Spielzeug für Flüchtlingskinder

Die Augen der Kinder sind der schönste Dank.
Die Augen der Kinder sind der schönste Dank.
Foto: privat
Was wir bereits wissen
Das Bündnis „Hagen ist bunt“ und die Werkhof-Spielzeugwerkstatt „Rückspiel“ bescherten den Flüchtlingskindern einen tollen Nachmittag.

Hagen.. Nein, Adam war mit dem Nachmittag nicht zufrieden. Und das hatte einen guten Grund: Den einzigen Tyrannosaurus Rex hat sich Hamit geschnappt. Der langhalsige, friedliebende und völlig harmlose Branchiosaurus, den man dem kleinen Kanadier mit syrischen Eltern stattdessen andrehen wollte, war – das wird wohl jeder verstehen – für den achtjährigen Adam kein Ersatz zum fleischfressenden Riesen-Dino. Doch alle anderen – die Veranstalter, zahlreiche Ehrenamtliche und vor allem 35 Kinder und ihre Eltern – waren mit dem ersten Spielenachmittag am Dienstag in der Mensa der Hildegardis-Schule zufrieden. Organisiert wurde die kleine Veranstaltung vom Bündnis „Hagen ist bunt“ und von der Werkhof-Spielzeugwerkstatt „Rückspiel“.

Spielzeug für Flüchtlingskinder

Die Auswahl war groß: Etwa 150 unterschiedliche Spielzeuge, Stofftiere, Brettspiele, Quartetts oder Barbies brachten Bettina Weinmann und ihre Mitstreiter vom „Rückspiel“ mit. Diese konnten die Jungen und Mädchen aus Flüchtlingsfamilien, die gemeinsam in den Auffangklassen der Funckepark-Grundschule und der Hildegardis-Schule unterrichtet werden, intensiv ausprobieren und bespielen. Ehrenamtliche aus dem Zusammenschluss „Hagen ist bunt“ spendeten Kuchen, halfen beim Auspacken und erklärten Spielregeln. Oder unterhielten sich mit Händen, Mimik und viel gutem Willen mit den Eltern, die mitgekommen waren.

„Ich habe einen Deutschkurs gemacht, aber ich habe niemanden, mit dem ich Deutsch sprechen kann“, erzählte Adams Mutter Samira, die Syrien schon vor langer Zeit verlassen musste und zwischenzeitlich in Kanada lebte. Nun freut sich die gelernte Technikerin, ein paar Kontakte knüpfen zu können – auch wenn die Gespräche bei Kakao und Kuchen über ein erstes Kennenlernen nicht hinausgehen. „Beim nächsten Mal packen wir mehr Legosteine und weniger Puzzle ein“, sagte Bettina Weinmann vom Integrationsprojekt nach dem ersten Ansturm. In der Werkhof-Einrichtung arbeiten Menschen mit Behinderung an dem gespendeten Spielzeug, das sie aufbereiten, reparieren, reinigen und hübsch verpackt an soziale Einrichtungen oder Bedürftige verschenken.

Auch für Geschwister genug übrig

Geduldig reichten die Projektteilnehmer am Dienstag ein Spielzeug nach dem anderen, bis sich jedes Kind schließlich für das Spielzeug entschieden hat, das auch mit nach Hause durfte. „Für die Geschwisterkinder ist auch noch genug übrig“, freuten sich Bettina Weinmann und Initiator Christian Haase über die vielen glücklichen Kinder, die strahlend und mit den Geschenken im Arm nach drei Stunden wieder nach Hause gingen. Nur Adam war ein bisschen traurig.