So früh wie möglich Familien unterstützen

Hagen..  Welche Hilfen benötigen werdende Eltern und Familien mit kleinen Kindern in ihrer jeweiligen Lebenssituation? Um diese Frage Betroffenen konkret beantworten zu können, treffen sich seit 2013 Fachleute aus Jugend und Gesundheitsbereich im Netzwerk Frühe Hilfen.

Dass das Netzwerk, das sich zum Ziel gesetzt hat, über alle vorhandenen Angebote in Hagen durch die Fachleute frühzeitig zu informieren und die Nutzung für Eltern möglichst stolperfrei zu gestalten, bereits greift, zeigt ein aktuelles Beispiel der Familienhebamme Martina Johna.

Ein sehr besorgter werdender Vater suchte in einem Familienzentrum Hilfe für seine junge, von den Philippinen stammende Frau, die unter starkem Heimweh litt. Über die dort angebundene Familienbegleiterin entstand der Kontakt zur Familienhebamme. Tatsächlich hatte diese noch bis Anfang vergangenen Jahres eine Philippinin betreut, die im Jahr zuvor durch eine Frauenärztin an die Hebamme weitervermittelt worden war. Der Kontakt zu ihr bestand noch über das Mutter-Kind-Frühstück und den Babyschwimmkurs. „Als bei meinem ersten Besuch in der neuen Familie ein Telefongespräch zwischen den jungen Frauen zustande kam, konnte ich zwar kein Wort verstehen“, sagt Johna, „aber als ich ihr Lachen hörte und das erleichterte Gesicht des werdenden Vaters sah, da wusste ich, dass das Netzwerk funktioniert.“ Die junge Frau konnte Johna an eine selbstständige Hebamme für die Schwangeren- und Wochenbettbetreuung anbinden, über die sie weiterhin Kontakt hält und, falls erforderlich, erneut in die Betreuung aufnehmen kann.

Die ersten zwei Lebensjahre

Im Netzwerk Frühe Hilfen engagieren sich unter anderem Kinderärzte, Gynäkologen, Vertreter des Jugendamtes, des Kinderschutzbundes und der Schwangerenberatungsstellen sowie die Kinder- und Entbindungskliniken. „Gerade die ersten zwei Lebensjahre sind für die psychische Entwicklung von Kindern die wichtigsten“, so Dr. Ralph Hantschmann, ärztlicher Leiter des Sozialpädiatrischen Zentrums Hagen. Zur Prävention späterer psychischer Erkrankungen ist es daher dringend erforderlich, Interaktions- und Bindungsprobleme zwischen Eltern und Kindern in dieser Zeit so früh wie möglich zu erfassen und den Eltern die notwendige Unterstützung zu vermitteln. „Hier bietet das Netzwerk unschätzbare Hilfe darin, die vorhandenen Hilfsangebote in Hagen zu vermitteln und zu koordinieren und die betroffenen Kinder in frühzeitige Therapie zu begleiten.“