„Sport und Mittelmeerküche sind hilfreich“

Gut besucht war die Cafeteria des Elseyer Krankenhaus beim Soennecken-Vortrag.
Gut besucht war die Cafeteria des Elseyer Krankenhaus beim Soennecken-Vortrag.
Foto: WP

Hohenlimburg..  50 000 Menschen sterben jährlich in Deutschland an Herzschwäche. Dr. Eberhard Soennecken, Kardiologe und Chefarzt der inneren Medizin im Elseyer Krankenhaus, referierte am Dienstagabend in der Cafeteria des Hauses über die Diagnose „Herzinsuffizienz“ und mögliche Therapieansätze zur Behandlung dieses Krankheitsbildes.

Herzschwäche bezeichnet eine verminderte Pumpfunktion (systolische Herzschwäche) oder die ungenügende Entspannungsfähigkeit des Herzens (diastolische Herzschwäche).

„Wir kategorisieren Herzschwäche in vier Stadien (NYHA 1 - 4). Ziel einer jeden Behandlung ist zunächst einmal eine fundierte Diagnose und eine anschließende Behandlung, die die Leistung, das Empfinden und die Prognose des Patienten verbessern soll“, erklärte Soennecken, dessen Computer zwischenzeitlich an einer leichten Prozessorschwäche litt, weshalb sich der Vortrag vor sprichwörtlich „ausverkauftem Haus“ deutlich länger als geplant gestaltete.

Soennecken verwies darauf, dass Herzschwäche keine eigenständige Erkrankung, sondern immer Folge einer Grunderkrankung sei.

„Daher ist es wichtig, dass eine genaue Ursachenforschung betrieben wird, um dem Patienten effektiv helfen zu können. Es gibt etliche Medikamente, allerdings sollte man, je nach Ursache, auch seinen Lebensstil überdenken“, so Soennecken, der damit unter anderem auf die Ernährung anspielte und dazu riet, auf den eigenen Körper zu hören. Dicke Knöchel oder ein Lungenödem können Hinweise auf eine Herzschwäche liefern.

Auch die individuelle Vorgeschichte jedes Patienten sei wichtig.

Die Diagnose erfolgt in der Regel über ein EKG oder eine Röntgenaufnahme des Lungenapparats. Bei der Untersuchung wird mitunter auf die Auswurffunktion, die Bewegung der Herzwände und die Dicke des Herzmuskels geachtet.

Sport nach dem Rat des Arztes

Zu den bekanntesten Begleiterscheinungen der Herzschwäche zählen Atemwegserkrankungen, Nierenfunktionsstörungen und Rhythmusstörungen.

Soennecken verwies auf eine Vielzahl von Medikamenten und deren Nutzen, riet jedoch vor allem dazu auf, ein in ärztlicher Absprache vereinbartes Sportprogramm zu absolvieren, weil dieses in Kombination mit entsprechender Ernährung (Tipp: Mittelmeerküche) oft hilfreich sei.

Wenn all dies nicht funktioniert, kann die Herzschwäche Grund für den Einsatz von Implantaten oder gar einer Herztransplantation sein. Überaus anschaulich schilderte Soennecken, wie der Einsatz von sogenannten Assist-Systemen vorgenommen wird, die die Aufgabe des Herzens übernehmen, bis dieses durch ein neues ersetzt werden kann.

Defibrillatoren implantieren

Dabei reichen die medizinischen Entwicklungen soweit, dass sogar kleine Defibrillatoren implantiert werden, die bei einer aufkommenden Herzrhythmusstörung einen Schock auslösen, um die Herzfunktion aufrecht zu erhalten.

Die zahlreichen Gäste lauschten aufmerksam den Worten des Kardiologen.