SPD fordert Entschuldigung

Hagen..  Die Äußerung des FDP-Vertreters im Kulturausschuss, Dr. Klaus Fehske, der Kürzungen am Theater mit der Zerstörung von Jahrtausende alten Kulturschätzen durch IS-Terroristen verglichen hatte, beschäftigte gestern den Rat. Mit Presslufthämmern Tempelanlagen zu vernichten sei mit der Zerstörung von ideellem Weltkulturerbe wie dem deutschen Orchester- und Theaterwesen vergleichbar, so die Fehske-These.

SPD spricht von Amoklauf

Nicht bloß in den Augen der Sozialdemokraten ein Fauxpas sondergleichen. Sparbeschlüsse des Rates mit Kriegsverbrechen der IS-Kämpfer gleichzusetzen, sei ein ungeheuerlicher Vorgang, hieß es in einem Dringlichkeitsantrag: „Ein weiteres politisches Amoklaufen von Herrn Dr. Fehske muss verhindert werden“, forderte die SPD den Rat auf, den Liberalen aus dem Aufsichtsrat der Theater-Gesellschaft abzurufen. Gleichzeitig solle die FDP ihren Vertreter aus dem Ausschuss entfernen.

Ein Vorstoß, den Fehske gestern mit einer persönlichen Erklärung konterte: „Wenn meine Äußerung missverständlich gewesen sein sollte, tut mir dies außerordentlich leid und ich bitte ausdrücklich dafür um Entschuldigung!“ Er habe lediglich deutlich machen wollen, dass weitere drastische Kürzungen die Theaterstrukturen und damit das Hagener kulturelle Erbe irreversibel schädigten. FDP-Chef Claus Thielmann ergänzte, dass seine Fraktion Fehske unmissverständlich signalisiert habe, dass derartige Äußerungen nicht tolerabel seien.

Daraufhin zog die SPD ihren Abberufungsantrag zurück. Sie forderte aber eine qualifizierte Entschuldigung Fehskes ein, weil dessen Erklärung am Kern der Kritik, nämlich dem IS-Vergleich, vorbeigehe.