Spannungen führen zu einem Mord

Südafrika..  Kathrin Böckenförde berichtet für diese Zeitung über ihre Arbeit vor Ort. Sie schreibt:

„Meine Aufgaben sind breit gefächert. Sowohl vom Alter der zu Betreuenden, als auch von den Aufgabenbereichen. Ich arbeite sowohl mit vierjährigen Kindern als auch mit 22-jährigen Erwachsenen.

Je nach Wochentag bin ich morgens in der Grundschule oder im Township tätig. An der Grundschule biete ich unter anderem Förderunterricht für die Kleinen an und lerne mit ihnen die Grundlagen. So das Alphabet. Oftmals scheitert es dabei schon an diesen fundamentalen Inhalten. Aber das ist bei Klassengrößen von mehr als vierzig Kindern auch nicht verwunderlich.

Wenn ich im Township selber arbeite, dann bin ich in der örtlichen Bücherei tätig und gebe dort eine Art Nachhilfe. Die Jungen, mit denen ich dort arbeite, gehen schon eine längere Zeit nicht mehr in die Schule und sind Mitglieder der Township-Gangs. Ich helfe den Jungen, dass sie wieder Grundlagen für die Schule aufbauen können. Hauptsächlich machen wir Mathematik. Ich helfe aber auch im Fach Englisch.

Im November konnten wir mit verfeindeten Gruppen durch die Metropolice ein Wochenendcamp organisieren, bei dem die Jungen erstmals wieder zusammen waren.

Vor gut einem Jahr hatte sich die Spannung so weit ausgedehnt, dass es sogar zu einem Mord gekommen ist. Jetzt sind wir so weit, dass wir die wöchentlichen Treffen zusammen machen können.

Wir sind dabei, die Jungs wieder in die Schulen und an die Arbeit zu bringen. Mit einem Jungen klappt es besonders gut. Er hat genaue Vorstellungen und ist super motiviert.

Nachmittags übernehmen wir die Betreuung an der Grundschule. Wir haben dann Zeit für die Kinder. Diese fühlen sich dann wie kleine Könige.“

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