Spannendes über den alten Adelssitz

Vorstellung des  Buches  „Werdringen - Adelssitz Wasserschloss Museum" von Historiker Ralf Blank. vl.: Ralf Blank, Heike Wahnbaeck, Detlef Rothe und Oliver Grosch.
Vorstellung des Buches „Werdringen - Adelssitz Wasserschloss Museum" von Historiker Ralf Blank. vl.: Ralf Blank, Heike Wahnbaeck, Detlef Rothe und Oliver Grosch.
Foto: WP Michael Kleinrensing

Werdringen.. Über das Wasserschloss Werdringen wurde schon eine Menge geschrieben, und mit Sicherheit gibt es zahlreiche Fotografien des stattlichen Anwesens, das von vielen Ausflüglern als Naherholungsziel angesteuert wird.

„Doch mein Buch ist eine erste zusammenfassende Darstellung über das Wasserschloss und das Museum für Ur- und Frühgeschichte“, unterstreicht Ralf Blank nicht ohne Stolz. Blank ist nicht nur Leiter des Historischen Centrums und des Museums in Werdringen, sondern auch Autor des Buches, das gestern präsentiert wurde.

Bis 1870 als Adelssitz genutzt

Zum Hintergrund: Das Wasserschloss lässt sich bis in das 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Als Adelssitz wurde Werdringen bis 1870 genutzt, später diente es zu landwirtschaftlichen Zwecken. In den 1970er-Jahren wurde das Anwesen von der Stadt Hagen übernommen, und in den 90er-Jahren komplett saniert und renoviert.

Im November 2004 fand die Einweihung des Museums für Ur- und Frühgeschichte im Wasserschloss an. Es gilt als eines der bedeutendsten Museen für Geologie und Archäologie in NRW.

Jährlich besuchen etwa 16 000 Interessierte (Einzelgäste, Gruppen und Schulklassen) das Museum, das Schloss als Gesamt-Ausflugsstätte betrachtet (inklusive Schloss-Galerie und Veranstaltungen) verzeichnet natürlich weit mehr Besucher.

Schloss profitiert vom Geopfad

Bedauerlicherweise läge der Ruhrtalradweg auf der anderen Seite der Ruhr, so Museumspädagoge Holger Flick, „das Wasserschloss profitiert von den Radfahrern also kaum. Allerdings wird der Geopfad rund um den Kaisberg von Spaziergängern und Wanderern gut angenommen. Und von ihnen machen etliche einen Abstecher zum Schloss samt Museum.“

Aber zurück zu Ralf Blank, der in seinem Buch auf die lange und ereignisreiche Geschichte des Wasserschlosses, das zur Volmarsteiner Lehnkammer gehörte, blickt.

Im zweiten Teil der Neuerscheinung stellt der Autor die städtischen Sammlungen zur Geologie und Archäologie vor. „Rund um Hagen wurden in der Eiszeit viele Funde gemacht, da sich Mammutjäger in den Tälern gut positionieren konnten. Und im Mittelalter kam Hagen seine verkehrsgünstige Lage zugute. So verband Hagen das Rheinland, das Sauerland und den Hellweg.

„Demnächst stellen wir hier auch einen 60.000 Jahre alten Schädel eines Höhlenbären, der im Hönnetal gefunden wurde, aus. Und den knapp 50.000 Jahre alten Oberschädel eines im Ruhrgebiet entdeckten Wollnashorns“, berichtet Blank.

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