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Spekulationen um Oetker-Anteil an Hagener Douglas-Konzern

21.09.2012 | 15:42 Uhr
Spekulationen um Oetker-Anteil an Hagener Douglas-Konzern
Der Oetker-Konzern hielt Anteile an Douglas in Hagen und soll diese nun verkauft haben.Foto: dapd

Hagen.   Der Hagener Handelskonzern bestätigt erstmals Gespräche, die auf eine Übernahme durch einen Finanzinvestor hinauslaufen könnten. Gleichzeitig soll der Oetker-Konzern zum Verkauf seines Douglas-Anteils bereit sein.

Der Hagener Handelskonzern Douglas hat erstmals laufende Gespräche bestätigt, die auf eine Übernahme des Unternehmens durch einen Finanzinvestor hinauslaufen könnten. Nach wie vor würden „Gespräche zwischen der Gesellschaft, Vertretern verschiedener wesentlich beteiligter Aktionäre und einem Finanzinvestor über den möglichen Erwerb einer wesentlichen Beteiligung des Investors geführt“, teilte die Douglas Holding AG am Freitag in einer Ad-hoc-Meldung mit.

Oetker will Douglas-Anteil an Advent verkaufen

Dies sei auch Gegenstand der Aufsichtssitzung am vergangenen Mittwoch gewesen, auf der sich Finanzkreisen zufolge kein Durchbruch abgezeichnet hatte. Ob es tatsächlich zu einer Transaktion komme, sei aber „nach wie vor unklar“, betonte das Unternehmen. Seit Wochen wird gemutmaßt, bei dem Finanzinvestor handele es sich um die US-Gesellschaft Advent, die eine Übernahme aber nicht gegen die Douglas-Gründerfamilie Kreke durchsetzen wolle, die knapp 13 Prozent der Anteile kontrolliert.

Douglas
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Der Erfolg von Amazon und die Beliebtheit von E-Books machen Douglas-Tochter Thalia zu schaffen. Die Buchhandelskette bekommt nun eine Radikalkur mit Schließungen, Verkleinerungen und Optimierungen verpasst. Dennoch konnte Douglas den Nettoumsatz in den ersten neun Monaten um 1,9 Prozent steigern.

Hintergrund für die Ad-hoc-Meldung könnte laut Spekulationen in Verhandlungskreisen ein Bericht der „Lebensmittel-Zeitung“ sein, dem zufolge der Bielefelder Oetker-Konzern seinen Douglas-Anteil von knapp 26 Prozent an Advent verkaufen wolle. Die Veräußerung stehe fest, meldete das Blatt. Oetker soll seine Beteiligung an Douglas zuletzt nur noch als Finanz-Investment gesehen haben, hieß es. Sprecher von Douglas, Oetker und Advent wollten sich dazu nicht äußern.

Oetker-Konzern kämpft mit Reederei-Problemen

Verhandlungskreise zeigten sich überrascht. Die Gespräche seien zwar fortgeschritten und es gebe eine grundsätzliche Übereinstimmung mit Oetker, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Aber es gebe noch offene Fragen, in trockenen Tüchern sei nichts. Zumal zur angestrebten Mehrheit an Douglas auch eine Einigung von Advent mit einem weiteren Großaktionär, dem Ulmer Drogerieunternehmer Erwin Müller, gehören würde. Die gestaltet sich aber den Kreisen zufolge als äußerst schwierig. Derzeit kämpft der Oetker-Konzern mit Problemen bei seiner Reederei Hamburg-Süd.

Stefan Pohl



Kommentare
23.09.2012
18:00
Spekulationen um Oetker-Anteil an Hagener Douglas-Konzern
von Reklame | #3

Die FAZ hatte vor ca einer Woche einen interessanten Artikel zu dem Geschehen bei Douglas.Die Probleme scheinen in der Buchsparte hausgemacht.
Erst alle kleinen Buchläden in den Städten in den(gewollt) Ruin treiben und nun
von einem großen Konkurrenten (Amazon) bedrängt werden.
Die Geschäftsmodelle sind erlernt in den USA.Die Familie Kreke wird nicht
zum Arbeitsamt gehen müssen.

22.09.2012
08:21
Spekulationen um Oetker-Anteil an Hagener Douglas-Konzern
von hagfri | #2

wer sein Unternehmen an die Börse abgibt, ist nicht mehr Herr des Geschehen. Es sei denn, er hat die Mehrheit. Das ist aber nicht. Er muss, ob es will oder nicht, mit den Wölfen heulen. Von den Wölfen gibt es im Börsengeschäft sehr viele. Die Wölfe mit den Größten Brocken werden nicht auf kleine Rücksicht nehmen und mit denen die Beute teilen. Der Leichenschmaus ist eingeläutet. Die Anleger wollen Kasse machen...solange es noch geht. Das ist Börsenrealität nicht zum ersten und letztenmal.

21.09.2012
22:41
Spekulationen um Oetker-Anteil an Hagener Douglas-Konzern
von Plem | #1

Ursprüngliches Ziel der ganzen Aktion: das Unternehmen soll aus dem Aktienmarkt herausgenommen werden. Grund: das Unternehmen werde an der Börse nicht angemessen bewertet.

Da der feine Gutsherr Kreke die Aktion nicht alleine stemmen kann, holt er sich einen Investor an Bord. Da sieht er mit seinem Eigenanteil von nur 13% gegenüber dem Investor aber ziemlich alt aus; da kann er noch soviel Schminke und Makeup auftragen - es hilft ihm nicht. Ob sich die Geschicke des Unternehmens mit dem Einstieg des Investors zum Besseren oder Schlechteren wenden, sei dahingestellt. Die Angestellten dürfen sich berechtigterweise Sorgen machen, was sie ja auch tun.

Und wer wirklich so einfältig sein sollte zu glauben, daß Advent als Investor nur gute Absichten hegt, der glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten.

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