer und leiten Übungen an.

Gesteigertes Selbstwertgefühl

Vier Oberlin-Schüler und acht Jugendliche der Hauptschule Vorhalle tragen diesen Titel – sie sind erkennbar an eigens angefertigten Pullis, auf denen ein magentafarbener Schriftzug zu lesen ist. „Diese Aufgabe steigert das Selbstwertgefühl und die Verantwortung bei den Sporthelfern“, erklärt Karin Thoma-Zimmermann, Schulsportleiterin der Hauptschule in Vorhalle.

Mit all dem Vertrauen und der Verantwortung kommen natürlich auch Aufgaben auf die Sporthelfer zu. Die Neunt- und Zehntklässler bauen vor jeder Stunde alles in der Turnhalle auf.

Die Beweggründe der Schüler sind unterschiedlich. Die 18-jährige Saskia Böhle ist dabei, „um neue Erfahrungen zu sammeln, Oberlin-Schüler Jonathan Ruhwald (15) ist „für Sport immer zu begeistern“ und Lena Hasenfratz (17) kümmert sich „einfach gerne um Kinder und Jugendliche.“ Lena kennt sich gut mit Behinderungen aus, schließlich kümmert sie sich auch um ihre behinderte Mutter, erzählt die Schülerin von privaten Erfahrungen. Oguzhan Sahin (17) ist ebenfalls mit Inbrunst dabei: „Ich sehe die Kinder schon als kleine Geschwister an.“

"Wir wissen nicht, wie es weiter geht"

Unter all die positiven Emotionen könnten sich jedoch bald negative mischen. „Das ist ein nachhaltiges Projekt und wir wissen nicht, wie es weiter geht“, bedauert Lehrerin Thoma-Zimmermann. Denn offiziell soll die Hauptschule Vorhalle im Sommer dieses Jahres schließen.

Oberlin-Sportlehrer Kuros Namvar ist ebenfalls sehr betrübt: „Wir sind ein sehr gutes Team. Aber durch das Fehlen der Hauptschule bricht uns die Grundlage weg. Dabei brauchen wir dringend eine Schule, mit der wir das Projekt in Kooperation weiterführen können.“