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Denkmalschutz

Sorgen um das Haus Harkorten

28.02.2012 | 20:00 Uhr
Sorgen um das Haus Harkorten
Foto: Theo Schmettkamp// Haus Harkorten

Hagen.   Endlich hat ein Investor eine denkmalgerechte Nutzung des Ensembles um Haus Harkorten gefunden; jetzt sorgen sich die Hasper Bezirkspolitiker um den Zustand der gebäude.

In nicht-öffentlicher Sitzung werden die Mitglieder der Bezirksvertretung Haspe in ihrer Sitzung nächste Woche darüber beraten, ob die neuerlichen Ideen des Harkorten-Investors Hans Hermes aus Hilden auch den Belangen des Denkmalschutzes entsprechen. Und ob die eine Million Euro Kaution, die Hermes hinterlegen musste, ausreichen wird um das altehrwürdige Ensemble am Quambusch in Haspe der Nachwelt wirklich zu erhalten.

Bekanntlich hatte Hermes, Inhaber der Beratungsgesellschaft für Altersvorsorge und Vermögensbildung BAV in Hilden und der Vermarktungsgesellschaft Harkorten, das Ensemble vor über drei Jahren erworben. Mit der Auflage, unter allen Umständen das in bergischem Rokkoko errichtete Wohnhaus derer von und zu Harkorten sowie das Geburtshaus des Industrie-Pioniers Friedrich Harkorten nebst Jungfern- und Backhaus zu erhalten.

Vielfältige nutzungsideen

Hermes’ Nutzungsideen waren vielfältig, reichten vom Ärztehaus bis betreutes Wohnen, fanden aber bislang keine positive Resonanz beim Westfälischen Denkmalamt in Münster. Jetzt hat Hermes beantragt das Jungfernhaus und das Backhaus zu Wohnzwecken um- und auszubauen. Für das berühmte Hauptgebäude liegt offenbar noch kein Bauantrag vor. Mit diesen Nutzungsformen könnten sich die Münsteraner Denkmalschützer anfreunden, die Hasper Bezirksvertreter indes wollen es ganz genau wissen und hatten in ihrer Februar-Sitzung der Verwaltung Prüfaufträge erteilt.

Einer, der den beklagenswerten Zustand des Ensembles so gar nicht akzeptieren mag, ist Dipl. Ing. Rolf Alexander Rocholl. Der betreibt in der Ennepetaler Heilenbecke Forstwirtschaft und unterhält das Haus Heilenbecke. Architekt dieses Gebäudes war Eberhard Haarmann, der auch das Herrenhaus Harkorten erbaute. Rocholl findet die zunehmende Bebauung nah an dem Denkmalensemble „schon traurig anzusehen“. Dass die Stadt Hagen aber „der Zerstörung des Kulturgutes Haus Harkorten“ tatenlos zusieht, erinnert ihn an den Folkwang-Skandal Ende der 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Rocholl fordert eine öffentliche Nutzung des Gebäudeensembles und will sich dafür stark machen.

Von Martin Krehl



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