Sitzkomfort: Der große Po-Test in Dortmund

Dortmund..  Polster oder Hartschale, weicher oder harter Rücken? Hier werden Entscheidungen für die Zukunft getroffen. Noch bis Ende der Woche können Bahn-Pendler die Weichen dafür stellen, wie komfortabel sie künftig fahren wollen. Die Stadtwerke (DSW21) laden zum Sitztest im „Echtbetrieb“ ein. Wir haben mitgemacht.

Ich bin ein E- oder F-Typ. Die rot gemusterten Sitze haben bequeme Polster, wahlweise etwas mehr im Rücken oder auf der Sitzfläche. Damit liege ich gut im Rennen, sagt Torge Gebhardt als Leiter der Sitz-Umfrage bei DSW21.

Wobei: Einen eindeutigen Favoriten gibt es nicht, verrät er erste Erkenntnisse aus der Umfrage mit bislang rund 1000 Befragten. „Den einen ist die Sauberkeit wichtiger, den anderen die Bequemlichkeit.“

Seit zwei Wochen rollt eine Bahn durch die Stadt, die gleich sechs verschiedene Sitzvarianten bietet. Ein Team von Auszubildenden ist mit an Bord und befragt die Kundschaft, die meist eher zufällig auf den Testsitzen Platz nimmt. Die Unterschiede sind schon optisch gut zu erkennen. Links die Polstervarianten E oder F, rechts die Hartschale vom Typ A. Die wird als hygienischer eingeschätzt, sagt Gebhardt.

Hier ist allerdings auch die Gefahr besonder groß, dass Sitze mit dicken Filzmalern beschmiert werden. In Köln ist dieser Sitztyp bereits im Einsatz, berichtet der Experte.

Die Sitze mit Stoffbezug ohne dicke Polsterung eine Reihe weiter gibt es schon in Duisburg und in einem Teil der Dortmunder Stadtbahnen, die DSW einst aus Bonn übernommen hat.

Bei mir landen diese Varianten D und C ganz hinten auf der Liste. Elaine Kloos notiert als Interviewerin auf dem Weg mit der U41 nach Brechten akribisch meine Bewertung auf einem Fragebogen. Es geht um Bequemlichkeit, Hygiene und „Wertigkeit“.

Ausschreibung folgt

Noch bis Ende der Woche können Bahnfahrer ihr Urteil abgeben. Die Ergebnisse der Umfrage fließen ein in die Ausschreibung für neue Stadtbahn-Fahrzeuge, die in diesem Jahr auf den Weg gebracht werden soll. Immerhin 26 neue Bahnen sollen angeschafft, 64 alte Stadtbahnwagen runderneuert werden. „Die neuen Sitze sollen in alle Bahnen eingebaut werden“, kündigte Torge Gebhardt an. Der große Po-Test ist eine Konsequenz aus dem Protest von Fahrgästen gegen die Sitze in den Niederflur-Bahnen, die auf der Ost-West-Strecke fahren und von vielen als zu eng empfunden werden. Die Sitze in den neuen B-Wagen, die auf den Nord-Süd-Strecken unterwegs sind, sind auf jeden Fall breiter.