Sparkasse verkauft Flaggschiff

Die Sparkasse Hohenlimburg zur Eröffnung im Jahr 1961
Die Sparkasse Hohenlimburg zur Eröffnung im Jahr 1961
Foto: WP

Hohenlimburg..  Die Sparkasse Hagen hat ein ehemaliges Flaggschiff, nämlich das Traditionsgebäude an der Stennertstraße, zum Jahreswechsel verkauft. Und zwar an Beelow-Immobilien aus Wuppertal. Das bestätigte Pressesprecher Thorsten Irmer im Gespräch mit dieser Zeitung. „Dieser Vorgang ist im Verwaltungsrat der Sparkasse kommuniziert worden“, wunderte sich Irmer, dass die Hohenlimburger Politiker bislang noch nichts davon erfahren haben wollen.

Das ist auch deshalb bemerkenswert, weil sich die Hohenlimburger Politiker nach intensiven Diskussionen und langen Debatten über einen neuen Büchereistandort für eine Partnerschaft mit der Sparkasse als kommunale Tochter und damit gegen eine Anmietung des Martin-Luther-Hauses ausgesprochen hatten.

Vom Verkauf nie die Rede

„Von einem möglichen Verkauf war in den Gesprächen niemals die Rede“, betonten Willi Strüwer (CDU) und Frank Schmidt (BfHo). Mark Krippner (SPD), der im Verwaltungsrat der Sparkasse sitzt, räumte ein, dass der Verkauf im nicht-öffentlichen Teil der Verwaltungsratssitzung besprochen worden ist. Er sei deshalb nicht befugt, die Öffentlichkeit zu informieren.

Bezirksbürgermeister Hermann-Josef Voss ergänzte auf Anfrage, dass die Sparkasse keine juristische Verpflichtung gehabt habe, diesen Verkauf der Hohenlimburger Politik mitzuteilen. Gleichwohl hält er dieses Vorgehen für einen „Akt des Verschweigens“. Schließlich habe noch in der Januar-Sitzung der Bezirksvertretung der Bücherei-Förderverein HohenlimBuch angeregt, die Verwaltung möge Gespräche mit der Sparkasse aufnehmen, um zu klären, ob Besucher deren Parkplätze gegen ein Entgelt nutzen könnten. Zu diesem Zeitpunkt gehörten diese schon nicht mehr dem Hagener Geldinstitut. Wusste die Verwaltung das nicht – oder wurde dieser Verkauf den Hohenlimburger Politikern verschwiegen?

Bereits bei der offiziellen Einweihung der neuen Stadtteilbücherei am 6. Januar, bei der sich Verwaltung und Sparkassen Seite an Seite in Harmonie präsentierten, war zu einem neuen Eigentümer kein einziges Wort gefallen.

Veränderte Strukturen

Thorsten Irmer begründete den Verkauf mit einer Veränderung der Immobilienstruktur des Unternehmens.. So, wie das im Sommer des vergangenen Jahres bereits in Elsey geschehen sei. Denn auch dort hatte die Sparkasse Hagen das Gebäude veräußert und dann wieder langfristig angemietet. Der Pressesprecher betonte, dass alle Verträge der Stennertstraße-Immobilie auf den neuen Eigentümer übergangen seien, so dass die Stadt Hagen die Miete für die Bücherei nun an den Erwerber zahlen müsse.

Erwerberin Susanne Dauelsberg-Beelow versicherte, dass sie mit ihrem Ehemann diese Immobilie „als Kapitalanlage für das Alter sehe“ und deshalb die langfristigen Mietverträge eingehalten werden. „Das ist der Stadt bekannt.“

Von einer Bauvoranfrage zu diesem Areal wisse sie nichts. Das aber wird gegenwärtig unterm Schlossberg kolportiert. Richtig sei jedoch, dass auch die noch mit Sparkassenschildern versehenen Parkplätze vor dem ehemaligen Aldi-Markt in den Besitz der Beelow-Immobilien übergegangen sind. Susanne Dauelsberg-Beelow: „Uns hat bezüglich einer Anmietung noch niemand angesprochen. Wir sind jedoch gesprächsbereit.“

Von der Stadtverwaltung war zu Mietzahlungen und Bauvoranfrage keine Stellungnahme zu bekommen. Die zu Auskünften berechtigen Mitarbeiter waren nicht im Büro oder sind erkrankt.