Sparkasse Hagen möchte mit Herdecke verschmelzen

Die Geschicke der Sparkassen-Filialen in Herdecke könnten bald aus der Hagener Zentrale gelenkt werden.
Die Geschicke der Sparkassen-Filialen in Herdecke könnten bald aus der Hagener Zentrale gelenkt werden.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
  • Die Sparkassen Hagen und Herdecke suchen den Zusammenschluss
  • Die Verwaltungsräte unterstützen den Prozess
  • Beide Häuser versprechen sich davon eine Stärkung

Hagen.. Die Hagener Sparkasse steigt in Verhandlungen mit der Sparkasse Herdecke ein, an deren Ende eine Verschmelzung der beiden Kreditinstitute stehen soll. Die Verwaltungsräte beider Häuser haben entsprechende Gespräche autorisiert. Die Mitarbeiter beider Häuser sowie die Spitzen der Politik wurden gestern über den angedachten Prozess informiert.

Gespräche auf Augenhöhe

Obwohl das Hagener Haus, so signalisieren die vorläufigen 2015er-Kennzahlen zu Bilanz, Ertragslage und Steuerquote beider Banken, etwa siebenmal so groß ist wie der potenzielle Fusionspartner vom anderen Ufer der Ruhr, verspricht Oberbürgermeister Erik O. Schulz, dass es partnerschaftliche Gespräche auf Augenhöhe über einen Zweckverband gebe, der als Teil der Stadtgesellschaften auch künftig partnerschaftlich an der Seite der Bürger stehe: „Durch diesen Zusammenschluss können wir die Stärken einer regionalen Sparkasse ausbauen.“

Beide Häuser, so versichert Frank Walter, gingen aus einer wirtschaftlich befriedigenden Situation aufeinander zu. „Herdecke ist ein gesundes Haus und kein Sanierungsfall, es gibt keine versteckten Risiken“, zeigt sich der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Hagen nach einer ersten Durchsicht der Herdecker Firmenpapiere überzeugt, das die beiden Partner zueinander passen und letztlich gestärkt aus dem Fusionsprozess hervorgingen.

Anlass für die Gespräche sind die zunehmend schwierigen Rahmenbedingungen, unter denen die deutschen Bankhäuser agieren. Zum einen lässt die demografische Entwicklung die Kundenbasis schwinden, zum anderen erfordert die voranschreitende Digitalisierung erhebliche Investitionen in das Kundengeschäft. Obendrein verpflichten die strengeren Maßstäbe der Bankenregulierung die Kreditinstitute, höhere Kapitalpuffer vorzuhalten, um das Rettungsrisiko für die Steuerzahler zu mindern. Ein insgesamt kosten- und personalintensiver Dreiklang, der angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase aktuell nur mühsam zu refinanzieren ist.

Gemeinsam zukunftsfit

Vor diesem Hintergrund empfahl der Sparkassenverband Westfalen-Lippe den Herdecker Nachbarn, den Kontakt nach Hagen zu suchen und die Chancen auf Bildung eines Zweckverbandes auszuloten. Durch die sich daraus eröffnenden Synergie-Chancen, so die Grundidee von Frank Walter und seinem Herdecker Kollegen Franz-Wilhelm Buerdick, entsteht der Spielraum, um die Sparkassen zukunftsfit zu halten. „Externe Faktoren erfordern weitergehende Anpassungen, um die Zukunft der beiden Sparkassen langfristig erfolgreiche zu gestalten“, unterstreicht die Herdecker Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster.

Nach Vorstellung der Hagener sollen die Verhandlungen, bei denen es unter anderem um die Verteilung von Gewerbesteuern und Dividende, aber auch um die Besetzung der Gremien geht, bis August abgeschlossen sein, so dass der Zusammenschluss zum 1. Januar 2017 greifen könnte. „Betriebsbedingte Kündigungen schließen wir aus“, setzt Walter bei möglichem Personalabbau auf natürliche Fluktuation.