SPD: „Bürger für Haßleyer Straße“

Emst..  Im Nachgang der städtischen Informationsveranstaltung zur Einzelhandelsplanung auf Emst hatte der dortige SPD-Ortsverein an zwei Tagen erneut mit den Bürgern diskutiert. Das Ergebnis zu einem künftigen Supermarkt-Standort, so der SPD-Ratsherr und Emster SPD-Chef Jörg Meier, sei überraschend deutlich ausgefallen: „Die Haßleyer Straße erscheint vielen Bürgerinnen und Bürgern als am geeignetsten.“

Auf Wunsch vieler Bürger, so Meier, habe die SPD alle Bürger erneut eingeladen, zusammen mit Kommunalpolitikern aus allen Fraktionen in der Bezirksvertretung Mitte und dem Rat über das Für und Wider der Varianten zu diskutieren. „Wir wollten uns im Vorfeld unserer Standortentscheidung ein Meinungsbild verschaffen und ich habe mich ganz besonders darüber gefreut, dass sich so viele unserer Kolleginnen und Kollegen insbesondere von CDU und Grünen tatsächlich die Zeit genommen haben.“ Auch Bezirksbürgermeister Arno Lohmann sei einige Stunden gekommen.

Ausgangslage für die Diskussion seien jeweils zwei Standortvorschläge der Planungsverwaltung am Emster Marktplatz, an der Haßleyer Straße und im Bereich Cunostraße/Am Großen Feld gewesen, so Meier. Einige Varianten seien allerdings ausgeschieden, weil Grundstückseigentümer wie der Wohnungsverein Hagen unmittelbar nach der Präsentation klargestellt hätten, dass ihre überplanten Grundstücke für eine derartige Nutzung nicht zur Verfügen stünden.

Dies gelte auch für eine von zwei Planungsvarianten an der Haßleyer Straße, die einen Teilabriss von Gebäuden erforderlich gemacht hätte. Durch die Übernahme des Café Busche durch die Bäckerei und Konditorei Käsgen (unsere Zeitung berichtete) habe sich diese Variante aber auch zwischenzeitlich erledigt.

Das Hauptargument für die zweite Planungsvariante an der Haßleyer Straße hinter dem Café auf dem „ehemaligen Abenteuerspielplatz“ sei vor allem die günstige verkehrliche Anbindung über die Hauptverkehrsachse, die Boloh, Haßley und Holthausen mit Emst verbindet. „Wir müssen auch diese Stadtteile im Blick haben, denn auch hier leben Menschen, die einkaufen müssen und demnächst vermutlich mit dem Auto nach Emst kommen werden“, so Klaus Wetzel, SPD Fraktionsvorsitzender in der BV Mitte. Wetzel sagt, dass auch im Boloh zukünftig der Druck größer werde, wenn ein Discounter-Standort wie angekündigt tatsächlich geschlossen werde.

Kritik an Verwaltungsplänen

Neben der guten verkehrlichen Anbindung bewerten viele Emster laut SPD aber auch die vorhandenen ÖPNV-Verbindungen in unmittelbarer Nähe zum geplanten Standort sehr positiv.

Mit der Ansiedlung eines Supermarktes an der Haßleyer Straße werde aber auch die Hoffnung verbunden, dass die bestehenden Ladenlokale und das Café gestärkt würden und so der Standort vor allem als Treffpunkt im östlichen Teil von Emst erhalten bleibt.

Eine Entwicklung am Emster Marktplatz, wie die Verwaltung in ihrer Vorlage zur gestrigen Sitzung den Mitgliedern der Bezirksvertretung Mitte vorgeschlagen habe, werde dagegen von vielen Emstern sehr kritisch beurteilt. In Hinblick auf die Funktion als Wochenmarkt und auch als öffentliche Stellplatzfläche bei Veranstaltungen im Fritz-Steinhoff-Park oder in der Emster Turnhalle teilten viele Emster die Sorgen der Vereine und der Wochenmarkthändler, dass diese Fläche dann nicht mehr ausreichend groß sein werde. „Auch ein alternativer Standort für die Restmüllcontainer erscheint bei der Verkleinerung des Marktplatzes mehr als fraglich“, so Architekt Jürgen Thormählen, Mitglied der Grünenfraktion in der BV Mitte.

Ein weiterer Aspekt, der insbesondere für viele Grundschuleltern von großer Bedeutung ist, ist ein erhöhtes Verkehrsaufkommen in der Nähe der Grundschule. So konnte die vom Planungsdezernent Thomas Grothe vorgeschlagene verkehrsberuhigende Verschwellung im Bereich der K.-E.-Osthaus-Straße, die einen ebenerdigen, sichereren Übergang zwischen Marktplatz und Park gewährleisten soll, nicht überzeugen, da hierdurch die Anzahl der Abbiegevorgänge nicht gemindert würde.

„Wir sind offen in die Diskussion gegangen und natürlich war uns bewusst, dass es bei jeder Variante, die uns das Planungsamt vorgeschlagen hat, auch persönliche Betroffenheiten von Anliegern gibt. Die haben wir nicht ausgeblendet und wir werden ihre Sorgen im weiteren Verfahren genau im Blick haben“, versichert Meier.